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Der britische Überflieger „Eddy the Eagle“

Der „Überflieger“ von Calgary: Michael „Eddie the Eagle“ Edwards.
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Der „Überflieger“ von Calgary: Michael „Eddie the Eagle“ Edwards.

„Als ich acht, neun Jahre alt war, habe ich erstmals bewusst die Olympischen Spiele im Fernsehen gesehen“, erinnert sich Michael Edwards: „Damals dachte ich nur: Wow! Es muss großartig sein, für sein Land an so etwas teilzunehmen. Das wollte ich auch. Egal wie.“

1988 in Calgary war es dann endlich so weit. Edwards war an seinem Ziel angekommen. Und ich saß als kleiner Knirps gespannt vor dem Fernseher. Denn Edwards war nicht irgendein Olympiateilnehmer. Er war der erste Skispringer, der für Großbritannien bei den Olympischen Spielen an den Start ging.

Gut, wirklich erfolgreich war Edwards weder in Calgary noch danach. Mit sage und schreibe 82 Kilogramm Gewicht war er etwa neun Kilo schwerer als der schwerste seiner Kontrahenten, belegte in Calgary am Ende der beiden Durchgänge mit Platz 58 sowie 55 jeweils den letzten Rang.

Dafür stieg Edwards zum absoluten Publikumsliebling auf – und zu meinem Held. Er bekam den nicht ganz ernst gemeinten Spitznamen „Eddie the Eagle“ („Eddie der Adler“) verpasst. Er war eben alles andere als der typische Skispringer. Und genau das faszinierte mich. Er war anders als die anderen. Wegen seiner Weitsichtigkeit war der damals 24-jährige Athlet auf dicke Brillengläser angewiesen, die aufgrund der Witterungsverhältnisse auf der Schanze regelmäßig beschlugen. Er hatte mehr mit der Reinigung seiner Brille zu kämpfen, als sich auf seine waghalsigen Sprünge vorzubereiten.

Als den schönsten Moment seiner Karriere bezeichnete „Eddie the Eagle“ die Abschlussfeier der Spiele 1988. Damals hielt Frank King, Chef des Organisationskomitees, die Abschlussrede, sagte: „Ihr habt Weltrekorde gebrochen, persönliche Bestleistungen aufgestellt und einige von euch schwebten wie ein Adler.“ Daraufhin jubelten die rund 100 000 Zuschauer im McMahon-Stadium Edwards zu, schrien: „Eddie, Eddie!“

Die Olympiateilnahme von 1988 sollte die erste und letzte des britischen „Überfliegers“ bleiben. 1990 änderte das Internationale Olympische Komitee die Regeln und Edwards schaffte die Qualifikation für die nachfolgenden Spiele nie wieder.

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