Ganz Eystrup freut sich auf Hannover 96 / Slomka will Nationalspieler fit halten

Die eingeplante „Klatsche“

Ein Bild vom bisher letzten Auftritt Hannovers in Eystrup: 1998 liefen unter anderem Nürnbergs heutiger Trainer Dieter Hecking (vorn) und Heinz Müller, mittlerweile Keeper bei Mainz 05, auf.

Eystrup - Ihnen steht ein ganz großer Abend voller ungewohnter Gefühle bevor: Noch kein einziges Spiel haben die Fußballer des TSV Eystrup in dieser Saison verloren. Noch nie hat jemand aus dem Team von Trainer Uwe Röhrs vor 1 500 oder mehr Zuschauern gespielt. Und noch niemals zuvor bekam es jene Mannschaft mit einem Bundesligisten zu tun. Morgen Abend dürften die jungen Kicker wissen, wie sich eine Niederlage vor einer Rekordkulisse anfühlt: Aber alle freuen sich mächtig auf die Partie gegen Bundesligist Hannover 96, der bis auf zwei Urlauber in Bestbesetzung zur Eystruper Sportanlage kommt. Für das um 19 Uhr startende Freundschaftsspiel gibt Röhrs vor allem als Devise aus: „Die Jungs sollen es genießen.“

Natürlich weiß der Coach des Tabellenzweiten in der 1. Kreisklasse Nord, dass es gegen den Europa-League-Teilnehmer nichts anderes als eine deftige Schlappe setzen kann. „Aber wenn nur einer von meinen Jungs ein Kopfball-Duell gegen Sergio Pinto gewinnt oder jemand Didier Ya Konan tunnelt, kommt derjenige nach solchen kleinen Siegen aus dem Grinsen nicht raus“, ahnt Röhrs – „dann ist es egal, dass er sonst meist hinterherhechelt“.

Auch sein Trainerkollege Mirko Slomka hofft, dass „für beide Teams der Spaß im Vordergrund steht“. Aber er unterstreicht: „Wir wollen in solchen Spielen die Gegner nie unterschätzen.“ Er möchte neue Varianten in der Aufstellung testen, stellt aber klar, dass er mehr als den zweiten Anzug aufbietet: „Wir haben einige Nationalspieler, die dringend im Rhythmus bleiben müssen, um für ihr Land eine gute Leistung bringen zu können.“

Röhrs wiederum gab seiner Ersten noch einige Minimalziele mit auf den Weg. Ein 0:18 wie im Sommer 1998, als Eystrup die „96-er“ mit Dieter Hecking, Carsten Linke, Gerald Asamoah & Co. empfing, will er jedenfalls nicht sehen: „Ich habe 1985 mal mit dem TSV Hassel gegen Hannover 0:13 verloren – mehr darf es nicht werden“, fordert Röhrs. Als Antwort darauf hänselten ihn seine selbstbewussten Spieler als „Opa, der doch damals schon Knoten in den Beinen hatte“.

Über derartige Frechheiten sieht Röhrs hinweg – aber er pocht auf mindestens einen oder zwei Ehrentreffer. Dass ihm zurzeit in Person von Tolga Lambrich und Ralf Röver fast der komplette Sturm verletzt fehlt, will er nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Wir haben einige Bezirksliga-erfahrene und viele junge, schnelle Spieler – da kommen wir ganz sicher das eine oder andere Mal nach vorn.“

Auf der anderen Seite soll der Bundesliga-Vierte so oft wie möglich in oder vor der Abwehr hängen bleiben. Dafür muss unter anderem Bastian Broschwitz als „Sechser“ sorgen. Gestern feierte er seinen 21. Geburtstag – aber das Fest des Jahres steigt für ihn morgen Abend, wenn sich sein „Kindheitstraum“ erfüllt. „Wir alle freuen uns riesig auf dieses Spiel solch Klasse-Fußballer und sind unserem Verein unglaublich dankbar, dass er uns so etwas ermöglicht“, sprudelt es aus dem Defensivmann heraus. Einem Duell fiebert er besonders entgegen: „Es wäre schön, wenn ich mal auf Konstantin Rausch treffen würde – der ist genauso alt wie ich und spielt so viele Klassen höher…“ · ck

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