Brinkums Handballern ist es gelungen, durch einen abgelehnten Aufstieg an Stärke zu gewinnen

„Die entwickeln sich wunderbar“

2011 wollten sie noch nicht aufsteigen, in diesem Jahr war der Jubel dann um so größer: Die Verbandsliga-Meistermannschaft des FTSV Jahn Brinkum. ·
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2011 wollten sie noch nicht aufsteigen, in diesem Jahr war der Jubel dann um so größer: Die Verbandsliga-Meistermannschaft des FTSV Jahn Brinkum. ·

Brinkum - Von Arne HelmsCarsten von der Heyde spielt seit zehn Jahren Handball für den FTSV Jahn Brinkum, hat die Trainer Werner Rohlfs, Torsten Uhlenberg und nun Sven Engelmann erlebt. Auch Kapitän ist der 31-Jährige nicht erst seit gestern. Und doch haben sich seine Aufgaben mit dem Verbandsliga-Meistertitel der vergangenen Saison verschoben.

Nachdem die Brinkumer einen Aufstieg 2011 noch abgelehnt hatten, um in der Oberliga nicht als Freiwild zu enden, ging es im Sommer eine Etage höher. Viel Arbeit hieß das für Carsten von der Heyde. „Für einen Mittelmann wie ihn ist es viel leichter, eine siegreiche Mannschaft zu führen als eine, die unten drinsteht“, sagt Coach Engelmann. Von der Heyde müsse nun „aufbauend arbeiten und positive Energie verbreiten“. Jemanden wie Ralf Warfelmann im linken Rückraum habe der Spielmacher „mal an die Hand zu nehmen. Bei Matthias Schneider geht es mit Anschreien auch nicht.“ Die beiden Shooter, zwei Sieggaranten im Meisterjahr, bekommen die Härte der Oberliga massiv zu spüren. Da türmen sich ganz andere Berge vor ihnen auf; die Erfolgserlebnisse werden weniger. „Lässt einer den Kopf hängen, muss ich mal den Bauch streicheln und motivieren“, sagt der ruhige Kapitän.

Von der Heyde ist gewarnt: Denn was negative Momente mit einer unerfahrenen Mannschaft machen können, bekam Jahn 2009 zu spüren. Damals wie heute hatte Engelmann bei seinen Neuzugängen eher auf Topspieler aus unterklassigen Vereinen gesetzt. In der Oberliga zahlten die Neuen aber so viel Lehrgeld, dass das Projekt misslang. Die Stimmungslage war nicht gerade glänzend. Nach dem Abstieg waren viele wieder verschwunden. „Das wollten wir beim neuen Anlauf unbedingt vermeiden“, erzählt Carsten von der Heyde und fügt hinzu: „Durch das weitere Jahr in der Verbandsliga sind wir gefestigter und haben uns spielerisch aneinander gewöhnt. Das hätte ich so im letzten Jahr nicht unterschrieben.“ Auch das Umfeld sei „näher zusammengerückt“, ergänzt Coach Engelmann und erinnert an die mühselige Arbeit von Teammanager Jürgen Schneider und dessen Sohn Christoph. Der Linksaußen hatte sich neben der Reha nach einem Bandscheibenvorfall auch noch der Sponsorensuche angenommen.

Die Oberliga soll für Jahn Brinkum kein einmaliger Ausrutscher bleiben. Das ist mittlerweile auch bei den Zuschauern angekommen. Bis zu 200 sind es in der laufenden Saison pro Spiel. Mit drei Siegen, zwei Remis und sieben Niederlagen ist der Aufsteiger den Erwartungen entsprechend gestartet.

Es gab Situationen im Meisterjahr, da fühlte sich Engelmann von der Oberliga allerdings weit entfernt: „Einmal haben wir wirklich ratlos in der Kabine gesessen. Und in Elsfleth dachte ich nur: Meine Güte, wo soll das nur hinführen?“ Schon nach dem 13. Spieltag aber war das Projekt Aufstieg unaufhaltbar, auch wenn bei Engelmann Zweifel blieben, „weil ohne Zweifel kommst du nicht voran“. Den ersten Platz aber gaben seine Mannen bis zum Ende nicht her.

In diesem Jahr müssen sie wohl mindestens Zwölfter von 15 werden, um die Klasse zu halten. Damit Engelmann auf hohem Niveau das tun kann, was er laut von der Heyde „extrem gut“ beherrscht: Junge Spieler ausbilden, „die entwickeln sich hier wunderbar“.

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