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„Emmos“ Tor bei Rehdens Remis

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Von: Cord Krüger

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Und wieder früher dran: Josip Tomic (r.) eroberte im defensiven Mittelfeld viele Bälle und trieb sie nach vorn. Hier klärt er vor Maximilian Geißen. Niklas Kiene (l.) bekommt fürs nächste Spiel aber einen neuen Partner in Rehdens Doppelsechs. Dann fehlt Tomic gelbgesperrt.
Und wieder früher dran: Josip Tomic (r.) eroberte im defensiven Mittelfeld viele Bälle und trieb sie nach vorn. Hier klärt er vor Maximilian Geißen. Niklas Kiene (l.) bekommt fürs nächste Spiel aber einen neuen Partner in Rehdens Doppelsechs. Dann fehlt Tomic gelbgesperrt. © -

Drochtersen – Stetes Auf- und Abtigern, laute Anweisungen bei fast jeder Szene, zigfacher Zwischenapplaus: Kristian Arambasic arbeitete am Samstag auf Hochtouren. Damit pushte er seine Regionalliga-Fußballer des BSV Rehden, die die SV Drochtersen/Assel gehörig stressten – und die Fans auf der Haupttribüne nervten. „Mensch, jetzt halt doch mal die Klappe!“, bölkte ein SV-Anhänger unter Gelächter seiner Sitznachbarn zu Arambasic runter. Am Ende, nach dem 1:1 (0:0) in diesem intensiven Abstiegsrundenduell, applaudierten die Gastgeber ihm jedoch. „Hier war richtig Rambazamba, es macht Spaß bei Euch“, lobte der 44-Jährige nach der Pressekonferenz die Stimmung auf den Rängen.

Die Zeugen dieser 90 Minuten waren allerdings auch wegen des späten Ausgleichs durch Ashton Götz (87.) versöhnt. „Drei Minuten haben gefehlt“, trauerte Arambasic dem verpassten Sieg hinterher. Gleichwohl erkannte der A-Lizenz-Inhaber die Leistung der Gastgeber an: „Drochtersen hat das Spiel über 90 Minuten bestimmt, aber wir haben engagiert gegen den Ball gearbeitet. Man hat die Qualität des Gegners gesehen. Daher nehmen wir den Punkt gern mit.“

Rehdens Abwehrchef Pierre Becken: „Haben gut gefightet“

Einen verdienten Punkt, „weil wir gut gefightet haben“, fand BSV-Innenverteidiger Pierre Becken, der mit seinem ebenfalls starken Nebenmann Angelos Argyris nichts durchs Zentrum gelassen hatte. Für den Aufwand „hätten wir uns belohnen müssen“, haderte Becken.

Arambasic: „Man muss uns schon ausspielen“

Denn er und sein Kollektiv hatten Drochtersen von der ersten Minute an zugesetzt, waren früh angelaufen und hatten die Platzherren zu Fehlern gezwungen. Die Rehdener hingegen „machen wenig falsch, wir geben dem Gegner kaum Möglichkeiten zu Umschaltsituationen“, freute sich Arambasic: „Man muss uns schon ausspielen.“

Zwar nicht mehr im „Nuckel-Alter“, aber doch der Jüngste beim BSV: Emeraude Betani-Baku (hier vor Kubilay Büyükdemir) traf zum 1:0.
Zwar nicht mehr im „Nuckel-Alter“, aber doch der Jüngste beim BSV: Emeraude Betani-Baku (hier vor Kubilay Büyükdemir) traf zum 1:0. © Krüger

Oder Standards herausholen – wie die, mit denen die SV D/A zu ihren einzigen Chancen kam: Ein Freistoß von Jorik Wulf rauschte an Freund, Feind und BSV-Keeper Flemming Niemann vorbei (22.), und Nico von der Reith zirkelte aus zentraler Position über die BSV-Mauer auf den Querbalken (45.).

BSV-Torschütze Betani-Baku: „Ein geiles Gefühl“

Kurz nach Wiederanpfiff demonstrierten die Schwarz-Weißen, was Effizienz heißt: Der Anstoß lag nur 18 Sekunden zurück, als Kevin Coleman flach von rechts abzog, den linken Innenpfosten traf – und Emeraude Betani-Baku den Abpraller zu seinem ersten Saisontor über die Linie drückte! „Ein geiles Gefühl“, gestand der Angreifer: „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man als 18-Jähriger so viel Vertrauen vom Trainer bekommt. Deswegen freut es mich, dass ich ihm und dem Team ein Geschenk machen konnte.“

Spieler des Spiels: Josip Tomic

Zweikampfstarker Sechser in Rehdens Mittelfeldzentrale, oft zu Hilfseinsätzen auf der linken Abwehrseite, trotzdem noch mit Luft für Konter.

Der junge Kongolese konnte sich nach seinem Treffer kaum aus dem Jubel- und Knuddel-Knäuel der Kollegen befreien und dürfte danach komplett aufgewärmt gewesen sein. Arambasic hatte ihn nämlich erst zum zweiten Durchgang für Bocar Djumo eingewechselt, der nach einem hohen Pensum bis nach hinten in der eigenen Abwehr einiges hatte einstecken müssen. In der Halbzeit winkte er wegen eines dicken Knies ab. „Ich habe den Jungs aber gesagt, dass ,Emmo‘ immer trifft, wenn er reinkommt“, plauderte Arambasic aus der Kabine.

Sieben Minuten nach der Führung hätte der BSV fast das 2:0 nachgelegt: Wieder zog Coleman nach innen (diesmal von links), diesmal passte er auf Kamer Krasniqi – doch auch der Kapitän traf den Pfosten. „Mit dem 2:0 hätten wir das Spiel zugemacht“, mutmaßte Becken: „Aber wenn das nicht fällt, musst du eben verteidigen.“

SV Drochtersen/Assel - BSV Rehden 1:1 (0:0)

Drochtersen/A.: Siefkes - Kodabakhshian, Giwah, Mohr, Owusu (82. Niebergall) - von der Reith - Sattler (75. Fock), Geißen, Wulff (61. Neumann), Götz - El-Saleh (89. Reichardt). Rehden: Niemann - Popovic, Argyris, Becken, Haritonov - Kiene, Tomic - Coleman, Krasniqi, Büyükdemir (70. Roschlaub) - Djumo (46. Betani-Baku). Tore: 0:1 (46.) Betani-Baku, 1:1 (87.) Götz. Schiedsrichter: Jannik Schneider (Eintracht Eggebek). Zuschauer: 596.

Das taten die Schwarz-Weißen. Schon in des Gegners Hälfte, was Kubilay Büyükdemir bei einem Kopfball ein zugeschwollenes linkes Auge und Josip Tomic die fünfte Gelbe Karte einbrachte. Der äußerst emsige Sechser verpasst damit das nächste BSV-Spiel gegen St. Pauli II und darf ein wenig regenerieren. Denn am Samstag musste er oft auch auf Rehdens anfälliger linker Seite aushelfen.

Von dort fiel auch der Gegentreffer: Betani-Baku versuchte noch, Götz an der Strafraumgrenze zu stellen, doch der verlud den Stürmer und schloss von rechts ins lange Eck ab. „Wir haben eine gute Moral bewiesen“, meinte er zu seinem Ausgleich. Die Einstellung der Gäste stimmte aber ebenfalls. „Und wenn wir von der Art und Weise so weitermachen, sollten wir in der Regionalliga bleiben“, urteilte Becken.

Von Cord Krüger

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