Friedrich Schilling und Rigo Gooßen machen die „Dorfclubs“ BSV Rehden und SV Drochtersen/Assel groß

Das Duell der Steuerberater

Friedrich Schilling

Kreis-Diepholz - Von Björn KnipsREHDEN · Wovon viele große Fußball-Vereine träumen, das haben Friedrich Schilling und Rigo Gooßen längst geschafft: Die beiden „Macher“ spielen mit ihren „Dorfclubs“ BSV Rehden und SV Drochtersen/Assel seit Jahren überregional eine große Rolle. Am Sonntag sind sie in der neuen Oberliga Niedersachsen zum ersten Mal Gegner – ab 17.00 Uhr steigt im Khedinger Stadion das Duell der Steuerberater. Denn beide Clubchefs üben den gleichen Beruf aus. Nur ein Zufall – oder steckt mehr dahinter?

Rigo Gooßen

Beide führen ihre Vereine schon eine halbe Ewigkeit, und beide haben das Heft des Handelns sehr fest in der Hand. „Das ist schon typisch Steuerberater“, schmunzelt Schilling. Der 59-Jährige hat den BSV nicht nur sportlich, sondern auch baulich groß gemacht. Statt auf der kleinen Wiese an der Bahn rollt der Ball nun in den schmucken Waldsportstätten. Gooßen hat ähnliches vorzuweisen. „Das Khedinger Stadion ist wirklich sehr schön. Auf beiden Seiten Tribünen – das hat was“, berichtet BSV-Coach Uwe Brunn, der vor zwei Wochen vor Ort war. Damals sah er eine 0:3-Pleite der Gastgeber gegen Spitzenreiter BV Cloppenburg.

Nicht nur deshalb findet sich Drochtersen auf dem drittletzten Platz wieder. Dabei hatten die Verantwortlichen nach Platz vier im Vorjahr und der Zusammenlegung der beiden Oberligen Rang fünf bis acht als Ziel ausgegeben. „Drochtersen gehört für mich zu den besseren Mannschaften. Die haben Potenzial“, sagt Brunn und fügt zum Thema Clubchefs noch augenzwinkernd an: „Also wenn deren Boss auch Steuerberater ist, dann werden sie bald wieder Erfolg haben . . .“

Natürlich nicht am Sonntag. Die drei Punkte sollen mit nach Rehden gehen und den BSV endgültig zurück in die Spitzengruppe führen. Auf Alexander Burgardt (dicker Fuß) muss Brunn dabei verzichten. Bei Benjamin Belka (Zerrung), Erdal Ölge (Fußprobleme) und Jannik Schilling (Trainingsrückstand durch Studium in Oldenburg) steht dagegen noch nicht fest, ob sie zum Kader gehören. Brunn will aber nicht jammern: „Wir haben gute Leute, und die elf Mann auf dem Platz werden Gas geben.“ So wie zuletzt beim 3:1-Sieg gegen OsterholzScharmbeck. „Das war unsere beste Leistung seit Monaten“, freut sich Brunn noch immer: „Nach der Schwächephase ist nun die Sicherheit zurück. Jetzt können wir auch wieder mehr unsere fußballerischen Qualitäten in die Waagschale werfen.“

Das auch dank Friedrich Schilling, der Brunn eine richtig starke Truppe zusammengestellt hat. „Der BSV wäre ohne Friedrich nicht dort, wo er jetzt ist“, schwärmt Brunn. So etwas ist auch aus Drochtersen (45 Kilometer nordwestlich von Hamburg) zu hören, wo Gooßen seit 30 Jahren die Geschicke des Clubs mitbestimmt. Allerdings: Mit 12 000 Einwohnern ist Drochtersen sechs Mal so groß wie die Gemeinde Rehden. Und Goosens Kanzlei soll auch größer als die von Schilling in Diepholz sein. Damit aber nicht genug: Während Schilling vergangene Saison darauf verzichtete, die Regionalliga-Lizenz zu beantragen, holte sich Gooßen grünes Licht vom DFB. „Da werde ich ihn am Sonntag mal fragen, wie er das gemacht hat“, sagt Schilling. Erste Kontakte hat es schon gegeben – beim Staffeltag mit den Augen und zuletzt am Telefon mit den Ohren. Wegen einer Großveranstaltung bat Gooßen den Kollegen um eine Spielverlegung auf 17.00 Uhr. Schilling willigte ein – auch deshalb, weil der 50-Jährige „einen ganz vernünftigen Eindruck machte“. Über die neuesten Steuertricks will er mit Goosen aber nicht plaudern: „Es geht hier doch um Fußball.“

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