Duell am Großmarkt-Wochenende

David Schiavone: „Es war eine super Zeit“

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Den Platz und das Eingangstor kennt David Schiavone aus seiner aktiven Zeit bei der SG Diepholz. Donnerstag kehrt der 39-jährige Trainer des TuS Lemförde an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Diepholz/Lemförde - Von Carsten Drösemeyer. Wenn David Schiavone Donnerstag Abend als Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Lemförde das Diepholzer Mühlenkampstadion betritt, dann dürfte der 39-Jährige dort noch jeden Grashalm persönlich kennen.

Schließlich pflügte er von 2006 bis 2015 als Abwehrrecke der SGD den Rasen um und trifft jetzt erstmals in einem Pflichtspiel auf seinen Leib- und Magenverein. Mit welchen Gefühlen er in diese Partie hineingeht, und ob Schiavone sich bereits auf den legendären Diepholzer Großmarkt freut, verrät der Chemiefacharbeiter im Gespräch.

Herr Schiavone, Donnerstag beginnt mit dem Großmarkt in Diepholz die „fünfte Jahreszeit“, und Sie müssen ausgerechnet mit Lemförde gegen Ihre alte Liebe antreten. Der Spielplan scheint Humor zu haben...

David Schiavone: (lacht) Das stimmt. Zumal ich am Freitag mit vielen Ex-Kollegen dort auch aufschlage. Bei einer Niederlage müsste ich mir wohl viele Frotzeleien anhören.

Also gibt es noch Kontakt zur „goldenen Generation“ der SGD?

Schiavone: Natürlich. Es war doch eine super Zeit. Wir treffen uns immer als „alte SG Diepholz“ jährlich zur Weihnachtsfeier, organisieren Kohltouren und sind natürlich freitags auf dem Großmarkt unterwegs. Erst gibt es ein reichhaltiges Frühstück und danach einige Kaltgetränke (grient).

Wer ist denn von damals noch alles dabei?

Schiavone: Da gibt es einige. Florian Scharnitzky, Jörg Behrens, Sven Pottkamp, Torben Kolkhorst, Dino Maieli – und eigentlich auch Marcell Katt. Aber der geht als Diepholzer Trainer morgen wohl eher mit seiner Mannschaft über den Markt (schmunzelt).

Und Ihr Team hat dann auch „Ausgang“? Oder hängt das vom Ergebnis ab?

Schiavone: (lacht) Falls wir gewinnen, könnte ich mir durchaus eine Belohnung für die Jungs vorstellen. Zumal ich mir dann keine dummen Sprüche in der Stadt anhören müsste.

Sie werden also in Diepholz noch erkannt?

Schiavone: Es wäre ja schlimm, wenn nicht. Ich hatte hier sportlich meine schönste Zeit und drücke der SGD immer noch die Daumen. Nur nicht unbedingt Donnerstag Abend.

Die Verbundenheit hängt wahrscheinlich auch mit den vielen Erfolgen zusammen.

Schiavone: Logisch. Wir hatten ja damals eine Riesentruppe, sind 2008 verdient Bezirksliga-Meister geworden und haben danach in der Landesliga auf Anhieb den vierten Platz erreicht; aber nicht nur wegen der Qualität der Mannschaft, fast noch wichtiger war unser Zusammenhalt.

Und welchen Anteil hatte der damalige Trainer Stefan Müller am Erfolg?

Schiavone: Einen sehr großen. Insbesondere seine Ansprachen vor dem Spiel waren legendär. Stefan kannte die Gegner in- und auswendig. Manchmal vielleicht sogar besser als das eigene Team (schmunzelt). Aber auch sein abwechslungsreiches Training war toll, und zudem hat uns Stefan menschlich super geführt.

Sie konnten sich also vom Trainer Stefan Müller viel für die eigene Karriere als Coach abschauen.

Schiavone: Auf alle Fälle. Die längste Zeit meiner sportlichen Laufbahn habe ich ja mit Stefan zusammengearbeitet. Vieles versuche ich ähnlich zu handhaben wie er. Obwohl ich natürlich trotzdem meinen eigenen Weg gehe.

Ein Weg, der Sie zum TuS Lemförde geführt hat. Darf man eigentlich als Ex-Diepholzer mit dem „kleinen Bruder“ in der Kreisstadt gewinnen?

Schiavone: (grinst) Das hoffe ich doch. Obwohl mich dann viele alte Bekannte wie der jetzige Vereinsboss Frank Werner wohl erst etwas schief ansehen würden. Aber Donnerstag kehre ich halt erstmals als Gegner zurück. Ab morgen wünsche ich der SGD dann wieder alles Gute.

Hand aufs Herz: Worauf freuen Sie sich mehr? Mit Lemförde in Diepholz zu punkten oder auf die Großmarkt-Feier mit den alten Kollegen?

Schiavone: Fiese Frage. Vielleicht sollten wir uns Donnerstag Abend die Punkte teilen. Dann könnten morgen alle den Tag noch besser genießen (lächelt). Aber unabhängig vom Ergebnis dürfte es Donnerstag so oder so ein schöner Abend werden. Ich kenne ja noch viele Leute im Verein und bin glücklich, mal wieder hier sein zu können.

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