TRAINER-TANDEM Wolfgang und Ralf Pinkes steigen mit SG Diepholz II in die 1. Kreisklasse auf

Der Sohn verhilft dem Vater zum Comeback

Ein erfolgreiches Trainer-Tandem bei der SG Diepholz II: Wolfgang und Ralf Pinkes. Das Vater-Sohn-Gespann schaffte mit den Kreisstädtern den Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse. 
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Ein erfolgreiches Trainer-Tandem bei der SG Diepholz II: Wolfgang und Ralf Pinkes. Das Vater-Sohn-Gespann schaffte mit den Kreisstädtern den Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse. Foto: Borchardt
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Diepholz – Das kommt sicherlich nicht so oft vor, dass Vater und Sohn ein Trainer-Tandem bilden. Bei der SG Diepholz gibt es aber eins: Wolfgang Pinkes trainiert mit seinem Sohnemann Ralf die SG Diepholz II in der 2. FußballKreisklasse Süd. Und das auf Anhieb erfolgreich: Die Mannschaft belegt hinter dem TSV Mellinghausen den zweiten Platz und steigt dadurch in die 1. Kreisklasse auf. Wenn am Samstag auf dem virtuellen Verbandstag des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) aufgrund der Corona-Pandemie der zu erwartende Saisonabbruch beschlossen wird, dann stünde nach der Quotientenregelung der Aufstieg der SG Diepholz II fest.

Eigentlich wollte „Wolle“ Pinkes nach dem Bezirksliga-Verbleib der Ersten in der Serie 2017/2018 (sprang nach der Trennung von Frank Heyer für neun Monate ein) keine Mannschaft mehr als Coach übernehmen. Doch dann kam die Anfrage von seinem Sohn. Versicherungskaufmann Ralf Pinkes überzeugte seinen Vater, der zusagte. „Wenn wir es nicht gemacht hätten, dann wäre die Mannschaft auseinandergebrochen“, sagt der 29-jährige „Dale“ (Spitzname) Pinkes rückblickend. Da das bisherige Trio mit Christian Strangmeyer, Gerrit Hofemeister und Maximilian Brüning aus unterschiedlichen Gründen kürzertrat, musste eine Lösung her.

Seit Juli vergangenen Jahres ist das Pinkes-Duo nun für die Zweite verantwortlich. Der frühere Berufssoldat Wolfgang Pinkes bereut seine Zusage nicht: „Die Spieler der zweiten Mannschaft sind ein lieber Haufen, sie haben sich sportlich verbessert, und die Kameradschaft ist einfach top.“

Der Mix passt: Erfahrene und junge Spieler ergänzen sich. Innenverteidiger Gerrit Hofemeister und der offensive Mittelfeldakteur Maximilian Brüning bringen Bezirksliga-Erfahrung mit. Im Sturm wirbelte der 13-fache Torschütze Saad Haji. Der 21-Jährige spielt jedoch künftig in der Ersten. Zu den Leistungsträgern zählen auch der körperlich robuste Sechser Thomas Eirich und Offensivmann Shiar Ammo. Das Tor hütet Erik Noel. Wenn er einmal nicht da ist, dann springt der 56-jährige „Wolle“ Pinkes selbst in die Bresche. Der erfahrene Schlussmann ist topfit, kann jederzeit aushelfen: „Einen zweiten Torhüter haben wir nicht.“

Ralf Pinkes, der in der Serie 2012/2013 in der zweiten B-Junioren-Mannschaft des JFV RWD Rehden als Co-Trainer gearbeitet hat, will demnächst auch einen Trainerschein machen. Er selbst spielt in der Reserve auf der Zehn, hat von seinem Vater einiges gelernt und erfahren. „Ich habe früher bei Papa in der Kabine gelauscht“, schmunzelt der gebürtige Gerolsteiner.

Pinkes junior bevorzugt das offensivere Spiel: „Mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0.“ Was ist drin für die SG Diepholz II in der 1. Kreisklasse? „Ich traue uns den Klassenverbleib zu, chancenlos sind wir nicht. Wir gehen die Sache locker an“, meint er.

Die Aufgaben im Training teilen sich Wolfgang und Ralf Pinkes. Beispiel: Die eine Gruppe macht etwas mit dem Ball, die andere läuft. Geraten Vater und Sohn auch einmal aneinander? „Konflikte gibt es, wenn ich Ralf einmal kritisiere“, unterstreicht Pensionär Pinkes. Der Sohn steckt Kritik weg, sagt: „Wir können Fußball und Privates gut auseinanderhalten.“

Die SG Diepholz II bestritt am 15. November 2019 ihr letztes Punktspiel, erreichte beim Tabellendreizehnten. TuS Kirchdorf II ein 2:2. Danach kam die Winterpause, und im März folgte die Corona-Pandemie. „So eine lange Fußball-Pause habe ich noch nie erlebt“, betont „Wolle“ Pinkes. Der 56-Jährige ist gespannt, wann es wieder losgeht, verspricht bereits: „Wir gehen mit dem gleichen Elan heran, wie wir im Herbst aufgehört haben.“ Er plant fest, dass die Vorbereitung sich diesmal über sieben Wochen zieht: „Wir werden zunächst mehr Spaß anbieten als ernsthaftes Training. Es ist wichtig, dass alle wieder Bock auf den Ball haben.“

Ein Ausstieg stand für Pinkes senior nach der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 nicht zur Debatte: „Nach so einer Saison will ich weitermachen. Ich lasse Ralf und den Verein nicht hängen.“

Von Matthias Borchardt

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