„Wir müssen respektvoller miteinander umgehen“ / Rehdens „Zweckgemeinschaft“ spielt in Nordhorn

Dikhtiars eindeutiger Appell

Sieht nicht in den jüngsten Platzverweisen, sondern der fehlenden Geschlossenheit den Grund dafür, dass der BSV Rehden zuletzt nicht immer überzeugen konnte: Stürmer Sergej Dikhtiar (Mitte).

Kreis-Diepholz - REHDEN (ahe) · Einheit, Zusammenhalt, Brüderlichkeit – Synonyme für den Begriff Eintracht gibt es wie Sand am Meer. Im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Fußballverein aus Nordhorn, morgen um 19.30 Uhr Gastgeber für den BSV Rehden, geistern diese Begriffe momentan nicht durch die Oberliga-Landschaft. In den „Grafschafter Nachrichten“ kritisierte Eintracht-Coach Shefqet Lajci beispielsweise jüngst seinen zu endlosen Sololäufen neigenden Stürmer Bertino Nacar: „Er ist für sich stark, aber nicht für die Mannschaft.“

Die Randnotiz aus der Stadt an der holländischen Grenze ist interessant, weil sie zeigt, wie ein Trainer mit einer Mannschaft umgehen kann, die gewissen Leistungsschwankungen unterliegt. Die Teams aus Nordhorn (Sechster, 25 Punkte) und Rehden (Achter, 24 Punkte) teilen das Schicksal der fehlenden Konstanz, doch im Gegensatz zu seinem Pendant stellt BSV-Trainer Uwe Brunn keinen Spieler öffentlich an den Pranger. Die Gelb-Rote Karte, die sich Sergej Dikhtiar beim 3:2-Sieg gegen Northeim wegen eines „Rededuells“ mit seinem Gegenspieler einhandelte, hat Brunn gewurmt. Dass der Ukrainer seinen Teamkollegen damit eine Bärendienst erwies, habe er aber sofort eingesehen: „Sergej weiß, dass er einen Fehler gemacht hat und hat sich dafür entschuldigt.“

Der 35-jährige Sünder, der massiv provoziert worden war, ist sich bewusst, „dass mir das nicht passieren darf. Dazu bin ich schon zu lange im Geschäft. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben, aber letztlich bin ich auch nur ein Mensch.“ Es müssen deftige Worte gewesen sein, die den ansonsten besonnenen Ex-Profi so in Rage versetzten. Rechtfertigen will er sich dafür nicht, zumal die Platzverweise in den vergangenen Spielen für Dikhtiar nicht der Grund dafür sind, dass es für den BSV Rehden in dieser Saison noch immer nicht rund läuft. „Wir müssen jetzt keinen Schuldigen suchen. Ein Maarten Schops zum Beispiel reißt uns durch seine Emotionen mit. So einer ist mir lieber als ein Mitspieler, dem alles egal ist“, bezieht der Stürmer klare Position.

Dikthiar verteidigt den Defensivmann. Und genau das verlangt er auch von seinem Team: „Wir müssen enger zusammenrücken und respektvoller miteinander umgehen. Das machen wir im Moment nicht. Eine gute Mannschaft zeichnet aus, dass sie aus dem Misserfolg gut wieder rauskommt – und zwar gemeinsam.“ Ein klarer Appell an den Teamgeist, wobei Uwe Brunn überzeugt ist, „dass der gegenseitige Respekt auf dem Platz da ist. Aber an der mannschaftlichen Geschlossenheit müssen wir arbeiten. Da sind auch Kapitän und Mannschaftsführung gefragt.“

Dass Nummer eins bis elf dicke Freunde sind, ist auf diesem Niveau tatsächlich selten, auch wenn Brunn gerne eine „Straßengang“ auf dem Platz hätte: „So nenne ich das immer. Das kann den letzten Prozentsatz ausmachen. Mehr aber auch nicht. Meine Mannschaft funktioniert als Zweckgemeinschaft sehr gut. Sie hat Charakter. Ich habe noch kein Spiel gesehen, in dem sie katastrophal versagt hat.“

Allerdings sprang gegen tabellarisch besser postierte Gegner bislang noch kein Sieg heraus. Das soll sich ändern, um noch in diesem Jahr endgültig den Anschluss nach oben herzustellen. Für Brunn ist daher schon die Partie gegen die Truppe um Steve Sam (24), achtfachter Torschütze und großer Bruder von Bayer Leverkusens Bundesliga-Star Sidney Sam (22), „richtungsweisend“. Steve Sam gilt im Übrigen als durchaus mannschaftsdienlich.

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