ADVENTSKALENDER Alec Kuhlmann, Christian Zerfowski und Dennis Krefta haben an Heiligabend Geburtstag

„Der schönste Tag des Jahres“

Tür auf – Kerze an: Heiligabend ist für Alec Kuhlmann immer etwas Besonderes.
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Tür auf – Kerze an: Heiligabend ist für Alec Kuhlmann immer etwas Besonderes.

Sie waren nicht umlagert von Hirten, haben keine Geschenke von den Heiligen Drei Königen bekommen – und lagen auch nicht in einer mit Stroh gefüllten Krippe. Alec Kuhlmann, Christian Zerfowski und Dennis Krefta sind vor 26, 21 und 30 Jahren in Krankenhäusern der Region geboren – aber eben an einem ganz besonderen Tag: Heiligabend!

Wagenfeld/Sulingen/Brinkum - An dieser Stelle natürlich erst mal herzlichen Glückwünsch den drei „Christkindern“. Im letzten Teil unseres „Adventskalenders“ verraten die drei Fußballer, welche Vor- und Nachteile dieser Geburtstag hat – und wie sie ihn in diesem Jahr verbringen.

Alec Kuhlmann

Dem Rechtsverteidiger vom Bezirksligisten TuS Wagenfeld ging es früher wie wohl fast allen, die am 24. Dezember zur Welt gekommen sind: Kindergeburtstagsfeiern mussten immer verschoben werden. „Wir haben es dann meistens im Sommer nachgeholt, wenn das Wetter besser war“, erzählt der nun 26-Jährige.

Ob er lieber an einem anderen Datum Geburtstag hätte? Kuhlmann schüttelt den Kopf: „Ich kenne es ja gar nicht anders – und mir fehlt da nichts.“

Im Jahr seiner Konfirmation sei „die Jux-Idee“ entstanden, dass abends doch mal ein paar Freunde zum Anstoßen vorbeikommen könnten. „Ich dachte, das machen die an diesem Tag sowieso nicht“, sagt Kuhlmann und grinst. Doch sie machten es. Und so wurden die weihnachtlichen Besuche der Kumpel quasi zur guten Tradition – es wird wohl auch 2021 so sein.

Die Feierei mit der Familie hat der in Diepholz geborene Kuhlmann dann schon hinter sich. Morgens bruncht er mit seiner Mutter und seinem Bruder Ike sowie Freundin Laura (Tochter des ehemaligen Wagenfelder Fußballers Rainer Wiedemann) und deren Familie. „Nachmittags gehen einige in die Kirche, abends folgt das nächste Essen“, schildert der Wagenfelder. Oft gab es einen Puter, im letzten Jahr Fondue. „Diesmal weiß ich es gar nicht so genau“, gesteht Kuhlmann. Am ersten Weihnachtstag, nach dem abendlichen Date mit den Freunden, will er dann „erst mal schön ausschlafen“.

Weil er eben nur einmal im Jahr beschenkt wird, fielen die Präsente „oft etwas größer aus“. Da war auf dem Geburtstagstisch (Bescherung morgens) beziehungsweise unter dem Weihnachtsbaum (Bescherung abends) schon mal ein Fahrrad zu finden. Oder eine Playstation. Inzwischen wünscht sich Kuhlmann „eigentlich immer Geld“. In diesem Jahr könnte jedoch noch die eine oder andere Überraschung dabei sein. Vielleicht ein Möbelstück für das neue Haus, das er mit seiner Freundin gerade in der Nähe des Wagenfelder Sportplatzes baut.

Christian Zerfowski

Der Heiligabend-Morgen beginnt immer gleich. „Meine Eltern und meine Schwester Jana wecken mich mit Happy Birthday“, berichtet der 21-Jährige von dem Ständchen, das eine Art Ritual geworden ist. Zerfowski lebt mittlerweile in Rinteln und absolviert an der Steuerakademie ein duales Studium, später will der gebürtige Achimer damit beim Finanzamt arbeiten. Aber an Weihnachten ist er nicht in seiner Wohnung, sondern zu Hause bei der Familie in Wechold.

Dass sein Geburtstag ausgerechnet auf Heiligabend fällt, findet der Offensivmann des Bezirksligisten FC Sulingen überhaupt nicht schlimm. „Viele sagen, es ist blöd. Aber ich freue mich immer doppelt und dreifach. Für mich ist es der schönste Tag des Jahres.“

Vor drei Jahren war dieser Tag sogar noch besonderer als sonst. Zerfowski hatte seinen Führerschein in der Hand, durfte fortan ohne Begleitung fahren – und tat es auch direkt. Mit einem Kumpel ging es zu einem bekannten Schnellrestaurant nach Nienburg. Seine erste „richtige“ Fahrt.

Für Christian Zerfowski ist der 24. Dezember ein Familientag.

Ansonsten ist Heiligabend bei den Zerfowskis ein Familientag. Klar bekommt er ein paar Anrufe und viele Nachrichten aufs Handy, „aber da gucke ich nur zwischendurch mal drauf“. Er hat eben kaum Zeit. Morgens kommen sein Onkel und seine Tante und bringen zum Brunch „spezielle Schoko-Croissants“ aus Bremen mit. Dazu gibt es Suppe und Salat – und abends, nach dem gemeinsamen Kirchenbesuch in Wechold, die Reste.

Früher hat Konsolen-Spezi Zerfowski, der mit Kumpel Felix Wolf mal Vierter bei den Niedersachsenmeisterschaften im eFootball war, immer die neueste Ausgabe des beliebten Fußballspiels „Fifa“ geschenkt bekommen. In diesem Jahr wünscht sich der junge 1,96-Meter-Mann ein iPhone. „Vielleicht muss ich da noch was dazugeben“, meint er. Vielleicht aber auch nicht, denn auch seine Geschenke fallen am Doppel-Feiertag gerne mal etwas üppiger aus.

Dennis Krefta

Am Vormittag kommen zwar nicht die Heiligen Drei Könige, dafür aber seine drei älteren Brüder Dominik, Sebastian und Lukas, um ihre Geschenke zu übergeben. Treffpunkt ist immer bei den Eltern. Dort teilt die katholische Familie auch das Brot und isst gemeinsam. Kein Fleisch an diesem Tag, stattdessen viel Fisch – und herzhafte Pfannkuchen mit einer Champignon- und Krautsalat-Füllung.

Anschließend, ab etwa 22.00 Uhr, feiert der Bremen-Liga-Fußballer des Brinkumer SV gerne mit ein paar Freunden in einer „kleinen Location“, einem Kiosk mit Vorbau. Wegen Corona in diesem Jahr aber nicht – ausgerechnet.

Ab 22.00 Uhr geht es für Dennis Krefta mit einigen Freunden in eine spezielle „Location“.

Denn Krefta – in Bremen geboren, in Huchting zu Hause und bei einem Edelstahl-Service als Fachkraft für Lagerlogistik tätig – ist 30 geworden. „Oh man, ja“, seufzt er und grinst: „Raus aus den Zwanzigern, das ist schon hart. Man wird alt.“ Fegen müsste er aber sowieso nicht, denn er hat in diesem Jahr seine Freundin Yvonne geheiratet. Kurz vor der Geburt des gemeinsamen Sohnes Milian im Juni. „Jetzt Papa zu sein, ist für mich das größte Geschenk überhaupt“, schwärmt Krefta.

Mit dem Söhnchen und dem Rest der Familie wird nun gefeiert. „Das ist das Schöne, wenn man Heiligabend Geburtstag hat“, findet der 30-Jährige: „Es sind alle beisammen. Die Hauptsache ist doch ohnehin, dass auch alle gesund sind.“

Und wenn sie noch etwas länger im Weihnachtszimmer zusammensitzen, gibt es schon den nächsten Grund für eine Mini-Party: Der älteste Bruder Sebastian hat am 25. Dezember Geburtstag. Und Krefta sagt mit einem Lächeln: „Da könnten wir reinfeiern.“

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