Mecker von Oma und Opa

Im Interview: Bei Roman Obst und seinen Schwestern dreht sich (fast) alles um Fußball

Roman Obst ist bei seinen Schwestern (von links) Laureen UIbrich, Nina Obst und Yara Köhler gern Hahn im Korb. - Foto: Töbelmann
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Roman Obst ist bei seinen Schwestern (von links) Laureen UIbrich, Nina Obst und Yara Köhler gern Hahn im Korb.

Heiligenfelde - Von Carsten Drösemeyer. Roman Obst ist zweifelsohne eine echte Institution beim Fußball-Bezirksligisten SV Heiligenfelde: Seit nunmehr zehn Jahren ist der 29-jährige Maler- und Lackierermeister beim SVH auf der rechten Außenbahn gesetzt und zählt in jeder Saison zu den absoluten Leistungsträgern. Doch nicht nur er selber kickt für sein Leben gerne – auch seine 26-jährigen Schwestern Nina Obst und Yara Köhler sowie die 18-jährige Halbschwester Laureen Ulbrich jagen mit Begeisterung dem runden Leder hinterher.

Obst und Köhler spielen nach einem Abstecher zum Verbandsligisten SC Weyhe ab der neuen Saison wieder für den Bezirksligisten SV Heiligenfelde, während sich Weyhes letztjährige Keeperin Ulbrich nach einer Kreuzband-OP vorerst alle Optionen offen hält. Eine echte Seltenheit – ein Bruder mit drei kickenden Schwestern. Grund genug, dem munteren Quartett mal etwas auf den Zahn zu fühlen.

Roman, haben Sie als Ältester Ihre Schwestern zum Fußball gebracht?

Roman Obst: Das musste ich gar nicht. Ich habe schon von Kindesbeinen an gerne mit ihnen gekickt. Besonders mit Nina. Unser Vater hat ja sogar im Garten ein echtes Fußballtor mit Netz aufgestellt.

Und die Kumpels fanden das nicht befremdlich, wenn Sie mit Mädels Fußball gespielt haben?

Roman Obst: Zuerst vielleicht schon. Aber bald nicht mehr. Ich erzähle mal zwei Geschichten. Nina muss so 14 Jahre alt gewesen sein, da war ein Torschussmessgerät hier aufgestellt. Am Ende hatte sie den weit härteren Schuss als die meisten Jungs.

Beachtlich. Und die zweite Story?

Roman Obst: Da wollte ich mit der Heiligenfelder B-Jugend zur „Soccerworld“, aber wir hatten nicht genug Spieler. Also haben Nina und Yara ausgeholfen und haben dabei fast alle Jungs nass gemacht. Danach waren sie endgültig überall akzeptiert (schmunzelt).

Und kurz darauf traten Nina und Yara dann auch beim SVH in den Verein ein?

Nina Obst: Genau. Der damalige Spartenleiter Horst Hickmann hatte gerade die B-Mädchen ins Leben gerufen und mich gefragt, ob ich Lust hätte. Da gab es für mich gar kein Überlegen. Yara musste allerdings etwas geschubst werden.

Yara Köhler: Aber nach dem ersten Training war ich auch gleich Feuer und Flamme. Eigentlich bin ich sogar die größte Fußballverrückte. In Daniel Köhler habe ich ja sogar einen Spieler der Ersten geheiratet (lacht).

Und wie lief die Fußballverrücktheit im Hause Ulbrich ab?

Laureen Ulbrich: Ganz ähnlich. Mein Vater hat früher selbst gespielt, sodass mir das Interesse wohl in die Wiege gelegt wurde. Außerdem habe ich schon als kleines Mädchen mit meinen Geschwistern gekickt. Im Hause Obst drehte sich halt alles um Fußball (lächelt verschmitzt).

Wirklich? Bei jedem Familientreffen wurde gekickt?

Roman Obst: Klar, wir sind halt eine Fußballfamilie.

Nina Obst: Selbst wenn wir unsere Großeltern besucht haben, wurde der Ball rausgeholt. Allerdings gab es öfter Mecker, weil wir die Fensterscheiben zerschossen haben (lacht schallend).

Bei dieser Fußballbegeisterung würde es sich doch anbieten, dass die ganze Familie mal für den selben Verein aufläuft . . .

Ulbrich: Letzte Saison habe ich ja mit Nina und Yara beim SC Weyhe gespielt. Aber dann habe ich mir leider in der Hinrunde das Kreuzband gerissen, und mittlerweile sind die beiden ja wieder beim SVH.

Köhler: Dann musst Du halt nach Heiligenfelde kommen, wenn Du wieder fit bist. Alle vier Geschwister in einem Verein wäre doch cool.

Ulbrich: Erst einmal muss ich fit werden und dann sehen, wie es mit dem Studium in Hannover läuft. Klar, es wäre schon toll. Aber eigentlich würde ich schon gerne so hoch wie möglich spielen. Bei Weyhe durfte ich ja sogar schon DFB-Pokalluft schnuppern. Mal sehen, wie es weiter geht.

Roman, drei so fußballbegeisterte Schwestern sind ja eine Rarität. Genießen Sie das?

Roman Obst: Natürlich. Und wie! Die Mädels schauen auch bei meinen Spielen zu, und ich versuche im Gegenzug, zumindest die Partien der Heiligenfelder Frauen zu sehen. Der Zusammenhalt bei uns ist wirklich groß.

Dann wird ja bestimmt auch oft im Fernsehen zusammen Fußball geschaut . . .

Roman Obst: Also Werder gucken wir schon gerne mal. Allerdings sind Nina, Yara und ich nicht solche Hardcore-Fans wie Laureen und ihr Dad.

Ulbrich: Meine Verbundenheit muss ja größer sein. Ich habe ja schließlich auch schon in der Jugend für Werder gespielt (grient).

Und in der Zukunft vielleicht mit den Geschwistern in Heiligenfelde. Wäre das ein Traum, Roman?

Roman Obst: Klar. Das wäre super. Oder?

Köhler und Nina Obst fast zeitgleich: Logo. Du bist jederzeit willkommen, Laureen.

Ulbrich (lächelt): Jaja, mal abwarten.

Zurück zu den SVH-Herren: Was ist für Heiligenfelde nächste Saison in der Bezirksliga möglich?

Roman Obst: Ich sehe uns trotz der Abgänge von Martin Roughley und Nils Kummer super aufgestellt. Ich hoffe, wir kommen unter die ersten Drei. Auch wenn das sehr optimistisch klingt.

Und der zweite Wunsch ist, dass beim nächsten Familientreffen die Scheiben heile bleiben?

Die vier Geschwister lachen laut – und Roman Obst antwortet: „Das war ja nur ab und zu bei Oma. Aber gekickt wird beim nächsten Treffen bestimmt wieder.

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