„Die Schlagzahl war schon sehr hoch“

BFV-Boss Björn Fecker über alte Saison, neue Saison und Pokalspiele

Fecker, der Politiker: In der vergangenen Woche standen für den Grünen-Fraktions-Chef diverse Plenarsitzungen in der Bremer Bürgerschaft an. 
Foto: töbelmann
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Fecker, der Politiker: In der vergangenen Woche standen für den Grünen-Fraktions-Chef diverse Plenarsitzungen in der Bremer Bürgerschaft an.

Bremen – Das waren schon extrem arbeitsreiche Wochen und Monate für Björn Fecker. Als Fraktionschef der Grünen in der Bremer Bürgerschaft wurden diverse Gesetze und Verordnungen im Rahmen der Coronakrise beschlossen, die tief in das Leben der Bevölkerung eingegriffen haben.

So ganz ohne war auch sein Job als Präsident des Bremer Fußball Verbandes nicht. Erst die Saisonunterbrechung im März mit der Ungewissheit, ob und wann die Serie denn fortgesetzt werden könnte. Dann das Trainingsverbot auf allen Plätzen und schließlich ein erstmals virtuell durchgeführter Verbandstag, um weitreichende Beschlüsse wie Saisonabbruch sowie Auf- und Abstiegsregelungen zu beschließen. Fecker fand in der Mittagspause zwischen mehreren Plenarsitzungen dennoch Zeit, einige Fragen zu beantworten. Der 42-jährige Politiker der Grünen sprach vom Stress der letzten Wochen, von seiner Hoffnung auf baldige Rückkehr zur Normalität und auch darüber, wie und wann der Bremer Pokalsieger ermittelt werden könnte.

Der außerordentliche Verbandstag mit vielen wichtigen Entscheidungen ist vorbei. Können Sie so langsam wieder runterkommen?

Die Schlagzahl der letzten Wochen war schon sehr hoch. In Sachen Fußball kehrt langsam wieder Normalität ein.

Was war die schwerste Entscheidung, die der Verband treffen musste?

Richtig hart war es eigentlich nicht, weil die Vereine immer mit im Boot waren. Wir haben unsere Schritte zuerst den Vereinen kommuniziert bevor wir die Presse informiert haben. Das hat sich gelohnt. Unsere Vereine haben seit Anfang Juni Planungssicherheit, die Zustimmung war enorm hoch.

Hatten Sie irgendwann im Laufe der Unterbrechung das Gefühl, die Saison doch noch fortsetzen zu können?

Meine Hoffnung auf Fortsetzung noch vor den Sommerferien war nicht sehr groß.

Momentan darf nur eingeschränkt trainiert werden. Es gibt Pläne des DFB, das bald aufzuheben. Wissen Sie Näheres?

Die Entscheidungen darüber treffen die staatlichen Stellen. Ich hoffe natürlich, dass der volle Kontakt im Training bald wieder möglich ist.

Der FC Oberneuland steigt direkt in die Regionalliga auf. Ist das Ihrer Meinung nach ein Aufstieg zweiter Klasse, weil die angesetzte Relegation aufgrund der Coronakrise abgesagt wurde?

Der FCO-Aufstieg hat für mich keinen Makel. Ich bin vielmehr froh, dass wir neben dem SV Werder Bremen II wieder eine zweite Mannschaft in der Liga haben.

Haben Sie Kenntnis darüber, dass Spieler jetzt sagen, dass sie vielleicht dem Fußball den Rücken kehren, weil sie in der langen Zwangspause gesehen haben, dass es auch ohne diesen Sport geht?

Die Sorge ist da, dass uns vor allem Jugendspieler verlassen. Auf der anderen Seite ist die Begeisterung für Fußball nach wie vor enorm.

Die Geisterspiele der Bundesliga reißen ein tiefes Loch in die Verbandskasse. Da geht es um 14 000 Euro pro ausverkauftem Heimspiel des SV Werder. Was würde passieren, wenn die Zuschauer noch länger ausgesperrt bleiben und Werder gar absteigen sollte?

Die Deutsche Fußball Liga hat mit einer Solidarleistung in Richtung der Landesverbände dazu beigetragen, das Schlimmste zu verhindern.

Durch den ausgesetzten Abstieg aus der Bremen-Liga wird die Klasse erweitert. Wie wollen Sie danach wieder auf die normale Sollstärke von 16 Teams kommen?

Wir werden nicht in einem Schritt auf 16 Teams runterfahren, sondern dafür zwei Spielzeiten einplanen.

Wahrsagen können Sie sicherlich nicht, aber haben Sie dennoch eine Idee, wann die neue Serie starten könnte?

Ich hoffe, dass es Ende August oder Anfang September der Fall ist. Aber dafür müsste natürlich vorher ein normales Teamtraining möglich sein.

Was müsste denn passieren, dass Sie sagen: Jetzt können wir wieder loslegen?

Im August müssten die Kontaktbeschränkungen im Training und für den Wettkampf aufgehoben werden. Wenn das nicht klappt, sorge ich mich ernsthaft um unsere Mitgliedszahlen.

Sollte es im Jahr 2020 nichts mehr werden: Ist es eine Option, erst 2021 anzufangen und dann nur eine einfache Runde zu spielen?

Wir müssen auch für den schlimmsten Fall planen. Auf unserem außerordentlichen Verbandstag haben wir beschlossen, dass ein flexibler Spielbetrieb möglich ist. Eine einfache Runde ist da nur eine Möglichkeit.

Der Bezirk Hannover lost seinen Pokalsieger aus. Wie wird es in Bremen gemacht? Immerhin geht es ja um den Teilnehmer am in jeder Hinsicht lukrativen DFB-Pokal.

Die Halbfinal-Vereine haben sich allesamt für eine sportliche Lösung ausgesprochen. Wir warten wegen des Meldetermins für den DFB-Pokal nun auf den DFB.

In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Spekulationen, die Verbände Bremen und Niedersachsen, so wie derzeit im Tennis, zu verschmelzen. Was halten Sie davon?

Die Präsidien beider Verbände haben ein gutes Verhältnis. Ich habe allerdings den Eindruck, dass unsere Vereine mit dem jetzigen Zustand zufrieden sind.

Als Fraktionschef der Grünen in der Bürgerschaft waren und sind Sie in der Coronakrise ja auch nicht gerade arbeitslos. Was hat mehr Nerven gekostet: Politik oder Fußball?

In beiden Bereichen war die Beanspruchung zuletzt enorm hoch. Aber es ist gut, dass zumindest im Fußball jetzt Entscheidungen gefallen sind. Und in beiden Bereichen habe ich ein gutes Team, das mich unterstützt.

Irgendwann steht der Urlaub an. Was haben Sie sich da vorgenommen und wohin geht es?

Gebucht haben wir noch nichts. Eigentlich bin ich ja Spanien-Fan, aber wahrscheinlich werden wir in Deutschland bleiben.

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