Deutsche Meisterin Eckhardt auf Stippvisite in der Heimat

Deutschlands beste Dreispringerin trainiert Nachwuchs des TSV Asendorf

+
Der Leichtathletik-Nachwuchs des TSV Asendorf war von der Anwesenheit Neele Eckhardts (Mitte, 4.v.r.) schwer angetan. „Wie sie so durch die Luft fliegt – das ist schon Wahnsinn“, meinte zum Beispiel Leon Michelmann.

Asendorf - Von Julian Diekmann. Ungeduldig warteten die Nachwuchstalente der Leichtathletiksparte des TSV Asendorf auf ihr Idol. Als Neele Eckhardt dann am Montagabend pünktlich den Sportplatz an der Essener Straße betrat, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Kein Wunder – immerhin stand gerade die amtierende deutsche Freiluft- und Hallen-Meisterin im Dreisprung vor ihnen. Eineinhalb Stunden nahm sich die 26-jährige Ausnahmesportlerin Zeit, um mit den Kindern ein Schnuppertraining zu veranstalten. Doch bevor es in die Sprungkuhle ging, mussten erst einmal dutzende Selfie- und Autogrammwünsche befriedigt werden.

Dem kam die ehemalige Athletin des TSV Asendorf selbstverständlich nach – und der Nachwuchs dankte es ihr. „Ich habe mich riesig auf Neele gefreut“, sagte beispielsweise die zehnjährige Jelka Brüning: „Wenn ich mal groß bin, möchte ich genauso gut springen können wie sie. Ich kann auf jeden Fall viel von ihr lernen.“ Und Eckhardt machte sich auch gleich an die Arbeit. Nach ein paar Stadionrunden zum Einlaufen folgten Dehnübungen, ehe es zum Techniktraining in die Sprungkuhle ging.

Dass Eckhardt überhaupt eine Trainingseinheit gab, hatten die Nachwuchs-Athleten ihrer Trainerin Ute Schröder zu verdanken, die die junge Neele schon im Kindesalter trainiert hatte. „Ich war am Wochenende mit ihr essen und habe sie spontan gefragt, ob sie sich nicht ein Schnuppertraining vorstellen könnte“, berichtete Schröder: „Sie hat dann spontan zugesagt.“

Es bot sich auch einfach an. „Die Saison ist vorbei, und ich bin gerade auf Heimatbesuch bei meinen Eltern. Von daher bin ich natürlich gerne vorbeigekommen. Denn ohne Ute wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ich habe ihr viel zu verdanken“, betonte die Dreispringerin, die bis 2013 noch für den TSV Asendorf auflief und kürzlich bei den in Berlin ausgetragenen Europameisterschaften den zehnten Platz belegte.

Wann bekommt man schon mal eine amtierende Deutsche Meisterin vor das Handy, dachte sich wohl auch Jelka Brüning (li.).

Asendorf damals zu verlassen, fiel der Athletin aber alles andere als leicht: „Immerhin ist es mein Heimatverein.“ Als sie dann aber das Angebot bekam, ins Sportinternat nach Hannover zu wechseln, blieb ihr keine andere Wahl. „Das war nicht einfach“, erinnert sich Eckhardt zurück: „Aber selbst Ute hat mir geraten, dorthin zu gehen, um mich weiterzuentwickeln.“ Es war der richtige Schritt. Im Internat wurde ihre Stärke für den Dreisprung erkannt. Den Weitsprung, den sie seit Kindertagen trainierte, ließ sie fortan weg, feierte dafür aber einige niedersächsische und norddeutsche Meisterschaften im Dreisprung. Nachdem sie das Internat erfolgreich abgeschlossen hatte, folgte 2012 der Wechsel nach Göttingen, um dort ein Jurastudium zu beginnen. In der Universitätsstadt schloss sie sich dann auch der LG Göttingen an. „Ich werde aber erst mal bis 2020 professionell Sport treiben und dann anschließend mein Examen ablegen“, ist Eckhardts Fokus momentan voll auf die Leichtathletik ausgerichtet: „Denn mein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.“ Es wären ihre ersten. „Ich bin auf jeden Fall auf einem guten Weg. Wichtig ist, dass ich verletzungsfrei bleibe.“

Von so einer steilen Karriere träumt selbstverständlich auch Asendorfs Nachwuchs. „Ich habe Neele schon so oft im Fernsehen gesehen. Sie hat einfach eine super Technik, wie sie so durch die Luft fliegt – das ist schon Wahnsinn. Das möchte ich irgendwann auch mal beherrschen“, zeigte sich Leon Michelmann (Jahrgang 2006), eines der aufstrebenden Talente des TSV, tief beeindruckt von der 26-jährigen Lokalmatadorin: „Ich finde es einfach cool, dass eine Deutsche Meisterin mit uns trainiert. Sie ist auf jeden Fall ein großes Vorbild für mich.“

Und wer weiß, vielleicht ist der zwölfjährige Michelmann in Zukunft das nächste Aushängeschild des TSV Asendorf. Die Voraussetzungen bringt der junge Sportler zumindest mit. Und in Person von Ute Schröder hat er eine Trainerin an seiner Seite, die genau weiß, wie man aus talentierten Leichtathleten deutsche Meister formt.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Meistgelesene Artikel

Barnstorfs Luka Hildebrand fährt nach Barcelona

Barnstorfs Luka Hildebrand fährt nach Barcelona

Schiri-Entscheidungen bringen Engelke auf die Palme

Schiri-Entscheidungen bringen Engelke auf die Palme

Frohnatur Lars Diedrichs analysierte Gegner für die deutsche Nationalmannschaft

Frohnatur Lars Diedrichs analysierte Gegner für die deutsche Nationalmannschaft

Bors bringt sein Team auf Kurs

Bors bringt sein Team auf Kurs

Kommentare