Weyhe gelingt der Bundesliga-Aufstieg

„Eine Saison wie gemalt“

Meisterlich: Die B-Jugend des SC Weyhe, die im Mai ihre herrausragende Saison mit dem Titel in der Fußball-Regionalliga und dem Ausftieg in die Bundesliga krönte.

WEYHE (dn) · Viel hatte im Frühjahr 2009 nicht gefehlt, und einer der größten Erfolge in der 96-jährigen Vereinsgeschichte des Sportclubs Weyhe hätte niemals stattgefunden.

„Als wir an der Tür zur Fußball-Bundesliga klopften, wollten im Verein einige einen Rückzieher machen“, erzählt Julian Kreienhoop, der Meistertrainer der Weyher B-Junioren. Weil sich die Verantwortlichen dann aber eines Besseren besannen, feierten die Grün-Weißen am 3. Mai den Aufstieg in die Bundesliga – und drei Wochen später auch den Titel in der Regionalliga Nord.

Der sensationelle Vorstoß in die Eliteklasse des deutschen Fußballs war der vorläufige Höhepunkt der schon seit Jahren verblüffend erfolgreichen Jugendarbeit in Weyhe. Mit dem Spieler Kreienhoop mischte der Club Ende der 90er-Jahre die A-Jugend-Regionalliga auf, im vergangenen Jahr nun gelang ihm dann als Trainer, was niemand für möglich gehalten hatte: als Aufsteiger in die Regionalliga der Durchmarsch in die Bundesliga! „Dabei hatten wir uns gar nicht allzu viel ausgerechnet“, erinnert sich der 27-Jährige, der die imponierenden 17 Zähler aus den ersten sieben Spielen zu Saisonstart zunächst als „Punkte gegen den Abstieg“ verbucht hatte.

Als Weyhe, angeführt vom überragenden Mittelfeld-Duo Malte Grasshoff und Kevin Rehling, am 13. Spieltag dann allerdings den Platz an der Sonne stürmte, kam auch Zweckpessimist Kreienhoop der Gedanke, „dass wir etwas Besonderes schaffen können – es passte einfach alles zusammen“.

Im März hatten Kreienhoop und Co., zu diesem Zeitpunkt mit neun Punkten Vorsprung Tabellenführer, jedoch noch eine Hürde abseits des Platzes zu überspringen: Angesichts des „drohenden“ Aufstiegs war einigen Weyher Verantwortlichen offenbar das Herz in die Hose gerutscht. „Es wurden furchtbare Schreckensszenarien kreiert“, erinnert sich Kreienhoop, „viele hatten Zweifel, ob wir organisatorisch für die Erste Liga tauglich sind.“ Am Ende siegte aber auch beim Vorstand die Lust auf das „Abenteuer Bundesliga“.

Die Mannschaft leistete in den folgenden Partien ihren sportlichen Beitrag. Nach einem Zwischenspurt von sieben Siegen in Serie machte der SC Weyhe mit einem 3:2 bei Eintracht Braunschweig bereits fünf Spieltage vor Saisonende den Einzug in die Beletage perfekt, die Meisterschaft folgte zwei Spieltage später durch ein 2:0 gegen den VfB Lübeck. „Das war eine Saison wie gemalt“, schwärmt Kreienhoop noch heute. Die Mannschaft hatte sich einen riesigen Traum erfüllt.

Doch im Sommer folgte der Umbruch; normal im Jugendfußball. Das Gros der Meistermannschaft rückte aus Altersgründen in die A-Jugend auf, Grasshoff und Rehling versuchen in dieser Saison zusammen mit Janek Piontek und Falk Siegel ihr Glück beim großen Nachbarn Werder Bremen. „So etwas macht sich eben bemerkbar“, sagt Kreienhoop mit Blick auf das aktuelle Bundesliga-Tableau, in dem Weyhe das Ende ziert.

Den Erfolg mit Meisterschaft und Bundesliga-Aufstieg kann dem SC Weyhe aber niemand mehr nehmen.

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