Melchiorshausen schlägt Werder III mit 2:1 

Dörgelohs Volley-Hammer allein schon drei Punkte wert

Jan-Phillip Brünings (rechts) bereitete das Melchiorshauser 1:1 mit einem tollen Flügellauf samt präziser Hereingabe vor. Später musste der 19-jährige Stürmer verletzt das Feld räumen. - Foto Töbelmann

Melchiorshausen - Von Gerd Töbelmann. „Wir haben uns am Dienstag mal zusammengesetzt und besprochen, dass wir mit einem Sieg und dann neun Punkten doch voll im Soll für einen Aufsteiger liegen“, sagte Dennis Dörgeloh. Und sein Team, Bremen-Liga-Aufsteiger TSV Melchiorshausen, hat geliefert, bezwang den viel höher eingeschätzten Ex-Meister SV Werder Bremen III auf eigenem Platz mit 2:1 (1:1) und etabliert sich damit im Mittelfeld der Liga.

Einen entscheidenden Anteil am Erfolg hatte eben jener Dennis Dörgeloh. Dass der 28-Jährige ein guter Innenverteidiger ist, ist keine großer Überraschung. Dass Dörgeloh neuerdings aber auch unter die Kunstschützen gegangen ist, macht schon hellhörig. Es passierte in der 65. Minute. Kapitän Matthias Kastens schlug eine Ecke an die Strafraumkante. Dörgeloh setzte alles auf eine Karte, nahm die Kugel volley und wuchtete das Spielgerät aus 14 Metern unhaltbar zum Siegtreffer in die Maschen. An der Seitenlinie rieben sich Trainerteam und Ersatzspieler verwundert die Augen. Der Matchwinner blieb nach der Partie ganz cool: „Wir üben doch schließlich im Training Standards. Da darf so ein Ball auch mal reingehen. Schon beim Ballkontakt habe ich gemerkt, dass das Ding sitzt – ein wirklich schönes Gefühl für einen, der sonst eher nur Tore verhindert.“

Als der Abpfiff ertönte, führte sich Trainer Wilco Freund auf wie Rumpelstilzchen und hüpfte vor Freude auf und ab. Ganz anders die Gefühlslage bei Werder-Coach Andreas Ernst, der seine Mannen noch auf dem Platz um sich scharte und ihnen lautstark den Marsch blies. Für die Melchiorshauser war dies natürlich Musik in ihren Ohren.

Und der Dreier muss durchaus als verdient gewertet werden. Zwar gingen die Gäste in der dritten Minute nach kapitalem Fehler von Nils Kaiser durch Namensvetter Boris Kaiser mit 1:0 in Führung, aber nur 60 Sekunden später glichen die Blau-Weißen aus. Jan-Phillip Brünings, der nur deshalb in der Startelf stand, weil sich Julian Michel beim Aufwärmen verletzt hatte, legte über links ein tolles Solo hin, passte in die Mitte, wo der mitgelaufene Lucas Chwolka zum 1:1 netzte. „Das war so wichtig, dass wir gleich ausgleichen“, meinte Dörgeloh später.

Und Melchiorshausen hätte weitere Tore nachlegen können, doch Torjäger Lars Behrens scheiterte zweimal nur knapp. Auf der anderen Seite hatte auch Werder Chancen durch Kaiser und Onur Capin, doch die wurden zur Beute des am Samstag stark haltenden Jens Ruscher.

Nach dem Wechsel hatten Offensivaktionen der Gastgeber Seltenheitswert. Irgendwie schien eine Bremer Führung in der Luft zu liegen. Doch dann kam schon erwähnte 65. Minute, in der Dörgeloh auf den Plan trat und sein Team mit 2:1 in Front brachte. Werder war zwar nicht geschockt, spielte aber viel zu behäbig und schlug viel zu viele hohe Bällen nach vorn, die Ruscher & Co. vor keine größeren Probleme stellten. In der 75. Minute hatte Behrens die Entscheidung auf dem Fuß, doch sein Schuss aus kurzer Entfernung war zu schwach und unplatziert.

So richtig in Gefahr geriet der Melchiorshauser Dreier eigentlich nur noch in der 85. Minute, als Darius Strode aus fünf Metern frei an den Ball kam, diesen jedoch über den Balken setzte. Wenige Minuten später lagen sich die Melchiorshauser nach einem kaum für möglich gehaltenen Sieg in den Armen.

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