INTERVIEW Traumstart mit dem FC Sulingen: Coach Jäger spricht über seinen „Seitenwechsel“

„Die Rivalität ist längst nicht mehr so groß“

„Ich fühle mich beim FC Sulingen pudelwohl“, betont Fußball-Trainer Sascha Jäger.
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„Ich fühle mich beim FC Sulingen pudelwohl“, betont Fußball-Trainer Sascha Jäger.

Sulingen – So einen Einstand wie Sascha Jäger wünscht sich wohl jeder Trainer: Als neuer Coach des Fußball-Bezirksligisten FC Sulingen kommt der 36-Jährige nach vier Partien auf die Maximalausbeute von zwölf Zählern. Ob er bereits von der Landesliga träumt, wie sich der „Seitenwechsel“ vom TuS zum FC anfühlt, und wie er als Lehrer mit dem Coronavirus umgeht, verrät Jäger im Interview.

Herr Jäger, die wichtigste Frage während der Pandemie zuerst: Wie geht es Ihnen?

Zum Glück gut. Ich bin gesund und munter.

Obwohl Sie als Lehrer stets viele Kontakte haben . . .

Das stimmt. Aber ständig mit Angst zur Arbeit zu gehen, bringt mich ja auch nicht weiter.

Sie haben also beim Unterricht kein mulmiges Gefühl?

Etwas schon. Ich unterrichte ja in Schwaförden, also nicht weit weg von Sulingen, wo Schulen wegen Coronafällen kürzlich geschlossen worden sind. Die Einschläge kommen näher.

Sie sind aber ja nicht nur Lehrer, sondern auch Fußball-Lehrer. Spielt das Virus bei der Arbeit mit Ihrem Team auch eine Rolle?

Natürlich insofern, dass wir alle Regeln einhalten. Aber ansonsten versuchen wir das trotz einiger Fälle in Sulingen auszublenden.

Aufgrund dieser Fälle wurden in Sulingen am vergangenen Wochenende sämtliche Jugendspiele abgesagt. Das Bezirksliga-Derby zwischen dem FC und der TuS-Reserve fand hingegen statt. Eine richtige Entscheidung? Oder das falsche Signal?

Für mich die richtige Entscheidung. Bei den Jugendmannschaften musste man sicherlich aus Vorsicht absagen. Aber bei uns hätte ich das übertrieben gefunden.

Ihnen wäre sonst auch ein schöner Nachmittag entgangen.

(lächelt) Das stimmt. Das erste Stadtduell als FC-Trainer mit 7:1 zu gewinnen, war natürlich traumhaft. Viel besser geht es nicht.

Kein Mitleid mit dem alten Verein, den sie noch 2018 zur Bezirksliga-Vizemeisterschaft geführt haben?

Nun bin ich ja für den FC verantwortlich. Also muss ich in jeder Partie versuchen, das Optimum herauszuholen. Auch wenn ich beim TuS eine sehr schöne Zeit hatte.

Gilt der Wechsel von den „Grünen“ des TuS zu den „Roten“ vom FC immer noch in Sulingen als Hochverrat?

Nein, wirklich nicht. Die Rivalität ist längst nicht mehr so groß wie früher.

Wie fühlen Sie sich denn als frischgebackener „Roter“ ?

(lacht) Ich bin ja ein alter Lessener. Und der SVL trägt bekanntlich auch rote Trikots. Die Farbe passt also zu mir. Nein, im Ernst: Ich fühle mich beim FC pudelwohl. Das ist mir auch wichtig. Ich muss bei einem Verein richtig dazugehören.

Und dieses Gefühl haben Sie beim FC?

Absolut. Ich habe nach der Vizemeisterschaft mit dem TuS bewusst eine Pause eingelegt. Ich hätte mich ganz sicher nicht für jeden Verein entschieden. Da bin ich durchaus sehr wählerisch.

Was sprach denn für den FC Sulingen?

Meine Vorgänger Stefan Rosenthal und Frank Fischer haben mir ein äußerst intaktes Team hinterlassen. Es passt innerhalb der Mannschaft. Die Trainingsbeteiligung ist top, und auch die Altersstruktur zwischen Routiniers und Talenten stimmt. Hier kann ich meine Spielphilosophie verwirklichen.

Wie beurteilen Sie die bisherige Zusammenarbeit mit dem Vorstand?

Wir sind einfach auf einer Wellenlänge. Ich bin total zufrieden. Auch in die Kaderplanung konnte ich mich aktiv einbringen, wie die Verpflichtung meines Wunschspielers Konstantin Meyer zeigt.

Und wie fällt nach vier Siegen am Stück Ihr erstes sportliches Zwischenfazit aus? Wird schon von der Landesliga geträumt?

Mal langsam. Unser erklärtes Ziel ist vorerst nur die Qualifikation zur Meisterrunde. Wenn das geschafft sein sollte, sehen wir weiter.

Und dann wird aus dem Ex-Grünen endgültig ein Roter?

(schmunzelt) Zumindest kann ich mir ein langfristiges Engagement gut vorstellen. Bisher spricht nichts dagegen.

Von Carsten Drösemeyer

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