Steigender Aufwand so nicht mehr praktikabel

Diepholzer Squasher beenden vorerst das Kapitel Bundesliga

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Auch der Spanier Iker Pajares Bernabeu steigt weiterhin für den 1. SC Diepholz in den Court. Der 21-Jährige spielt in der Saison 2017/2018 mit seiner Mannschaft in der Regionalliga. Da gehen die Kreisstädter als Meisterschaftsanwärter an den Start.

Diepholz - Die Entscheidung zeichnete sich in den vergangenen Wochen ab, jetzt ist es definitiv: Das Kapitel Bundesliga-Squash ist nach zehn Jahren in Folge in Diepholz vorerst zugeschlagen. Die Verantwortlichen des 1. SC Diepholz verständigten sich auf eine Nichtmeldung zur neuen Bundesliga-Spielzeit.

„Es ist schade, aber wir müssen diesen Schritt gehen, um uns neu und vor allem breiter aufzustellen, der zeitliche und wirtschaftliche Aufwand wäre für die derzeitige Bundesliga-Spielform für uns zu groß gewesen“, erläutert Andreas Härtel, erster Vorsitzender beim 1. SC Diepholz. Die Deutsche Squash Liga (DSL) plant den Spielbetrieb in zwei Bundesliga-Staffeln mit zehn Mannschaften in Nord und Süd – so weit, so gut, nur dass die Spiele einzeln stattfinden und immer samstags und sonntags über die Bühne gehen. Dieser enorme Zeitaufwand und die sehr kostspielige Ausländerregelung (seit der vergangenen Saison dürfen die Vereine mit zwei Ausländern antreten) haben die Diepholzer dazu bewogen, auf eine erneute Meldung zu verzichten.

Bernabeu und Bennett bleiben

„Es gab Warnsignale aus der aktuellen Mannschaft, diesen Modus nicht zu befürworten, zudem wäre es waghalsig gewesen, nochmals wirtschaftlich so eine Mammutsaison wie bereits die Serie 2016/2017 zu stemmen“, sagt Diepholz’ Spielertrainer Dennis Jensen und ergänzt: „Wir müssen das große Ganze im Auge behalten, ohne den Gesamtverein zu vergessen.“ Der 41-Jährige hat in den letzten Tagen viel Arbeit rund um den 1. SC Diepholz leisten müssen: „Durch unseren Rückzug sind viele Vereine an uns heran getreten, die unsere Topspieler, wie den Spanier Iker Pajares Bernabeu oder den Niederländer Dylan Bennett, verpflichten wollten. Auch die deutschen Stammspieler sind bei anderen Clubs heiß begehrt.“ Doch der „Macher“ des 1. SC Diepholz erteilte allen eine Absage: „Wir haben einen Zweijahresplan entworfen und werden auch weiter unter semiprofessionellen Bedingungen die Aufgabe Regionalliga Nord angehen.“ Der Kader aus der abgelaufenen Spielzeit stehe voll hinter dem Konzept und werde zusammenbleiben, einzig die Zukunft des Engländers Dyclan James (Nummer 36 der Weltrangliste) sei offen.

„Wir werden kein normaler Regionalligist (zweithöchste Klasse) sein, wir nehmen von Anfang an die Favoritenrolle an und wollen auf einem der beiden Topplätze, die eine sofortige Rückkehr ins Oberhaus möglich machen würden, landen“, blickt Industriefachwirt Jensen voraus.

Für die Bundesliga muss der Verein sich in vielen Bereichen breiter aufstellen

Für eine Bundesligarückkehr müsste der Spielmodus allerdings aus Sicht der Kreisstädter überarbeitet und vereinfacht werden – hier sehen die Verantwortlichen die größten Fragezeichen. Für den 1. SC Diepholz gilt es sich zu wappnen, und hier sind bereits erste Weichen gestellt worden.

„Wir werden zur neuen Saison eine zweite und bald möglichst auch noch eine dritte Mannschaft melden, wo wir verstärkt auch auf den Nachwuchs setzen wollen. Wenn wir zurück in die Eliteklasse wollen, dann müssen wir uns auf vielen Ebenen breiter aufstellen – Werbung, Zuschauereinnahmen und Social Media. Das sind alles Aufgaben, die wir angehen wollen, die allerdings Zeit brauchen, aber die haben wir uns nach zehn Jahren Bundesligasport in Folge auch verdient“, unterstreicht das Diepholzer Urgestein Dennis Jensen.

mbo

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