Wetschens Nils Unger ist Vorbereiter und Vollstrecker in einem: Schon acht Tore

Ein Dribbler vor dem Herrn

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Für Nils Ungers Gegenspieler ist es durch seine gebückte Körperhaltung und die enge Ballführung kaum möglich, den 26-Jährigen mit legalen Mitteln die Kugel abzuluchsen.

Wetschen - Von Daniel Wiechert. Es verbietet sich eigentlich von selbst, egal welchen Spieler dieses Planeten mit Lionel Messi, diesen Ausnahmekönner, zu vergleichen.

Dennoch: Wenn Wetschens Nils Unger derzeit auf dem Platz steht, wirkt es, als wehe ein klitzekleiner Hauch Messi durch die Bezirksliga.

Wie Lio Messi hat Unger einen extrem tiefen Körperschwerpunkt, dadurch sind seine Drehungen für Gegenspieler oftmals nicht ausrechenbar. Wie Lio Messis Kontrahenten in der Champions League sehen auch Wetschens Gegner oft nur noch Ungers Hacken, wenn er den Antrittsturbo zündet. Wie Lio Messi hat der 1,63 Meter große Unger stets das Auge für den Ball in die Tiefe und strahlt Torgefahr aus: Acht Tore in acht Spielen sind ein Statement. Gegenspieler sind oft zu Fouls gezwungen, denn die gebückte Haltung beim Dribbling und die enge Ballführung lassen es kaum zu, sich die Kugel ohne Körperkontakt zu erobern.

Der TSV-Spielmacher scheint das Fußballspielen mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Er ist ein Straßenkicker. „Ich kicke schon, seit ich laufen kann“, gibt er zum Besten. Neben der Kickerei in der Jugend beim TSV Brockum habe er auch stets nebenbei mit seinen Kumpels auf dem Bolzplatz gespielt.

Erst im Sommer 2013 kam der 26-Jährige von VfL Oythe zum TSV Wetschen, ist aber dennoch schon stilprägend für das Team geworden. „Nils macht unser offensives Spiel um einiges flexibler“, sagt TSV-Co-Trainer Sebastian Schmidt, dem auch gefällt, wie schnell sich der Neuzugang akklimatisiert hat. „Das ging rasant. Es liegt aber auch daran, dass er menschlich ein positiver Faktor für unser Team ist. Da ist keine Spur von Überheblichkeit, im Gegenteil: Nils hilft mit seiner Erfahrung den jungen Spielern, wo es geht“, lobt Schmidt weiter.

Zudem habe es Ungers Spielweise leicht gemacht, den Dribbler ins System einzubauen. „Man weiß zwar nie, wie jemand einschlägt. Aber der Junge kann einfach kicken, was soll man da verkehrt machen“, beschreibt der Co-Trainer. Dem Gelobten fiel die Eingewöhnung ins Team ebenfalls leicht. „Ich kannte Florian Scharnitzky, Andre Krause und Marcell Katt schon vorher. Auch mit unserem Trainer Stefan Müller habe ich schon drei Jahre zusammen gespielt“, sagt Unger. Daher sei es in Wetschen für ihn kein komplettes Neuland gewesen. Aber nicht nur die TSV-Spieler sorgen für Wohlfühlatmosphäre: „Das Umfeld hier hat mich überrascht, wie viele ehrenamtliche Betreuer sich für das Team reinhauen. Dazu der Vorsitzende Klaus Recker, der hinter allem steht, was er macht“, erklärt der 26-jährige Wirtschaftsstudent.

Abseits des Rasens stimmt derzeit alles für Unger, der mit seiner Freundin zuletzt nach Hüde direkt am Dümmer gezogen ist. Und auch auf der grünen Wiese läufts rund. Zuletzt traf er zweifach beim 2:1 gegen Heiligenfelde, wurde dann aber wegen Leistenbeschwerden ausgewechselt. „Alles halb so schlimm. Ich denke, dass ich Samstag wieder spielen kann“, beruhigt Unger sich und sicherlich auch Mitspieler sowie Trainer. Der 26-Jährige wird gebraucht, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. „Ich glaube, die Top Drei sind drin. Uchte steht zu Recht dort oben, aber alles ist möglich...“

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