Vor einem Jahr brach sich Svend Kafemann das Sprunggelenk – jetzt ist der FC-Stürmer wieder am Ball

Die Rückkehr des Leidgeprüften

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Morgen ist es genau ein Jahr her, dass sich Svend Kafemann in einem Testspiel schwer verletzte. Nun ist der Stürmer und Kapitän des Fußball-Bezirksligisten FC Sulingen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Sulingen - Von Arne Flügge. Der 14. Februar 2015 hat das Fußballer-Leben des Svend Kafemann komplett auf den Kopf gestellt. Im Testspiel gegen Oberligist TB Uphusen brach sich der Stürmer von Fußball-Bezirksligist FC Sulingen das rechte Sprunggelenk, der Fuß war komplett ausgerenkt. Morgen ist das Schreckensszenario („Es war die Hölle“) genau ein Jahr her – und endlich sieht der 27-Jährige wieder Licht am Ende des Tunnels. Kafemann ist endlich ins Mannschaftstraining eingestiegen, erzielte zuletzt im Testspiel beim 6:2 gegen die eigene Zweite auf Anhieb ein Tor. „Und das“, sagt er, „war ein richtig geiles Gefühl.“

Allerdings warnt der sympathische Fußballer davor, die Erwartungen an ihn gleich zu hoch zu schrauben. „Ich habe mich riesig über mein Comeback gefreut. Es hat unheimlich Spaß gemacht, wieder auf dem Platz zu stehen. Doch für ein komplettes Pflichtspiel reicht es noch nicht.“

Anfang Dezember wurden bei Kafemann die Platten und Schrauben im Sprunggelenk entfernt. Danach ist es noch einmal deutlich besser geworden. „Doch noch immer fühlt sich mein Fuß nicht optimal an“, sagt er. Bei höherer Belastung wird er unbeweglicher und schwillt auch noch mal an. „Von daher lasse ich von drei Trainingseinheiten zumeist noch eine aus. Ich will nichts riskieren“, erzählt der Verwaltungsfachangestellte.

Felix Klare: Vom

Flieger auf den Platz

Anfang März will Kafemann aber wieder so weit sein, seiner Mannschaft im Abstiegskampf beizustehen. Schließlich ist er der Kapitän des Teams. „Ich hoffe, dass ich dann vielleicht eine halbe Stunde helfen kann, die Spiele zu gewinnen.“ Seine Leidenszeit sei damit zwar noch nicht zu Ende, „aber ich bin auf einem guten Weg. Wichtig ist, das irgendwann alles wieder richtig gut ist.“

Denn Kafemann ist ein Leader, eine Führungspersönlichkeit, die der FC Sulingen in der Hinrunde in dieser Art nicht hatte. Allein seine Rückkehr ins Mannschaftstraining habe dem Team einen unglaublichen Schub gegeben.

Das sagt einer, der es wissen muss: Trainer Pedro Pinheiro. „Svend hat eine unheimliche Ausstrahlung auf dem Platz. Wir freuen uns riesig, dass er wieder zurück ist“, sagt der Coach. Aber natürlich weiß auch Pinheiro, dass sein Hoffnungsträger erst einmal vorsichtig an die Belastung herangeführt werden muss. „Man merkt Svend an, dass es noch nicht ganz rund läuft. Er ist von den Bewegungen her noch nicht der alte Svend. Aber wir versprechen uns alle viel von seiner Rückkehr. Er macht ständig Fortschritte.“

Das Comeback von Svend Kafemann ist aber nicht die einzige gute Nachricht, die der in dieser Saison nicht gerade erfolgsverwöhnte FC Sulingen zu bieten hat: Felix Klare ist zurück und mit ihm wohl auch die nötige Stabilität in der Abwehr, die den Sulingern zuletzt gefehlt hatte. Der 25-Jährige („Ich wollte einfach mal raus, Abstand gewinnen“) war in den vergangenen fast elf Monaten in Kanada, Bali, Neuseeland und Australien. Eigentlich hatte der Defensivspieler vorgehabt, noch etwas länger zu bleiben. Doch angesichts der prekären Situation beim Club „ist er früher gekommen. Felix ist am 30. Januar gelandet und stand am 31. Januar bereits auf dem Trainingsplatz. Er wollte mit uns die Vorbereitung absolvieren“, berichtet Pinheiro. Und Klare ließ gleich via Facebook wissen, was er unter konsequentem Defensivverhalten versteht: „Lang und weit bringt Sicherheit!“

In Felix Klare ist also eine zweite tragende Säule zurück beim FC Sulingen. Im Test gegen die Zweite spielte der 25-Jährige auf der Sechs, er kann natürlich auch alle Verteidigerpositionen einnehmen. „Felix ist mega-flexibel, und ich bin mir sicher, dass er uns schnell weiterhelfen kann. Im Spiel hat das schon gut geklappt“, freut sich Pinheiro, der noch keine feste Position für den Spieler vorgesehen hat: „Ich plane ihn da ein, wo er der Mannschaft am besten hilft.“

Klare sieht sich nach den ersten Trainingseinheiten auf einem guten Weg. „Mir wird ja eine gewisse Grundkondition nachgesagt“, schmunzelt der Abwehrspieler. Allerdings: „Ich hatte fast elf Monate keinen Ball vor dem Fuß. Das Kicken mit den Jungs hat mir in dieser Zeit auch am meisten gefehlt“, räumt der Fußballer ein.

Wieder beim Team zu sein, ist für Klare „einfach nur schön und angenehm. Es macht unheimlich viel Spaß, wieder Fußball zu spielen.“ Und jetzt will er seinen Beitrag dazu leisten, „dass wir in der Bezirksliga da unten rauskommen“. Natürlich hatte der 25-Jährige über die Whats-App-Gruppe Kontakt mit seinen Kumpeln vom FC Sulingen und war über die Ergebnisse stets informiert. „Ich habe das mitbekommen und gemerkt, dass es nicht so läuft“, berichtet Klare. Also entschied er sich, ein paar Wochen früher zurückzukehren. „Ich habe Pedro dann geschrieben.“ Und schon war er mit Beginn der Vorbereitung da. „Leider war die erste Trainingseinheit ohne Ball. Ich hatte mich doch so auf die Kugel gefreut“, grinst Klare.

Dass er zusammen mit Svend Kafemann zu Hoffnungsträgern im Sulinger Abstiegskampf wird, ist für Felix Klare kein Problem. „Es ist vielleicht gar nicht schlecht, dass der Druck jetzt auf Svend und mich verteilt wird. Wir können damit umgehen“, meint Klare. Damit hätten die anderen Spieler dann mehr Zeit, „die Köpfe freizubekommen, sich neues Selbstbewusstsein zu holen“.

Denn die mentale Unsicherheit, so sagt es auch Trainer Pedro Pinheiro, sei in den vergangenen Monaten mit ein Grund gewesen, warum sich die Mannschaft teilweise selbst im Weg stand. Mit der Rückkehr der lang vermissten Führungsspieler Kafemann und Klare könnte nun für den FC Sulingen die Wende zum Guten gelingen.

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