Startnummer 14: Christian Walz

Christian Walz

Dass Christian Walz (Mitte) auch bei internationalen Wettkämpfen gut mitmischen kann, bewies er beim Ironman 70.3 Kraichgau mit einem 28. Platz unter etwa 300 Alterskonkurrenten in 4:44:42 Stunden. Es war ein weiterer Erfolg des 45-jährigen Triathleten. Foto: el

Stuhr. „Wenn Du nur mal vernünftig trainieren würdest!“ Immer wieder bekommt Christian Walz diesen Spruch zu hören. Vernünftig trainieren – der Tri-Wolf vom LC Hansa Stuhr weiß nur zu gut, was das bedeutet. Doch die Zeiten, in denen der ehemalige Leistungsschwimmer alles andere dem Sport untergeordnet hat, sind vorbei. Jetzt, mit 45 Jahren, ist Triathlon für ihn ein Freizeitsport, den er allerdings mit einem gewissen Anspruch an sich selbst betreibt. Der Trainingsaufwand ist überschaubar, die Erfolge dafür erstaunlich: Bei den Landesmeisterschaften im Sprinttriathlon sicherte sich Walz zur eigenen Überraschung den Landesmeistertitel in seiner Altersklasse, nachdem er sich kurz zuvor beim Ironman 70.3 Kraichgau im Vorderfeld behauptet hatte.

Irgendwie will Christian Walz nicht so recht in das Bild passen, das man allgemein von erfolgreichen Triathleten hat. Hohe Trainingsumfänge: Fehlanzeige. Aufsehenerregende Zieleinläufe: Fehlanzeige. Medienpräsenz: Egal. „Es ist gut so, wie es ist“, sagt der in Weyhe wohnende Ingenieur dazu: „Alles andere habe ich längst hinter mir.“

Seit seinem zwölften Lebensjahr war Walz zuvor als Schwimmer und Wasserballer aktiv – zuletzt auf sehr hohem Niveau. Mit dem SV Bremen 10 gelang in der 2. Bundesliga die Meisterschaft. Für Walz bedeutete dies jahrelang: Kacheln zählen ohne Ende, bei bis zu 14 Trainingseinheiten pro Woche. Mit Anfang 30 war damit Schluss. Die Familie, mittlerweile sind die Kinder 14 und 16 Jahre alt, sowie die eigene Firma rückten in den Vordergrund. Und das Interesse an Triathlon war geweckt. Ausgerechnet Triathlon, der allgemein mit zeitaufwändigem Training verbunden ist.

Es geht aber offenbar auch anders. „Die Schwimmtechnik verlernt man nicht, mir reicht da eine Einheit wöchentlich vor der Arbeit mit den ,Early birds’, erklärt Walz. „Gelaufen wird mit den Weyher Sportfreunden. Und bei einem Arbeitsweg von 20 Kilometern komme ich auf 120 Wochen-Kilometer mit dem Rad, dazu eine Einheit am Wochenende. Mehr ist bei einer Arbeitswoche von über 50 Stunden nicht drin.“

Dass er damit auf Landesebene vorne mitmischen würde, hatte Walz nicht erwartet. Bei den Landesmeisterschaften im Sprint (500 m Schwimmen, 21 km auf dem Rad und fünf km Laufen) in Peine Mitte Juni legte er die fünftschnellste Schwimmzeit aller Starter vor und kam nach 1:04:55 Stunden ins Ziel. Mit dem Gefühl, die Sache ganz ordentlich hingekriegt zu haben, verabschiedete sich Walz von seinem Landesligateamkollegen und machte sich auf den Heimweg. Erst unterwegs erfuhr er per Telefon von seinem ersten Titelgewinn als Triathlet! Nebenbei hatte er mit seinem Ligateam mit Platz drei das beste Saisonergebnis geschafft. Dass er auch bei internationalen Wettkämpfen gut mitmischen kann, hatte er nur zwei Wochen zuvor beim Ironman 70.3 Kraichgau mit einem 28. Platz unter rund 300 Alterskonkurrenten in 4:44:42 Stunden bewiesen.

Als die Triathlon-Saison zu Ende war, packte ihn dann doch noch mal der Ehrgeiz. Gemeinsam mit Vereinskollegen ging er das Unternehmen „Bremen-Marathon unter drei Stunden“ an. Mit achtwöchiger Vorbereitung ging die Rechnung in 3:01:39 Stunden fast auf.

Damit ist die Saison für Freizeitsportler Walz bestens gelaufen. 2017 soll es eine Fortsetzung geben: „Ich habe mir die Landesligatermine vorgemerkt, da sollte fürs Team mehr drin sein als in diesem Jahr. Und natürlich ist eine neue Marathonbestzeit geplant. Wenn ich dann noch in der Organisation zu einem weiteren gelungenen Silbersee-Triathlon beitragen kann, ist das jetzt für mich an sportlichen Erfolgen mehr als genug.“ el

BU: Dass Christian Walz (Mitte) auch bei internationalen Wettkämpfen gut mitmischen kann, bewies er beim Ironman 70.3 Kraichgau mit einem 28. Platz unter etwa 300 Alterskonkurrenten in 4:44:42 Stunden. Es war ein weiterer Erfolg des 45-jährigen Triathleten. Foto: el

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