Sieben Monate Flaute – jetzt vier Tore in 15 Tagen: Bei Timo Wetjen ist der Knoten geplatzt

Der doppelte Doppelpacker

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Timo Wetjen ist mit fünf Saisontoren der treffsicherste Stuhrer. ·

Stuhr - Von Daniel WiechertIn bester Gerd-Müller-Manier machte Stuhrs Timo Wetjen gegen Rehburg alles klar: Hintern raus, um die eigene Achse drehen und einschieben – 2:0. Nur acht Minuten später legte der Vollblutstürmer nach und sorgte für den 3:0-Endstand im Stuhrer Bezirksligaspiel gegen den RSV Rehburg. Somit war sein zweiter Doppelpack innerhalb von 15 Tagen geschnürt.

Es läuft derzeit wieder beim 22-Jährigen. Endlich, muss man sagen: Denn es liegt eine lange Durststrecke hinter Wetjen. Am ersten Spieltag hatte er gegen Drakenburg getroffen, doch dann kam der Bruch. Erst mit dem Doppelpack gegen Steimbke am 19. Spieltag platzte der Knoten. „Es war eine schwierige Zeit. Ich hatte eine Phase, in der ich viel um die Ohren hatte“, beschreibt der Stuhrer die fast siebenmonatige Torflaute: „Jetzt lief die Vorbereitung wieder gut, so dass ich versuche, wieder Gas zu geben.“

Vor der Saison hatte sich Wetjen eine zweistellige Trefferzahl als Ziel gesetzt, doch angesichts des Abstiegskampfes will er persönliche Eitelkeiten hintanstellen: „In unserer Situation zählt es nur, dass wir genügend Punkte sammeln.“ Der Abstieg wäre eine Horrorvorstellung für Wetjen. Seit der C-Jugend kickt er beim TVS, hat somit seine Fußballschuhe nie für einen anderen Verein geschnürt: „Ich bin hier mit meinen Mitspielern groß geworden und genieße diese Gemeinschaft“, sagt Wetjen. Hinzu komme, dass in Jendrik Wetjen sein großer Bruder ebenfalls im Team spielt: „Wir hatten schon immer ein gutes Verhältnis. Aber dadurch, dass wir zusammen spielen, ist unser Bezug noch gefestigter geworden“, weiß der 22-Jährige, der in den Bremer Stahlwerken arbeitet.

Auch das Verhältnis zu Christian Meyer ist eng – schließlich coachte Stuhrs Trainer den jungen Wetjen bereits in der Jugend. Meyer beschreibt seinen Stürmer als „vielseitig. Er hat eine gute Schusstechnik und ist auch im Kopfballspiel stark.“ Zudem bringe er mittlerweile auch die körperlichen Voraussetzungen ein. „Timo hat in den vergangenen Monaten im Zweikampf-Verhalten ganz klar zugelegt. Er kann sich jetzt auch mal gegen Brocken in der gegnerischen Verteidigung durchsetzen“, erklärt Meyer die Entwicklung. Wetjen selbst bescheinigt sich eine fußballerische Entwicklung: „Früher habe ich häufiger probiert zu tricksen, aber in unserer derzeitigen Situation geht es darum, geradliniger und robuster zu spielen.“ Dort habe sich der Fan Wetjen auch etwas bei seinem Lieblingsverein Werder Bremen abgeschaut. „Bei denen funktioniert spielerisch ebenfalls nichts, sie sammeln ihre Punkte aber mit Leidenschaft und Kampf. Das versucht man sich dann schon anzueignen.“

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