„Ich bin sauer auf mich selbst“

Halbfinal-Aus für Anna-Lena Freese bei den „Deutschen“ nach Sportlerwahl-Sieg

7,56 Sekunden im Halbfinale reichten Anna-Lena Freese nicht, um in den Endlauf einzuziehen.

Leipzig/Diepholz – Als Lisa Marie Kwayie nach 7,21 Sekunden und nur mit einem Wimpernschlag Vorsprung auf Malaika Mihambo (7,22) ins Ziel stürmte, lag Anna-Lena Freese gerade auf der Massagebank. Während des 60-Meter-Finals bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leipzig hatte die 26-Jährige am Samstagabend einen Termin bei ihrem Physiotherapeuten.

„Die Zeiten im Finale waren stark, keine Frage“, meinte die frisch gebackene Sportlerin des Jahres im Landkreis Diepholz – und fügte an: „Aber es hat mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr interessiert.“ Die Sprinterin vom FTSV Jahn Brinkum war „sauer auf mich selbst“, weil sie beim ersten Highlight des Jahres den Einzug in den Endlauf verpasst hatte. Freeses Fazit: „Ich hatte es mir deutlich anders vorgestellt. Leider ist es nicht so gelaufen wie gewünscht – schwierig zu sagen, woran es genau lag.“

Am Freitagabend war sie per Skype zur Sportlerwahl-Gala in der Kreissparkasse Diepholz geschaltet worden und hatte über ihren vierten Sieg gestaunt. 25 972 Punkte, 45,9 Prozent aller Teilnehmer an der Abstimmung (insgesamt 8 949) hatten ihre Startnummer vier gewählt. „Wow, der Wahnsinn. Das ist eine richtig schöne Bestätigung. Und natürlich gibt das Auftrieb und Motivation“, meinte Freese.

Nach der Live-Schaltung („Eine schöne Situation, die ich so auch noch nie hatte“) ging Freese in Leipzig zum Abendessen und stieß mit ihrem Freund Markus auf ihren erneuten Triumph an. „Aber nur mit Apfelschorle, da ich während einer Saison keinen Alkohol trinke“, erzählte die Stuhrerin.

Gut geschlafen und richtig Bock auf den Wettkampf

Am nächsten Morgen fühlte sie sich frisch und bereit für große Taten bei den „Deutschen“. „Ich habe gut geschlafen und hatte richtig Bock auf den Wettkampf. Es hat alles gepasst“, sagte Freese. Auch beim Aufwärmen habe sie sich „super gefühlt“ und die hervorragende Atmosphäre in der ausverkauften Halle („Das war mega“) genossen. Als jedoch der Startschuss zum Vorlauf ertönte, war es schnell vorbei mit der Herrlichkeit. „Es lief nicht so rund, ich bin schwer reingekommen“, urteilte sie. Die 7,55 Sekunden waren recht weit weg von ihrer persönlichen Bestzeit (7,39), die sie sich als Richtwert gesetzt hatte – aber es reichte, wenn auch knapp, fürs Halbfinale. Dort war nach 7,56 Sekunden und einem erneut durchwachsenen Lauf jedoch Endstation. Letztlich landete Freese über die 60 Meter, die nicht gerade ihre Lieblingsstrecke sind, auf Platz 13.

Mit ihrem Trainer Björn Sterzel wird sie nun per Video analysieren, warum es nicht für das Finale gereicht hat. „Es ist schade, weil man natürlich gerade für solche Wettkämpfe trainiert“, haderte Freese, die den Kopf allerdings nicht in den Sand steckte: „Ich weiß, dass ich es draufhabe – und dass wir jetzt nicht alles umkrempeln müssen.“ Die Hallensaison ist beendet – nun will Freese im Freien neu angreifen.

Preise stehen im „alten Kinderzimmer“

Am Sonntagabend reiste sie mit dem Auto zurück nach Hannover, ihre Preise für den Sieg bei der Sportlerwahl sowie die Aufstellerfigur in Lebensgröße wird sie erst am Wochenende zu Gesicht bekommen. Papa Ralf hatte alles mit nach Hause in Stuhr genommen. „Die Sachen stehen in meinem alten Kinderzimmer“, verriet Freese: „Und wenn ich bald wieder zu Hause bin, nehme ich alles mit, was ich mitkriege und in meiner Wohnung in Hannover unterbringen kann.“

TV-Tipp: Dreispringerin aus Asendorf im NDR-Sportclub

Ihre Stimmung war bestens. Während ihrer Zugfahrt nach Hamburg, wo sie am Sonntagabend in der TV-Sendung NDR-Sportclub (ab 23.10 Uhr) auftritt, sprach Neele Eckhardt über ihren Coup von Leipzig. Deutsche Hallenmeisterin im Dreisprung mit 14,09 Metern war die 27-Jährige von der LG Göttingen, die ihre Wurzeln in Asendorf hat, am Samstag geworden. 

DM-Gold! Neele Eckhardt strahlt.

„Es war ein schwieriger Wettkampf, ich wäre gerne einen Tick weiter gesprungen“, sagte Eckhardt auf Nachfrage dieser Zeitung: „Aber es ging eben um einen Titel, deswegen bin ich sehr zufrieden.“ Im fünften von sechs Versuchen gelang ihr die Siegerweite, letztlich hatte sie sechs Zentimeter Vorsprung auf Kristin Gierisch. Mit Ute Schröder, ihrer damaligen Trainerin in Asendorf, stieß Eckhardt auf ihren Meistertitel an. mr

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