Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack in Japan / Ihr Fanclub feiert sie schon

Der Traum vom Olympia-Finale

Der wohl kleinste und jüngste Neele-Eckhardt-Noack-Fanclub: Leila (links) und Matilda wünschen der Dreispringerin „toi, toi toi für Tokio“ – und tragen dabei die roten Shirts, die sie als Überraschungsgeschenk von der 29-Jährigen bekamen.
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Der wohl kleinste und jüngste Neele-Eckhardt-Noack-Fanclub: Leila (links) und Matilda wünschen der Dreispringerin „toi, toi toi für Tokio“ – und tragen dabei die roten Shirts, die sie als Überraschungsgeschenk von der 29-Jährigen bekamen.

Die ehemalige Asendorfer Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack steht unmittelbar vor der Erfüllung ihres sportlichen Traumes. Derzeit absolviert die 29-Jährige noch ein Trainingslager im japanischen Miyazaki, ehe es dann am 29. Juli zu den Olympischen Spielen nach Tokio geht. Und dies mit einem rührenden Gruß aus der Heimat.

Syke/Miyazaki – Diese Überraschung ist total gelungen! Um zu verstehen, wie Neele Eckhardt-Noack so tickt, sei vorab folgende Anekdote erzählt: Gebeten um ein Autogramm mit Geburtstagswidmung, machte die 29-jährige Dreispringerin ein kleines Päckchen fertig. Darin enthalten: ein nettes Briefchen, drei signierte Karten von ihr in Aktion – und zwei originale Deutschland-Shirts, die eigentlich nur die Top-Leichtathleten der Republik tragen.

Die beiden beschenkten Mädchen, Leila und Matilda, waren völlig aus dem Häuschen und sind nun endgültig richtige Eckhardt-Noack-Fans. Ihr spezielles Dankeschön: Fotos mit einem „Toi, toi, toi für Tokio“-Plakat und ein 13-sekündiges Anfeuerungsvideo. „Ich habe mich sehr darüber gefreut – auch, dass die Shirts passen“, sagt Eckhardt-Noack, die seit Anfang der Woche im Vorbereitungs-Camp der deutschen Leichtathleten im südjapanischen Miyazaki weilt und sich dort auf ihre ersten Olympischen Spiele vorbereitet. Es ist das absolute Highlight ihrer bisherigen Karriere.

Kurz vor ihrem nächsten Physio-Termin spricht die amtierende deutsche Meisterin (Halle und Freiluft), die früher beim TSV Asendorf aktiv war und inzwischen für die LG Göttingen startet, am Telefon über ihre beschwerliche Anreise. Über ihre ersten Eindrücke, ihre Vorbereitung und ihre Ziele.

Am Montag flog Eckhardt-Noack mit anderen deutschen Athletinnen und Athleten von Frankfurt Richtung Tokio. Nach zwölf Stunden Aufenthalt in Japans Hauptstadt ging es weiter nach Miyazaki. „Es war ultra-anstrengend“, stöhnt sie, „diese Anreise hatte es wirklich in sich.“ Nicht nur wegen der langen Flugdauer und Wartezeit, sondern vor allem auch wegen der strengen Corona-Regularien. „An 15 Stationen mussten wir Formulare ausfüllen, dazu kamen PCR-Tests und das ständige Einscannen von QR-Codes. Aber letztlich sind wir gut angekommen.“

In ihrem Hotel sind die meisten Olympioniken aus dem deutschen Leichtathletik-Team untergebracht. „Um die 70 Leute“, schätzt Eckhardt-Noack. Die Corona-Auflagen – auch dort allgegenwärtig. „Eigentlich bin ich nur im Hotel oder beim Training“, erzählt sie, „wir befinden uns hier in einer Bubble. Das ist schon ein komisches Gefühl. Aber es sind ja nicht so viele Tage. Und wir haben jetzt im Garten des Hotels einen eigenen Bereich für uns. Dort können wir uns frei bewegen, sonst nicht.“

Vorfreude: Neele Eckhardt-Noack feiert ihr Olympia-Debüt.

Dass die Freizeitangebote in Miyazaki überschaubar sind, stört sie allerdings gar nicht so sehr. „Man kommt gut zur Ruhe. Vormittags lese ich entspannt, nachmittags ist meistens Training. Außerdem habe ich viel Physiotherapie, um optimal vorbereitet zu sein.“

Ihre Gedanken kreisen logischerweise schon um den großen Tag – genau genommen könnten es sogar zwei große Tage werden, wenn es gut läuft. Am 29. Juli fliegt Eckhardt-Noack nach Tokio, am 30. steht die Dreisprung-Qualifikation auf dem olympischen Wettkampfplan (ab 12.05 Uhr deutscher Zeit). Und am 1. August (ab 13.20 Uhr) folgt das Finale, das sie allzu gerne erreichen würde: „Das wäre ein Highlight, absolut. Aber die internationale Konkurrenz im Dreisprung ist unfassbar stark.“ Sie möchte sich bei ihrer Olympia-Premiere voll auf sich fokussieren, „einfach eine gute Leistung zeigen und in einen Bereich springen, der mir möglich ist“. Ihre aktuelle Bestweite: 14,52 Meter. Geschafft bei der diesjährigen Hallen-EM in Torun, wo sie unerwartet Bronze holte.

Es fühlt sich momentan irgendwie noch surreal an. Aber je näher der Wettkampf kommt, desto mehr wird auch die Stimmung steigen.

Neele Eckhardt-Noack auf die Frage, ob sie schon so richtig in Olympia-Stimmung ist

Wenn die Dreispringerinnen in die Grube fliegen, werden sie dies ohne die Unterstützung von den Rängen des Olympia-Stadions tun müssen. Aus Sicherheitsgründen sind Zuschauer nicht zugelassen. „Das habe ich mir natürlich so nicht vorgestellt. Die Stimmung wird total anders sein“, weiß Eckhardt-Noack. Ihre Vorfreude lässt sich die Jura-Studentin davon allerdings nicht vermiesen: „Ich bin einfach froh, dass die Spiele stattfinden.“

Dass es an der Austragung wegen der Corona-Pandemie viel Kritik gibt, ist Eckhardt-Noack bewusst. Sie konzentriert sich allerdings darauf, wie die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bereit zu sein für den Höhepunkt ihrer Laufbahn: „Ich bin Sportlerin – für mich zählt der Wettkampf.“

Ein mulmiges Gefühl beschleicht sie nicht – obwohl sie als Asthmatikerin ein höheres Risiko hat als andere. Und obwohl sich schon vor dem Start der Spiele die Infektionen mehren. „Das Essen im Flugzeug war das einzige, was vielleicht ein bisschen brenzlig war – weil wir da keine Masken aufhatten. Ansonsten sind die meisten, so wie ich, geimpft. Da mache ich mir keine konkreten Sorgen.“

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