Heiligenfelde und der Sturm an die Spitze der Kreisliga / „Haben uns die Tabelle ausgeschnitten“

Ein Dorf steht Kopf

Der macht ‘was her: Torwart Christian Gerlach hat großen Anteil daran, dass es in Heiligenfelde mit der Viererkette auf Anhieb so klappt, wie es sich Trainer Frank Fischer (kleines Bild) wünscht.

Kreis-Diepholz - Von Arne HelmsHEILIGENFELDE · Seit knapp zwei Wochen weilt der Student Eric Stöver für ein Praxis-Semester in Florida, genauer gesagt in Miami. Zwei Wochen, die der Fußballer Eric Stöver sicherlich mit einer Mischung aus Wehmut und Stolz an die Heimat denkt. Den erfolgreichen Saisonstart hatte der langjährige Kapitän des SV Heiligenfelde noch aktiv miterlebt. Am Wochenende gelang dem Überraschungsteam nun das, was kein Kenner der Kreisliga für möglich gehalten hätte: Der Sprung an die Tabellenspitze – und das ausgerechnet mit einem 2:0 beim „großen“ Nachbarn, dem TuS Syke.

Während Eric Stöver also nur aus der Ferne die Daumen drücken kann, herrscht in der 1 500-Seelen-Ortschaft Aufbruchstimmung – zumindest, was die Anhängerschaft angeht. „Und das ist ja quasi das ganze Dorf“, sagt Christian Gerlach, Torwart mit nicht unerheblichem Erfolgsanteil und Nachfolger von Stöver als Mannschaftsführer. Knapp 100 Heiligenfelder hatten das Team nach Syke begleitet und sich lautstark bemerkbar gemacht. Die Erinnerung an das Führungstor durch Florian Jamer hat sich in Gerlachs Gedächtnis gebrannt: „Der Jubel hörte sich so an wie in englischen Stadien. Als ob sich eine Anspannung gelöst hätte.“

Tatsächlich tendiert der Druck beim Kreisligisten jedoch gegen Null. Mit Frank Fischer an der Seitenlinie hat man sich einen Platz im gesicherten Mittelfeld zum Ziel gesetzt. „Wir werden nicht die ganze Saison da oben bleiben, da muss man realistisch sein“, lautet Gerlachs Einschätzung. „Aber die Tabelle“, gibt Florian Jamer zu, „die haben wir uns alle ausgeschnitten, klar.“

Auch der neue Trainer genießt: „Der Abend nach dem Spiel in Syke war genial. Das ist ein sehr witziger Haufen hier in Heiligenfelde“, findet Fischer, der beim SVH das vorfindet, was ihm nach eigener Aussage „wahnsinnig viel Wert“ ist, nämlich „dass es im Team stimmt“.

Das überträgt sich auf das Spielfeld. In kürzester Zeit stellte Fischer eine Viererkette auf die Beine, wie sie in der Liga ihresgleichen sucht. „Es ist in vier Wochen möglich, aber dass es so erfolgreich läuft, ist schon überraschend“, lobt der 45-Jährige die aktuelle Besetzung um Frank Janshen, Timo Spannhake, Roman Obst und den gerade erst der A-Jugend entstiegenden Thorben Schmidt. „Und dann spielt Christian Gerlach natürlich gut mit, das ist ein intelligenter Bursche“, findet Fischer nur positive Worte für den 26-jährigen 1,92-Meter-Mann im Tor, dessen Statur – mit Verlaub – auf den ersten Blick nicht gerade an eine Gazelle erinnert. „Dafür habe ich eine ganz gute Auffassungsgabe“, hat Gerlach Mittel und Wege gefunden, die fehlende Schnelligkeit wettzumachen. Nur fünf Gegentore in sieben Einsätzen sprechen für ihn.

Scheint so, als würden Fischers „Schlachtpläne“, die er vor jedem Spiel anfertigt, greifen. Doch sein Ziel („Platz sechs traue ich uns zu“) will er nicht nach oben korrigieren, „auch wenn die Jungs von dem Gegenwind, der ihnen in der Kreisliga noch entgegenblasen wird, nicht umfallen werden“. Und damit meinte er ausdrücklich nicht nur Christian Gerlach.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Temin trifft zur Wende im ersten Test

Temin trifft zur Wende im ersten Test

Temin trifft zur Wende im ersten Test
„Deniz hat es allen gezeigt“

„Deniz hat es allen gezeigt“

„Deniz hat es allen gezeigt“
Nur Erlewein hat Mühe

Nur Erlewein hat Mühe

Nur Erlewein hat Mühe
Chylinski erleichtert

Chylinski erleichtert

Chylinski erleichtert

Kommentare