Erstmals tritt der „Dorfverein“ heute beim BV Cloppenburg an – und träumt sogar von einem Sieg

Was für eine Premiere für Rehden

Fünf Jahre spielte Sergej Dikhtiar in Cloppenburg – heute kehrt er mit dem BSV Rehden an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Kreis-Diepholz - REHDEN (kni) · Es wirkt fast so, als müsste sich Friedrich Schilling schnell noch einmal zwicken. Selbst für den gewieften Vorsitzenden des Fußball-Oberligisten BSV Rehden ist dieses Spiel heute Abend beim BV Cloppenburg (19.30 Uhr) etwas „ganz Besonderes“, denn noch nie durfte sein „Dorfverein“ beim Traditionsclub um Punkte kämpfen. „Früher hätten wir es nicht gewagt, nur daran zu denken, dort einmal zu spielen“, erinnert sich Schilling. Aber Selbstbewusstsein hat der BSV-Macher trotzdem noch genug: „Vor Jahren haben wir uns gefreut, dass wir endlich gegen Lohne spielen durften. Mittlerweile haben wir Lohne überholt. Und natürlich hoffe ich, dass wir in Cloppenburg gewinnen. In der Tabelle sind wir ja fast auf Augenhöhe.“

Aktuell nimmt der BVC Rang zwei ein, Rehden liegt auf Platz fünf. Und das Hinspiel hat gezeigt: Der BSV ist dem Regionalliga-Absteiger mehr als ebenbürtig, die Gäste wurden 3:0 abgefertigt. „Das war unser einziges Spiel, in dem uns von vorne bis hinten gar nichts gelungen ist“, sagte BVC-Co-Trainer Mario

nKommen mehr als

n1 000 Zuschauer?

Neumann kürzlich der „Münsterländischen Tageszeitung“. Die Rehdener hören das gar nicht gerne – und so kontert Coach Uwe Brunn: „Es war auch nicht unser bestes Spiel.“

Das lässt für heute einiges erwarten, falls beide Teams tatsächlich einmal gleichzeitig in Topform sein sollten. Der Start ins neue Jahr ist beiden jedenfalls geglückt: Rehden siegte daheim gegen Bückeburg mit 2:0, Cloppenburg setzte sich in Hameln mit 2:1 durch. „Der BVC ist extrem offensivstark“, sagt Brunn und verweist auf die Statistik: In 18 Spielen ließen es die Cloppenburger bemerkenswerte 60 Mal krachen. Rehden schaffte dagegen in 17 Spielen „nur“ 36 Treffer.

Aber dafür hat der BSV im Gegensatz zur recht jungen BVC-Truppe jede Menge Erfahrung. Und da wären ja auch noch die zahlreichen Ex-Cloppenburger im Team der Rehdener. Sergej Dikhtiar und Maarten Schops wurde Ende der vergangenen Saison vom BVC aussortiert und landeten dann in Rehden. Alexander Burgardt, René Damerow und Baya Baya trugen ebenfalls schon das Trikot der heutigen Gastgeber. „Ich gehe davon, dass sich unsere Ex-Cloppenburger zerreißen werden und es ihrem ehemaligen Club zeigen wollen“, meint Schilling. Doch Dikhtiar bleibt – zumindest nach außen hin – ganz cool: „Ich hatte fünf Jahre Zeit, mich dort zu beweisen. Ich bin höchstens ein kleines bisschen mehr motiviert als sonst.“

Trainer Brunn mahnt in dieser Angelegenheit sogar zu Besonnenheit: „Ich habe nichts davon, wenn einige von uns überdrehen. Rote Karten wie am vergangenen Wochenende ärgern mich maßlos.“ Gegen Bückeburg hatte sich Benjamin Möllers eine Tätlichkeit geleistet und fehlt deshalb heute in Cloppenburg. Genauso wie wohl auch Baya Baya (Grippe).

Beide kommen somit nicht in den Genuss einer Mega-Kulisse. „1 000 Zuschauer sollten es schon sein. In Cloppenburg herrscht gerade eine große Euphorie. Vielleicht werden es ja noch mehr“, hofft Brunn. Gar nicht auszudenken, was bei den Rehdenern passieren würde, falls dort der große Coup gelingen würde. Schilling behauptet zwar, keine Sonderprämie ausgelobt zu haben, doch der BSV-Boss würde sich ganz bestimmt etwas für seine Mannschaft einfallen lassen.

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