ZOLLSTOCK-GESPRÄCH Rainer Bindemann will seine B-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr bis zum Herren-Übergang trainieren

„Die Jungs sind mir ans Herz gewachsen – wie eigene Kinder“

Die Weyher Zentralsportanlage ist dicht für Fußball. Weyhe-Stuhr-Trainer Rainer Bindemann (rechts, hier mit Kreiszeitungs-Redakteur Gerd Töbelmann) findet das schade.
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Die Weyher Zentralsportanlage ist dicht für Fußball. Weyhe-Stuhr-Trainer Rainer Bindemann (rechts, hier mit Kreiszeitungs-Redakteur Gerd Töbelmann) findet das schade.

Weyhe – „Wir hätten gern noch weiter gespielt, hatten uns nach schwerem Start gerade in der Klasse etabliert und auch Spiele gewonnen. Und jetzt müssen wir Pause machen“, sagt Rainer Bindemann, der B-Junioren-Trainer des Fußball-Verbandsligisten JFV Weyhe-Stuhr. Mit diesem Team hatte sich der 47-Jährige in der Vorsaison den Verbandsliga-Titel mit den C-Junioren geholt und damit den Grundstein zum Regionalliga-Aufstieg gelegt. In unserer Reihe der „Zollstock-Gespräche“ erklärt der 47-Jährige, was er momentan am meisten vermisst, dass er eine großes handwerkliche Aufgabe vor der Brust hat und darauf hofft, mal wieder ins Weserstadion gehen zu können.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Ich glaube schon, dass wir die Infektionszahlen runterkriegen müssen, damit die Intensivstationen nicht überlastet werden. Ich denke aber auch, dass die Ansteckungsgefahr bei Sport im Freien nicht so groß ist. Und da ist es für mich unverständlich, dass der Amateurfußball komplett heruntergefahren wird. Wir haben im Verein ein sehr gutes Hygienekonzept.

Welches ist Ihr nächstes oder neues Corona-Projekt?

Ich habe das Haus meines Vaters in Woltmershausen geerbt. Da gibt es im November natürlich viel zu tun. Meine Frau und ich werden da kräftig mithelfen.

Wie halten Sie sich momentan fit – und welche ist Ihre Lieblingsübung?

Vor zwei Jahren bin mal einen Marathon gelaufen. Momentan laufe ich zwei- bis dreimal pro Woche jeweils mindestens zehn Kilometer.

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Corona-Zeit damit, vielleicht sogar ganz mit dem Trainerjob aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Von Aufhören kann überhaupt keine Rede sein. Ich habe mir sogar schon Gedanken über die nächsten vier Jahre gemacht. Ich möchte die Mannschaft unbedingt noch bis zum Übergang in den Herrenbereich trainieren. Das habe ich dem Team auch gesagt. Die Jungs sind mir echt ans Herz gewachsen – fast wie die eigenen Kinder.

Welche Absage für die kommenden Wochen/Monate schmerzt am meisten?

Der Wettkampf, die Spiele – das ist doch das Salz in der Suppe.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Ich lese von Richard David Precht gerade das Buch „künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“. Sehr spannend, denn auch in meinem Beruf als Versicherungskaufmann wird es in nächster Zeit vielleicht grundlegende Veränderungen geben.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Ich mache kein Homeoffice, weil ich in meiner Agentur Publikumsverkehr habe.

Wen in Ihrem Sport vermissen Sie am meisten?

Die Mannschaft im Trainingsbetrieb. Wir sind in den vergangenen Jahren zu einem echten Team zusammen gewachsen.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Beides bei uns ganz ruhig. Wir werden zu Hause bleiben und mal mit der Familie meines Bruders einen Abend verbringen.

Stadion, Konzert, Theater? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Ich teile mir mit drei weiteren Personen eine Dauerkarte im Weserstadion. Es wäre schön, ein Bundesligaspiel mal wieder live im Stadion zu verfolgen. Und eigentlich wollten wir im November in Hamburg zu einem Konzert von „Aha“ fahren. Das ist leider abgesagt. Jetzt hoffen wir, dass es im Mai nachgeholt wird.

Von Gerd Töbelmann

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