Corona nur bedingt bemerkbar: TV Syke verliert beim Saisonauftakt dramatisch

(K)ein Spiel wie jedes andere

Beratung während des Doppels: Lennardt Schröder (re.) und Fabian Tinzmann mit Trainer Jens Kirchheck (li.).
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Beratung während des Doppels: Lennardt Schröder (re.) und Fabian Tinzmann mit Trainer Jens Kirchheck (li.).

Syke – Eigentlich wirkt alles wie immer. Wie ein ganz normales Tennispiel. Im Vorfeld wird zwar auf den Handshake verzichtet, stattdessen wird sich per Faust begrüßt. Aber ansonsten sind keine großen Unterschiede auszumachen. Trotz Corona. Die vier Akteure vom TV Syke spielen sich vor dem Verbandsklassen-Match auf ihrer heimischen Anlage ein und warten auf ihre Gegner. Kapitän Lennardt Schröder grüßt mit einem freundlichen: „Perfektes Wetter heute.“ Nach und nach trudeln die Gäste ein, und da ist dann auch ein kleiner Unterschied zur Nicht-Corona-Saison zu erkennen: Sie kommen aus Lohne (TV Lohne III) – alle einzeln. Fahrgemeinschaften sind ja nicht erlaubt.

Wegen der geschlossenen Gastro haben die Syker außerdem vorgesorgt: Bananen und Äpfel liegen aus, Wasser steht griffbereit. Ansonsten ist die Veranstaltung genau das, was sie sein sollte: Ein Tennis-Punktspiel.

Los geht’s. Die vier Einzel starten nahezu zeitgleich gegen 15.10 Uhr. Schröder beginnt standesgemäß, donnert seinen Vorhand-Return die Linie runter. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was seinen Gegner Marc Felde erwartet. Mit dem Tempo des Sykers kommt Felde nicht zurecht, auch der Aufschlag lässt ihn im Stich. Ganz anders Schröder: Er bekommt mit seinem ersten Service viele freie Punkte und feuert krachende Vorhände ins Feld. Die Nummer eins des TVS macht kurzen Prozess – 6:3, 6:1.

Der Syker ist ob des klaren Ausgangs seines Auftaktmatches „nicht unzufrieden“. Er hätte aber „gerne mehr Ballwechsel gehabt“. Grundsätzlich seien er und seine Teamkollegen „wahnsinnig froh, dass wir wieder spielen können“. Corona merkt der Kapitän aber „schon noch. Alleine an den Zuschauern, normalerweise ist die ganze Terrasse voll.“ Heute sind nur zehn Leute da, alle sitzen den Abstandsregeln entsprechend. Masken sind nicht zu sehen.

Die ungewohnte Atmos-phäre tut der Motivation der Jungs auf den Plätzen aber keinen Abbruch. An Nummer zwei erwischt Christoph Semrau in beiden Sätzen einen guten Start, nimmt Gegner Kristoffer Bokern jeweils früh den Aufschlag ab und transportiert die Breaks zu 6:3-Satzgewinnen. „Ich konnte vorher nur drei- oder viermal trainieren“, sagt Semrau nach dem Match: „Fürs erste Spiel bin ich zufrieden.“

Noch glatter läuft es zunächst für Fabian Tinzmann an Position drei. Mit dem starken Aufschlag und guten Volleyspiel kommt Gegner Bernd Wienholt nicht zurecht, 6:1. Doch dann stabilisiert sich Wienholt, schlägt zurück und holt sich Durchgang zwei – 6:4. Im Matchtiebreak behält der Lohner die Nerven und gewinnt mit 10:8. Sykes Tinzmann ärgert sich: „Ich hatte noch nie in meinem Leben ein Spiel, nach dem ich mir gedacht habe: ,Heute habe ich mein bestes Tennis gespielt.‘ Und heute leider auch nicht.“

Der Nummer vier des TVS, Joris Beckmann, fehlt in den langen Ballwechseln gegen Michael Bröring häufig die Geduld – ein 2:6, 2:6 ist die Folge. Selbstkritische Analyse hinterher: „Mein Gegner konnte keinen Ball totmachen, ich aber auch nicht. Nur war ich dann derjenige, der die Fehler gemacht hat.“

2:2 steht es also vor den Doppeln, und schnell hängt alles an Schröder und Tinzmann. Denn: Beim Stand von 0:6, 0:1 müssen Semrau und Beckmann gegen Felde und Bröring aufgeben. „Knie, Hüfte, alles tut weh“, meint der ausgepowerte Semrau: „Es geht einfach nicht mehr.“

Und auch im anderen Doppel läuft es nicht richtig rund, Tinzmann hat große Probleme mit seinen Aufschlagspielen, und das kostet den ersten Satz – 4:6 für Bokern und Wienholt. Doch die beiden Syker kämpfen, Tinzmann hält beim Stand von 5:5 mit zwei krachenden Assen zum ersten Mal seinen Aufschlag. Ein Break später geht es in den Matchtiebreak.

Und da läuft plötzlich bei Schröders Service nichts zusammen. Und beim Stand von 8:8 muss der Kapitän einen einen Netzroller passieren lassen. Dann segelt Tinzmanns Rückhand-Return ins Aus, 10:8 und damit insgesamt 4:2 für Lohne III.

„Es war ein bisschen unglücklich bei ein, zwei Punkten, zum Beispiel dem Netzroller zum Matchball“, hadert Sykes Nummer eins zwar, ist aber alles andere als unzufrieden: „Wir haben ein gutes Doppel gespielt, das hat Bock gemacht.“

Für den Amateursport war es ein Schritt Richtung Normalität. Auch die Spieler geraten kurzzeitig in den alten Trott, zum Abschied gibt’s dann doch den Handshake. „Wir fassen ja auch die Bälle an“, meint Schröder, „darum sehe ich das Problem nicht.“

Von Felix Schlickmann

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