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Die „Rakete“ zündet: Matos Ferreira führt Löwinnen zum Heimsieg - Plädoyer für Interims-Duo

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Von: Daniel Wiechert

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Sieben Tore in den elf Minuten nach der Pause: Madeline Matos Ferreira glänzte bei ihrer Heimpremiere für die HSG Hunte-Aue Löwen.
Sieben Tore in den elf Minuten nach der Pause: Madeline Matos Ferreira glänzte bei ihrer Heimpremiere für die HSG Hunte-Aue Löwen. © Wiechert

Die Querelen um das Ad-hoc-Aus von Mario Mohrland haben die Oberliga-Handballerinnen der HSG Hunte-Aue Löwen gut weggesteckt. Beim ersten Heimspiel der Saison überliefen sie die HSG Osnabrück förmlich, am Ende stand ein deutliches 39:23. In der zweiten Halbzeit hatte sich Neu-Löwin Madeline Matos Ferreira zur Matchwinnerin aufgeschwungen.

Diepholz - Die Löwinnen scherzten, lachten und tanzten, manche stimmten gar in den Refrain des Party-Klassikers „Sweet Caroline“ ein, der durch die Boxen der Diepholzer Mühlenkamphalle wummerte. Es schien fast so, als würden die „Lady Lions“ ihren ersten Heimerfolg in der Handball-Oberliga feiern. Dabei war gerade mal Halbzeit in der Partie gegen die HSG Osnabrück – und beim 16:11 noch nichts entschieden. Doch die Lockerheit machte scheinbar die Beine noch freier, nur vier Minuten nach Wiederbeginn war die Partie beim 21:11 praktisch zugunsten der HSG Hunte-Aue Löwen entschieden. Am Ende leuchtete ein 39:23 auf der Anzeigetafel.

„Es war einfach geil heute“, sagte Madeline Matos Ferreira. Die Linksaußen hatte in der zweiten Halbzeit den Turbo gezündet, traf serienweise per Tempogegenstoß: „Ich habe in der Pause gesagt, dass wir noch mehr Tempo reinbringen müssen, dass wir dreimal schneller sind und sie überlaufen müssen.“ Der Worte folgten Taten. „Unsere Rakete“, wie Karla Witte den Neuzugang von GW Mühlen nannte, kam am Ende auf acht Tore, war damit nach Karla Witte (9/4) die erfolgreichste Löwin des Samstagabends.

Witte über das Interimsduo: „Mein Wunsch ist es, dass sie bleiben“

Bevor die Handballerinnen über den Großmarkt (Karla Witte: „Da stoßen wir erst mal auf den Sieg an“) schlenderten, stimmten sie ein Plädoyer für eine Weiterbeschäftigung des Interimstrainerteams an. Gegen Osnabrück hatten Klaus Klostermann und Medea Mosel die Mannschaft eingestellt und gecoacht, nachdem Mario Mohrland kurz vor der Auftaktpartie in Oyten (27:30) das Handtuch geschmissen hatte. „Mein Wunsch ist es, dass sie bleiben“, sagte Karla Witte. „Sie sind mit vollem Engagement dabei“, betonte Matos Ferreira, und die starke Torhüterin Jessica Michel erklärte: „Eine bessere Lösung hätte man nicht finden können. Nach jedem Training ist man zwar kaputt, aber man hatte Spaß und weiß, warum man es macht. Sie holen richtig viel aus uns heraus.“

Spielerin des Spiels: Madeline Matos Ferreira

Wenn sie Raum hat, schlägt es ein: Die Linksaußen der Löwinnen war nach der Pause nicht mehr zu halten. Unheimlich schnell, unheimlich treffsicher. 

Die Gelobten wollten sich in den Minuten nach dem ersten Heimspiel der Saison nicht mit der Zukunft beschäftigen. „Wir werden mal schauen“, meinte Klaus Klostermann etwas kryptisch. Das Team bereitet ihnen jedenfalls Spaß. „Es ist eine sehr motivierte Truppe“, hob Medea Mosel hervor. Auffällig war gegen Osnabrück, dass die Löwinnen unheimlich viel untereinander kommunizierten und sich gegenseitig pushten. „Letztendlich ist es auch unser Ziel, dass sie sich selbst auf dem Platz finden, dass sie selbst Lösungen erarbeiten“, sagte Klaus Klostermann.

Keeperin Jessica Michel glänzt

Diese fanden sie direkt gegen Osnabrück, das ohne ihre Top-Scorerin Lisa Meyer nach Diepholz gereist war. Bei den Löwinnen fehlte Kapitänin Lea Hillmer, doch der variable Rückraum – anfangs bestehend aus Kristina Logvin, Karla Witte und Lina Witte – sorgte schnell für ein 8:1 (7.). Als Karla Witte eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, verloren die Gastgeberinnen in der Offensive etwas den Faden, auch weil Spielmacherin Sophie Solomachin (kam vom BV Garrel) ein paar falsche Entscheidungen traf, auch technische Fehler schlichen sich bei Logvin und Co. ein. Da Keeperin Michel aber einen Top-Tag erwischte, kam Osnabrück nicht ran. Und nach der Pause fegten die Löwinnen – angeführt von Wirbelwind Matos Ferreira und der jetzt frei und kreativ aufspielenden Solomachin (fünf Tore in den letzten zwölf Minuten) – die Gäste vom Feld.

Oberliga Frauen: HSG Hunte-Aue Löwen - HSG Osnabrück 39:23 (16:11)

Löwen: Michel, Winkler (ab 51.) - Solomachin (5), Matos Ferreira (8), Gläser (3), Dehlfing (2), L. Witte (3), Scheper, Logvin (6), K. Witte (9/4), Meyer, K. Klostermann (3/1), Oehlmann. Siebenmeter: Löwen 5/5, Osnabrück 7/4; Zeitstrafen: Löwen 2, Osnabrück 1; Schiedsrichter: Manfred Gardianczik/Jens Stammer (HSG Land Hadeln) hatten die Partie sicher im Griff. Zuschauer: 150.

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