1:0 – Rehden II schlägt Vilsen im Abstiegsduell der Bezirksliga / Weißer Platz ordentlich bespielbar

Duwenhorst ist der „Schneekönig“

Dreikampf auf weißem Untergrund um einen roten Ball: Rehdens Torschütze Johannes Duwenhorst (links) und Timo Nowak bedrängen Vilsens Fabian Schlechter.

Rehden - Von Malte Rehnert · Das nennt man im Nachhinein wohl: „Alles richtig gemacht!“ Der BSV Rehden II kapitulierte gestern nicht – wie fast alle anderen Vereine – vor den Schneemassen, sondern zog sein Heimspiel in der Fußball-Bezirksliga trotz widriger Bedingungen durch.

Und dann gab’s auf fast komplett weißem Untergrund ein extrem wichtiges 1:0 (0:0) gegen den Tabellenletzten SV Bruchhausen-Vilsen. Held des Nachmittags – also quasi der „Schneekönig“ – war Johannes Duwenhorst, der kurz vor Schluss aus dem Gewühl heraus den Siegtreffer für den BSV markierte (85.).

Intensives Gesprächsthema waren vor, aber auch noch nach dem Spiel die Platzverhältnisse. Helfer hatten die Linien und die Fünfmeterräume freigeschippt, der Rest des Feldes blieb bedeckt. Trotzdem war der Nebenplatz mit der Tartanbahn einigermaßen bespielbar. Gelungene Stafetten mit dem roten Ball blieben zwar die Ausnahme, aber immerhin war’s nicht so zufallsabhängig wie im tiefen Matsch oder so gefährlich wie auf hartfgefrorenem Geläuf. Bei Fouls fielen die 22 Beteiligten wenigstens weich . . .

Dennoch: Vilsens Trainer Uwe Sieling hätte wohl lieber verzichtet. Die Frage, ob die Partie bei umgedrehtem Heimrecht stattgefunden hätte, beantwortete er mit einem „Nö“ und dem dazu passenden Kopfschütteln. Als Alibi für die Niederlage wollte Sieling die äußeren Begebenheiten jedoch nicht gelten lassen: „Rehden hatte doch die gleichen Bedingungen, die sind damit aber besser zurechtgekommen. Sie waren leichtfüßiger.“

Sein Trainerkollege Jacek Burkhardt begründete das Bestreben, die Partie auszutragen, hauptsächlich mit der ohnehin schon langen Liste der Nachholspiele: „Wir müssen in den nächsten vier Wochen sieben Mal ran, irgendwann muss es doch mal losgehen. Deswegen wollte ich unbedingt spielen.“

Die Möglichkeit, sich nach Herzenslust bei der bislang in 2010 noch punktspiellosen „Ersten“ zu bedienen, trieb Burkhardt offensichtlich nicht an. Zwar wirkten in Sören Sandmann, Jannik Schilling, Christian Hegerfeld, Erdal Ölge, Timo Nowak und dem neuen Keeper Marc Jamieson einige aus dem Oberliga-Kader mit, absolute Stammkraft war dort – bis auf Sandmann – bisher aber keiner von ihnen.

Trotzdem waren die Rehdener in der ersten Halbzeit klar besser. Doch erst vergab Nowak völlig freistehend aus fünf Metern (12.), dann köpfte Sandmann wenige Zentimeter vorbei (29.) – und das waren nur die beiden besten Gelegenheiten der deutlich überlegenen Gastgeber. „Zur Halbzeit müssen wir 3:0 führen, dann ist es vorbei“, monierte Burkhardt. „Klar war der Pausenstand glücklich für uns“, gestand Sieling.

Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste dann wesentlich besser im Spiel, ließen nur noch sehr wenig zu. Um zu gewinnen, blieben sie in der Offensive allerdings viel zu harmlos. Ein letztlich unsauber ausgespielter Konter über Christian Mewes (69.) war lange Zeit das Gefährlichste, was Vilsen zu bieten hatte. Kurz nach dem Gegentor hatte Kapitän Wilken Harf bei der hochkarätigsten und gleichzeitig letzten Gäste-Chance dann Riesenpech: Er traf mit einem strammen Schuss aus 16 Metern nur die Latte (86.).

„Ich bin sehr erleichtert“, meinte Burkhardt hinterher. Die Vilser hingegen verloren nicht nur die Partie, sondern auch den Gegner aus den Augen. Sie haben nun bereits acht Punkte Rückstand auf Rehden – bei einem Spiel mehr. Die Ausgangslage für den Tabellenletzten wird immer schlechter.

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