SPIELER DES WOCHENENDES Philipp Eggers ist Seckenhausens Standard-Spezialist

Der „Eggi“ mit dem „Wumms“

Der Ball ist sein Freund – besonders, wenn er ruht: Mit seinen Standardsituationen sorgt Seckenhausens Philipp Eggers (Mitte) immer wieder für große Gefahr.
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Der Ball ist sein Freund – besonders, wenn er ruht: Mit seinen Standardsituationen sorgt Seckenhausens Philipp Eggers (Mitte) immer wieder für große Gefahr.

Seckenhausen – Am Ende des Gesprächs plaudert Philipp Eggers noch ein bisschen aus dem Nähkästchen – und erzählt eine interessante Anekdote. Vor einigen Jahren hat er mal versucht, die Freistoßtechnik des einstigen englischen Superstars David Beckham zu kopieren. Und scheiterte. „Das war alles völlig gegen meinen natürlichen Bewegungsablauf. Die Anlaufrichtung war schwierig. Und mit der speziellen Fußstellung habe ich es nicht ansatzweise hingekriegt, präzise zu schießen“, erinnert sich der Mittelfeldmann des Fußball-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst mit einem Schmunzeln. Schließlich gab Eggers auf und schoss wieder so, „wie ich immer geschossen habe. Das hat deutlich besser geklappt.“

Einen Beweis dafür lieferte der 28-Jährige nun beim 2:0 im Spitzenspiel in Bruchhausen-Vilsen, als er per Freistoß aus 25 Metern zum Endstand traf. „Eggi“, so nennen sie ihn in Seckenhausen „hat einen richtigen Wumms“, lobt Trainer Iman Bi Ria: „Seine Freistöße sind sehr gefährlich.“ Aber nicht nur die: auch die Ecken und Freistoßflanken. Man kann es kurz so zusammenfassen: Wenn der Ball ruht und Eggers antritt, dann brennt’s. Er ist der Standard-Spezialist beim überragend in die Saison gestarteten Aufsteiger, inzwischen – gemeinsam mit Philip Kleingärnter – auch verantwortlich für die Elfmeter. Gegen Okel erzielte er „vom Punkt“ sein erstes Saisontor, nun gegen Vilsen das zweite.

Vorher hatte der bärtige Mann mit dem feinen rechten Fuß das 1:0 von Yannick Leushuis vorbereitet – wenig überraschend per Ecke. „Wir haben da mehrere Varianten. Ich habe es mir noch mal auf Video angeschaut. Es hat genauso geklappt, wie wir es einstudiert haben“, freut sich Bi Ria und ergänzt: „Philipps Ecken kommen genau auf den Punkt.“

Eggers selbst bezeichnet die Standards als eine seiner Stärken – woher sie kommt, weiß er jedoch nicht so genau. Sonderschichten vor oder nach dem Training schiebt er jedenfalls keine. „Es wurde schon immer gesagt, dass ich einen relativ guten Schuss und Kraft im Bein habe. Wobei ich auch sagen muss, dass nicht jede Ecke und jeder Freistoß brandgefährlich ist. Schön, wenn es mal klappt und einer reingeht“, findet er. Tendenziell seien seine Hereingaben die effektivere Waffe: „Wir haben in der Mitte aber auch wirklich gute Abnehmer.“

Einer davon ist Marcel Dörgeloh. Dass der Stürmer aus Brinkum zur TSG zurückkehrte, liegt ganz bestimmt auch an Eggers. Die Zwei lebten jahrelang in einer WG in der Bremer Neustadt zusammen. Da war ein Comeback in Seckenhausen natürlich hin und wieder Gesprächsthema. Trainer Bi Ria und der Sportliche Leiter Andre Schmitz „haben mir immer mal wieder gesagt, dass ich da dranbleiben soll“, verrät Eggers. Er blieb dran – und seit Sommer ist Dörgeloh wieder da. „Schon cool, so einen Kicker jetzt bei uns zu haben“, meint Eggers.

Die Wohngemeinschaft gibt es inzwischen jedoch nicht mehr. Vor zwei Monaten, als „Eggi“ sein Referendariat begann (an Schulen in Gröpelingen und Grambke), suchte sich der angehende Deutsch- und Erdkundelehrer – wieder in Neustadt – eine eigene Bleibe. Genau wie Dörgeloh.

Was Eggers momentan ein bisschen fehlt, ist die Spritzigkeit. Die lange Corona-Zwangspause habe Kraft und Energie geraubt, sagt der Seckenhauser Sechser: „Es sind schon noch Defizite da, aber mittlerweile kann ich wieder problemlos über 90 Minuten gehen.“ Gut für Seckenhausen, denn der Hobby-Fotograf, der mittlerweile über ein stattliches Equipment verfügt, ist laut Bi Ria nicht nur bei Standards extrem wichtig für die TSG: „Er ist ein Kämpfer, der mit seiner Laufstärke viele Räume zumacht.“

Auch dank Eggers thront Seckenhausen nach sechs Spielen an der Tabellenspitze und hat noch keine Partie verloren. Es riecht nach Meisterrunde. Doch sie bleiben extrem vorsichtig bei der TSG. „Klar war der Start super, aber es können Phasen kommen, in denen es nicht so gut läuft“, mahnt Eggers: „Ich sehe noch keinen Grund, unser Saisonziel Klassenerhalt zu korrigieren.“

Von Malte Rehnert

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