ZOLLSTOCK-GESPRÄCH Triathlet Horst Wittmerhaus trainiert weniger, streicht und liest dafür mehr

„Endlich war der Gartenzaun dran“

Das neue Triathlon-Rad von Horst Wittmershaus hat noch keinen Wettkampf erlebt. Für das Foto mit dem Zollstock kam es aber zum Einsatz – im Garten mit dem frisch gestrichenen Zaun hat sich Kreiszeitung-Sportredakteur Malte Rehnert auf Wittmershaus‘ Zweitrad geschwungen. 
Foto: töbelmann
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Das neue Triathlon-Rad von Horst Wittmershaus hat noch keinen Wettkampf erlebt. Für das Foto mit dem Zollstock kam es aber zum Einsatz – im Garten mit dem frisch gestrichenen Zaun hat sich Kreiszeitung-Sportredakteur Malte Rehnert auf Wittmershaus‘ Zweitrad geschwungen. Foto: töbelmann

Syke – Der Garten sieht picobello aus. Kurzer grüner Rasen. Eine einladende Lounge-Ecke direkt neben dem kleinen Gartenteich, in den es aus einem Brunnen hineinplätschert. Den Zaun drumherum und das Gartenhaus hat Horst Wittmershaus gerade neu und in Grau gestrichen. In Weiß erstrahlt nun eine alte Euro-Palette, die der 51-Jährige zum Blumenkasten umfunktioniert hat. Er hatte zuletzt eben mehr Zeit. Wegen der Corona-Krise trainierte der Triathlet vom SC Weyhe weniger – und wird das auch erst mal so beibehalten, zumal in den kommenden Monaten keine Wettkämpfe stattfinden. „Die Luft ist raus aus der Saison“, sagt Wittmershaus. Das neue Triathlon-Rad, das er sich kurz nach seiner zweiten Ironman-Teilnahme auf Hawaii im vergangenen Herbst zulegte, hat er bisher nur im Training benutzt.

Bei allem Eifer und Ehrgeiz: Die Wettkampfpause gefällt dem „Ausdauerbrenner“ gar nicht mal so schlecht. Er denkt zumindest darüber nach, es auch nach Corona ruhiger angehen zu lassen, etwa kürzere Distanzen zu absolvieren. Was Wittmershaus momentan sonst noch beschäftigt, verrät er im Zollstock-Gespräch.

Was nervt am meisten an diesen Tagen?

Mir fehlt der Sport. Als Triathlet konnte ich ja immerhin Laufen und Radfahren, aber Schwimmen ging gar nicht. Zum Glück machen die Freibäder nach und nach auf. Dass die Wettkämpfe alle ausfallen, ist natürlich auch ein bisschen nervig – weil ich mich darauf gefreut hatte.

Gibt es auch etwas, dass Sie derzeit auch angenehm finden?

Ja, ich habe tatsächlich mehr Zeit für private Dinge. Besonders für die Familie. Das freut vor allem meine Frau. Aber auch Sachen, die ich während der laufenden Saison sonst eher aufgeschoben hätte, kann ich jetzt in aller Ruhe erledigen. Dazu zählt zum Beispiel der Gartenzaun, der endlich einen neuen Anstrich bekommen hat. Er war einfach dran. Und auch bei Renovierungsarbeiten komme ich gerade sehr gut voran.

Welche versteckte Talente haben Sie an sich entdeckt?

Ehrlich gesagt, bisher keine. Ich habe die Zeit aber auch genutzt, um an meinen Sprachkenntnissen zu arbeiten. Ich versuche gerade, mein Englisch zu verbessern. Und ich lese mehr.

Was ist momentan sportlich die größte Herausforderung? Und was sind Ihre Tipps, um fit zu bleiben?

Natürlich ist bei mir wegen der vielen Wettbewerbs-Absagen ziemlich die Luft raus. Dennoch versuche ich, mich einigermaßen fit zu halten. Mit Laufen und Radfahren klappt das ganz gut.

Welche Absage schmerzte in den vergangen Wochen am meisten?

Dass mein Lieblings-Wettbewerb, der Ostseeman in Glücksburg, gestrichen wurde. Er war für den 2. August geplant. Wirklich schade, es hätte mein Saison-Höhepunkt sein sollen.

Buch, Serie oder Film – was bevorzugen Sie? Und was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Ich bin nicht der Mensch, der gerne Fernsehserien oder Filme schaut. Aber ich habe beim Aufräumen gerade das Buch „Der Medicus“ vom US-amerikanischen Schriftsteller Noah Gordon wiederentdeckt und es mit Genuss ein zweites Mal gelesen.

Was für eine Maske tragen Sie, und wer hat sie genäht?

Bei der Arbeit trage ich überwiegend eine sogenannte FFP2-Maske, die besonders gut schützt. Für zu Hause habe ich eine mit mehreren VW-Bullis drauf, die meine Frau für mich genäht hat.

Mit wem würden Sie aktuell am wenigsten tauschen wollen?

Mit all den Politikern, die gerade das nötige Fingerspitzengefühl an den Tag legen und zwischen Beschränkungen einhalten und Lockerungen entscheiden müssen. Sie müssen sehr feinfühlig sein. Das stelle ich mir enorm schwierig vor.

Müritz oder Mallorca? Balkonien oder Balearen? Wie sehen Ihre Urlaubspläne für dieses Jahr aus?

Eher Balkonien oder, besser gesagt, Terrassien. Zumal im Garten nun alles hergerichtet ist. Einen Auslandsurlaub kann ich mir momentan eher nicht vorstellen.

Wenn morgen alles wie vorher wäre: Was würden Sie als Erstes machen?

Ins Freibad gehen. Das Schwimmen habe ich in der Corona-Zeit schon am meisten vermisst. Und dann würde ich mich endlich mal wieder zwanglos mit meinen Freunden und Sportkollegen treffen. Das fehlt mir sehr.

Von Malte Rehnert Und Julian Diekmann

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