Otten verlässt Seckenhausen nach 5:1 gegen Wetschen / „Sein Trikot ist groß“

Eine Ode an Otze

Seckenhausen - Von Arne HelmsEr streifte die Kapitänsbinde seinem Nachfolger Julian Michel über und ging die letzten paar Meter im Trikot der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst unter dem Applaus seiner Mitspieler vom Feld: Sascha Otten machte am Sonnabend einen Haken hinter vier Jahre beim Bezirksligisten. Währenddessen schauten die Fußballer des TSV Wetschen ziemlich bedröppelt drein, desillusioniert vom 1:3-Zwischenstand. Sechs Tage vorm Bezirkspokal-Halbfinale kassierten sie am Ende sogar ein empfindliches 1:5 (1:1).

Gäste-Coach Franz-Josef Ripke musste sich ausdrücklich „zurückhalten“, dem Zorn nicht freien Lauf zu lassen. Es sollte ein richtungsweisendes Spiel für den Pokal-Showdown in Harsum (Freitag, 20 Uhr) werden, nun hoffte Ripke inständig, dass es nicht tatsächlich richtungsweisend war. Ohne den kranken Marcus Pfannenschmidt waren die Wetscher am Ende einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit 1:0 (43.) in Führung gegangen. Den abgefälschten Schuss von Marcell Katt beantwortete Marcel Dörgeloh für Seckenhausen aber umgehend mit dem 1:1 (44.). Er profitierte von einem Fehler Mike Jahns. Wetschens Torwart hatte einen Flugball fallen lassen – wollte sein Missgeschick jedoch nicht wahrhaben. Er fühlte sich zu hart angegangen und schimpfte wie ein Rohrspatz auf den guten Schiedsrichter Moritz Borchardt ein. Kein guter Stil, sein Coach sprach später von einem „Geschenk“ an die TSG.

Deren Coach Wilco Freund beorderte Sascha Otten nach der Pause auf die Spielmacherposition – eine Maßnahme, die sich auszahlte. Mit einem Schuss von der Strafraumkante erzielte der 28-Jährige, von seinen Mitspielern stets „Otze“ gerufen, das 2:1 (51.). Auf diese Dynamik darf sich jetzt der TSV Melchiorshausen freuen. „Er wird mir menschlich und spielerisch fehlen, gerade mit seiner Flexibilität. Sascha war eine zentrale Figur bei uns, das Trikot mit der Nummer sechs ist recht groß“, besang Wilco Freund die Qualitäten seines Kapitäns.

Noch sei kein Ersatz gefunden, so Freund, der allerdings auch nicht mit aller Macht „einen großen Namen“ als Nachfolger präsentieren will. In der Innenverteidigung war Otten ebenfalls oft zum Einsatz gekommen. Weil Eike Müller „eine schöpferische Pause“ einlegt, wiegt der Verlust des kopfballstarken Otten noch schwerer. „Aber in der Truppe steckt noch viel Potenzial. Sie können es auch in der nächsten Saison unter die ersten Sechs schaffen“, glaubt Otten.

So weit wollte und konnte Franz-Josef Ripke nach dem Außenrist-Tor von Dörgeloh (70.), dem von Julian Dannemann (85.) abgeschlossenen Konter und dem 30-Meter-Traumtor von Fabian Timmermann (89.) nicht denken. Er legte sich stattdessen schon die Worte zurecht, mit denen er seine Mannschaft aufzuwecken gedenkt. „Wenn ich jetzt als Spieler da drinnen sitzen würde“, sagte Ripke und deutete mit dem Finger Richtung Kabine, „hätte ich so viel Frust, mich bräuchte niemand mehr ansprechen. Wenn heute jemand aus Harsum da war, werden die vor uns keine Angst haben.“

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