Trainer Uwe Brunn verlässt den BSV Rehden / Rücktrittsangebot im Februar

Einklang zum Ende

Ihm fehlt die Zeit, Beruf und Fußball unter einen Hut zu bringen. Daher verlässt Uwe Brunn (vorn) den BSV Rehden ·

Kreis-Diepholz - Von Arne HelmsREHDEN · Die Zeit ist abgelaufen. Uwe Brunn und der BSV Rehden gehen am Saisonende nach über zwei Jahren getrennte Wege – eine einvernehmliche Entscheidung, wie der Trainer und sein Boss Friedrich Schilling betonten. Gestern Abend beim Training erfuhr die Mannschaft des Fußball-Oberligisten davon.

Nicht etwa die trotz Platz sechs wenig erbauliche aktuelle Saison habe den Ausschlag gegeben, sagte Brunn, sondern die „aufgebrauchten Akkus“. Sein Job als Versicherungs-Vertreter und der Fußball zusammen seien „fast nicht zu schaffen. Ich habe versucht, alles zu bewältigen, jetzt fehlt mir die Kraft.“ Obwohl der 43-Jährige schon auf der Tribüne des Westfalenligisten FC Eintracht Rheine gesichtet wurde („dort habe ich mit niemandem über eine Trainertätigkeit gesprochen“), tendiert er daher zu einer Pause. Der Zusatz „aus heutiger Sicht“ lässt jedoch erahnen: Der Sommerurlaub, den Brunn mit seiner Familie gerne mal wieder machen würde, ist noch nicht gebucht . . .

Der Abgang des Osnabrücker Torwart-Denkmals hatte sich in Rehden angedeutet. Brunn selbst bekannte, dass die Entscheidung für ihn persönlich „schon länger klar“ gewesen wäre. Nun fühlt er sich „befreit und erleichtert“. Erst gestern kam ans Tageslicht, dass Brunn schon nach der 1:3-Niederlage in Ottersberg (20. Februar) seinen Rücktritt angeboten hatte. „Allerdings eher, um die Leute wachzurütteln“, stellte der Ex-Profi klar. Der Coach hatte damals erstmals öffentlich das Wort Abstieg in den Mund genommen und so eine „Brandbombe“ (Brunn) gelegt.

Davon aufgeschreckt, bannte der BSV die Gefahr mit 18 Punkten aus neun Spielen, doch die Kritik im Umfeld des Vereins – vor allem an der Nichtberücksichtigung Rehdener Eigengewächse wie Jannik Schilling oder Johann Kschuev – verstummte nicht. „Aber das war kein Grund für mich aufzuhören. Man kann es den Leuten eben nicht immer recht machen“, sagte Brunn. Das gelte auch für sein Team: „Elf Spieler laufen auf. Für die bist du der Gott. Und für die anderen neun bist du eben der Penner.“ Das sei das Schicksal eines Trainers.

Die große Abrechnung ist von Brunn nicht zu erwarten: „Man muss keine Gräben ziehen, die es nicht gibt.“ Vor allem Friedrich Schilling gilt als großer Brunn-Fan. Erst „nach langem Hin und Her“ habe sich der BSV-Chef für eine Neuorientierung entschieden. „Die Kritik an Uwe kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin mit ihm zufrieden. Erst hat er uns vor dem Abstieg gerettet, dann sind wir sensationeller Dritter geworden. Und in dieser Saison können wir unser Ziel, Fünfter oder Sechster zu werden, auch erreichen“, zählte er gestern auf.

Doch weil die Abnutzungserscheinungen bei Uwe Brunn zu groß geworden sind, gibt es jetzt den Schnitt. Seit Montag glühen Schillings Telefonleitungen. Allein gestern seien ihm vier Trainer ans Herz gelegt worden, sagte Rehdens Entscheider. Gehandelt werden bislang Wolfgang Schütte (SC Spelle-Venhaus) und Predrag Uzelac (SV Hansa Friesoythe), beide in der Landesliga Weser-Ems zu Hause. Ohne die beiden Namen zu kommentieren, ließ Schilling durchblicken: „Ich habe einen Favoriten, der nicht aus unserem Landkreis kommt. Wenn ich mich mit dem einige, wird es mit der Entscheidung nicht lange dauern.“

Uwe Brunn, dem noch neun Spiele auf der BSV-Bank bleiben, wünschte seinem Nachfolger schon mal alles Gute: „Wenn noch ein paar neue Spieler kommen, kann das nur eine Erfolgs-Story werden.“ Brunn will diesen Aufwand nicht mehr betreiben und sagt nach dann 79 nervenaufreibenden Partien tschüss.

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