Ecke, Kopfball, Tor – und das auf beiden Seiten

Brinkums Stürmer Dennis Krefta machte viele Wege auch nach hinten. Vorn hatte er Pech mit einem Kopfball an die Latte. - Foto: Töbelmann

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Am Ende kaute sogar der ansonsten ruhige Jörg Bender an den Nägeln. „Ich gucke alle zehn Sekunden auf die Uhr. Hoffentlich ist bald Schluss“, meinte der Co-Trainer des Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Wenig später wirkte der Schlusspfiff des Schiedsrichters wie eine Erlösung. Mit tollem Kampf und viel Disziplin hatte sich Brinkum beim Abonnement-Meister Bremer SV das 1:1 (0:1) verdient.

„Aufgrund der zweiten Halbzeit ist das Unentschieden mehr als gerecht. Wir haben den Gegner da überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen und unsere Taktik sehr gut umgesetzt. Aber natürlich können wir uns auch bei unserem Keeper bedanken“, meinte Brinkums Coach Dennis Offermann nach der Partie. Wahrlich: Der Brinkumer Keeper hielt überragend. Wie er das Leder nach einem Kopfball von Frithjof Rathjen in der 87. Minute mit einer Hand noch aus dem Winkel geboxt hatte, war schon toll. Das musste auch Bremens Torwarttrainer Jens Fröhlich anerkennen: „Den halten in dieser Klasse nicht viele Torhüter.“

Nach Gegnerlob stand Fröhlichs Chef Sasa Pinter ganz und gar nicht der Sinn. Er ging recht hart mit Teilen seiner Mannschaft ins Gericht: „Einige tun einfach zu wenig. Dann kommt so ein Spiel heraus. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Bälle vorn nicht festgemacht. Von der Organisation her war das eigentlich okay. Aber wir haben andere Ansprüche. Darüber wird jetzt zu reden sein.“

Die Brinkumer indes redeten nach dem Abpfiff des schwachen Schiedsrichters Bastian Norden (SG Aumund-Vegesack) nicht viel. Sie tanzten und sangen im Kreis und freuten sich einfach nur.

Dabei deutete in der ersten Halbzeit noch nicht viel auf das spätere Remis beim Liga-Primus hin. Zudem mussten die Gäste den Schock wegstecken, dass Abwehrstütze Esin Demirkapi das Aufwärmprogramm vorzeitig abbrechen musste – Leistenprobleme. Für ihn rückte Mirkan Pakkan in die Startelf. Die Bremer hatten das Match im Griff, scheiterten aber mit ihren Abschlüssen immer wieder an Schimmel. Aber auch er war in der 36. Minute machtlos: Nach einer Ecke war Dennis Krefta beim Kopfball von Denis Nukic nur Zuschauer – 1:0. Brinkums beste Chance ließ zuvor Saimir Dikollari liegen (11.), der an BSV-Torwart Malte Seemann gescheitert war.

Im zweiten Abschnitt kamen die Gäste mit Mut aus der Kabine. „Wir wollten uns hier auf keinen Fall verstecken“, erklärte Schimmel. Und das wurde in der 51. Minute auch belohnt, denn nach einer scharfen Ecke von Maximilian Wirth stieg Kapitän Jürgen Heijenga hoch und nickte das Spielgerät mit viel Überlegung zum 1:1 ins Netz. „Danach war für uns sogar noch mehr drin“, meinte Schimmel.

Die Bremer wirkten geschockt vom Gegentor und danach in ihren Offensivaktionen ziemlich planlos. Bis auf den von Schimmel prächtig gehaltenen Rathjen-Kopfball sprang vorn nicht viel heraus.

Und Brinkum hätte mit einem weiteren Kopfball sogar die kleine Sensation schaffen können. In der 63. Minute setzte sich Krefta diesmal vorn durch, traf per Kopfball aber nur die Latte. Später indes freute auch er sich mit seinen Kollegen über das Remis. In der Nachspielzeit zückte Schiri Norden dann noch völlig unnötig den roten Karton gegen Bremens Boris Koweschnikow, der gegen Joshua Brandhoff nachgetreten haben soll. Brinkums Stürmer dementierte das: „Ein normales Foulspiel. Rot war da völlig überzogen.“

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