„Toto“ wieder in der Bezirksliga aktiv

Thorolf Meyer: „Eigentlich bin ich bekloppt“

Sulingens Thorolf Meyer (hier ein Bild aus dem März 2015) ist wieder am Ball. - Foto: Wiechert
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Sulingens Thorolf Meyer (hier ein Bild aus dem März 2015) ist wieder am Ball.

Sulingen - Von Malte Rehnert. Es war irgendwann in der Winterpause, als Thorolf Meyer für sich entschied, seinen Körper wieder etwas mehr fordern zu wollen. „Ich bin viel gelaufen, aber das macht ja irgendwann auch keinen großen Spaß mehr“, erzählt er.

In der Alten Herren des TuS Sulingen hatte er zwar „sehr viel Spaß“, aber eben auf nicht mehr ganz so hohem sportlichen Niveau wie früher. Da traf es sich sehr gut, dass Zweitherren-Coach Sascha Jäger einen Torjäger suchte – und ihn in „Toto“ Meyer fand. 

Seit der Rückrunde spielt der 40-Jährige (zumindest vorübergehend) wieder in der Fußball-Bezirksliga. Ein bemerkenswertes Comeback – nicht nur wegens des Alters, sondern auch wegen der Verletzungs-Vorgeschichte und einer ziemlich langen Auszeit.

„Eigentlich bin ich bekloppt, dass ich mir das noch mal antue“, sagt Meyer und lacht. Seit vergangenem Sommer unterstützt er Jäger bereits als Teammanager. „Damals habe ich überhaupt nicht an eine Rückkehr gedacht“, betont er. Ein 40-Jähriger in der U 23? Das sei schwer vorstellbar gewesen. Doch dann setzte der Umdenk-Prozess ein.

Torjäger fehlte in der Hinrunde

„Ich wollte wieder ein bisschen fitter sein“, sagt Meyer, der deshalb in der Winter-Vorbereitung ein paar Mal bei der „Zweiten“ mittrainierte. „Und ich glaube, da hat er Blut geleckt“, meint Jäger, der heilfroh ist, dass sich Meyer dann einen Ruck und sein Okay für das Comeback gab. „Wir haben in der Hinrunde tollen Fußball gespielt, aber viel zu wenig Tore gemacht“, erinnert sich der Sulinger Coach und ergänzt: „Uns hat vorne einer gefehlt, der die Dinger reinmacht.“ 

Einer wie Meyer eben, der in Barnstorf, Nienburg, Syke, Lohne und Sulingen jahrelang mit seinen Vollstrecker-Qualitäten geglänzt hatte. Das weiß auch Jäger, damals öfter Meyers Gegner, noch genau. Beim SC Twistringen habe sein früherer Trainer Andreas Schultalbers immer gefordert: „Der Meyer macht kein Tor“, erinnert sich Jäger: „Es ist schon ein cooles Gefühl, so einen Spieler jetzt zu trainieren und bei den Spielen dabei zu haben. ,Toto’ ist in Sulingen eine Institution. Von ihm können sich unsere jungen Spieler einiges abgucken. Er hat nichts verlernt.“

Erstes Tor nach zehn Minuten

In seinem ersten Punktspiel in Hoya (3:1) brauchte Meyer gerade mal zehn Minuten, um sein erstes Tor zu schießen. Das zweite hätte am Wochenende folgen können, doch gegen Landesbergen (5:1) verschoss er einen Elfmeter und war mit seinem Auftritt überhaupt nicht zufrieden: „Ich war der schlechteste Mann auf dem Platz, da ging gar nichts.“ Und dann auch noch diese Beschwerden. . . „Am Montag taten mir richtig die Knochen weh. Da habe ich mich gefühlt, als hätte ich schon 80 Jahre auf dem Buckel“, scherzt Meyer.

Auch sein linkes Knie macht sich nach solchen Belastungen bemerkbar. Im Oktober 2013 hatte er sich bei einem Zusammenprall eine Horrorverletzung zugezogen: Kniescheibenbruch und Patellasehnenriss. Es drohte das Karriere-Ende, erst nach anderthalb Jahren Pause stand er wieder für die „Erste“ des TuS in der Landesliga auf dem Platz. Im Sommer 2015 zog er sich in die Alte Herren zurück. „Das Knie schwillt manchmal ein bisschen an. Völlig normal, sagen die Ärzte. Ich muss es dann einfach ein paar Tage ruhiger angehen lassen“, meint Meyer.

Im Sommer soll Schluss sein

Große Probleme hat er jedoch nicht mehr, er war in diesem Winter sogar schon zweimal Skifahren und sagt mit einem Schmunzeln: „Es war nicht ganz so einfach, weil ich einen kraftaufwendigen Stil habe. . .“ Aber, fügt er an: „Insgesamt ging es ganz gut.“ Angst, dass mit dem Knie wieder etwas passieren könnte, hat der Sulinger Routinier weder auf der Skipiste noch auf dem Fußballplatz: „Das habe ich dann gar nicht im Kopf. Sonst könnte ich auch nicht mehr spielen.“

Trotzdem: Im Sommer ist definitiv Schluss, dann hört Meyer im Herrenbereich (wieder) auf. Spätestens dann. Es könne auch sein, dass er schon in ein paar Wochen in die „Alte“ zurückkehrt. „Wir entscheiden das von Spiel zu Spiel“, erklärt er. Zur nächsten Saison kommen gleich 13 A-Junioren in den Herrenbereich, die meisten davon dürften erstmal in der U 23 landen. Meyer, der die Sulinger U 12 trainiert, schwärmt schon von den hochrückenden Talenten: „Die haben richtig gute Qualität. Und für mich ist es auch deshalb dann vorbei, weil ich keinem den Platz wegnehmen will.“

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