Spielt der BSV bald in der Regionalliga?

Derbys gegen Brinkum wären für Oberneulands Kapitän Block „eine coole Sache“

Daniel Block
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Oberneulands jetziger Kapitän Daniel Block spielte mal zwei Jahre für Brinkum.

Wird die Saison in der Bremen-Liga abgebrochen und der Meister mithilfe der Quotientenregelung bestimmt, würde der Brinkumer SV in die Regionalliga aufsteigen – und dort Derbys gegen den FC Oberneuland spielen. Für FCO-Trainer Kristian Arambasic und seinen Kapitän Daniel Block (beide Ex-Brinkumer) ein schönes Szenario.

Brinkum/Oberneuland – Zugegeben: Es sind nur Gedankenspiele. Noch steht nicht fest, wie es bei den Fußballern mit der Saison in der Bremen-Liga weitergeht. Immer noch angestrebt wird das Beenden der Hinrunde. Für Anfang April wurden vom Spielausschuss-Vorsitzenden Andreas Kramer auch schon Partien angesetzt. Aber kommt es so? Muss nicht vielleicht sogar die ganze Saison abgebrochen werden? Und was passiert dann in Sachen Auf- und Abstieg? Ein mögliches Szenario beim Abbruch wäre ein Annulieren aller bisherigen Partien, sodass es keine Absteiger gäbe. Der Aufsteiger in die Regionalliga würde aber nach der Quotientenregelung (gesammelte Punkte geteilt durch absolvierte Spiele) ermittelt.

In diesem Falle wäre der Brinkumer SV (bei Punktgleichheit in der Tordifferenz ein Tor besser als der Bremer SV) Meister. Gesetzt den Fall, dass Brinkum tatsächlich in die Regionalliga aufsteigen würde (der Verein will die Lizenz beantragen), haben wir den ehemaligen Brinkumer Trainer Kristian Arambasic und den ehemaligen Brinkumer Spieler Daniel Block mal um eine Einschätzung gebeten, wo die größten Unterschiede der beiden Ligen zu finden sind. Arambasic und auch Block sind seit einigen Jahren beim FC Oberneuland aktiv, der mittlerweile in der Regionalliga Nord spielt. Beide können sich also ein Urteil erlauben.

Dass es im Falle eines Brinkumer Aufstiegs fürs „Überleben“ ohne das Auswechseln des gesamten Kaders geht, macht der FCO vor. „Zuletzt hatte ich neun Spieler in der Startelf, die auch in der vergangenen Saison bei mir in der Bremen-Liga gespielt haben“, sagt Arambasic.

Arambasic: „Auf das Trainer-Team kommt viel mehr Arbeit zu“

Der 43-jährige A-Lizenz-Inhaber, der Brinkum von 2015 bis 2017 trainierte, gibt aber auch zu, dass es einiger Mühen bedarf, um in der Regionalliga nicht zum stetigen Punktelieferanten zu werden: „Wir haben das Training nach dem Aufstieg von drei- auf viermal die Woche hochgefahren. Das ist unbedingt nötig, um sich an die athletischen Gegebenheiten in der Regionalliga zu gewöhnen. Das hat bei uns auch etwas gedauert, aber mittlerweile haben wir uns dem Niveau angepasst. Zudem muss man am Spielsystem feilen, denn wir in der vergangenen und Brinkum in der aktuellen Saison haben die Bremen-Liga in den meisten Spielen dominiert. Das ist in der Regionalliga anders. Da muss man erst einmal auf die Vermeidung von Fehlern in der Defensive achten. Auf das Trainer-Team kommt viel mehr Arbeit zu, um die Mannschaft ganz genau auf den Gegner einzustellen. Das alles würde ich den Brinkumern, die über ein sehr spielstarkes Team verfügen, noch zutrauen.“

Doch Arambasic, der mit seinem Team in den vergangenen drei Jahren immerhin zweimal im DFB-Pokal stand und damit wichtige Einnahmen generieren konnte, gibt auch zu bedenken, dass die sportliche Qualifikation nicht alles ist: „Ich denke, dass es Brinkum, so wie wir, auch mit etlichen Spielern des alten Kaders versuchen würde. Dennoch wird sich der Etat signifikant erhöhen müssen. Pro Saison muss man da mit mindestens 200 000 Euro rechnen. Und bei dieser Summe bekommen die Spieler wahrlich keine hohen Aufwandsentschädigungen. Die vermehrten Kosten gehen schon bei den Heimspielen los, wo Verbandsabgaben und vielleicht Gelder für das Sicherheitspersonal anfallen. Da kommen pro Spiel schon mal 300 bis 400 Euro zusammen. Gemessen auf eine ganze Saison, läppert sich das. Zudem muss man den Spielern, wenn man sie nicht mit viel Geld bezahlen will oder kann, etwa Jobs oder zumindest Nebenjobs bieten. Das erfordert eine ganze Menge Arbeit. Glücklicherweise haben wir in Oberneuland jetzt ein Umfeld, wo das möglich ist.“

Brinkum könnte für Hochsicherheitsspiele nicht an den Vinnenweg „auswandern“

Zudem muss natürlich auch die Spielstätte den Regionalliga-Auflagen genügen. Vor Jahren hätte Brinkum im Falle eines Aufstiegs die Chance gehabt, einige Hochsicherheitsspiele (etwa gegen den VfB Oldenburg) im Stadion des FCO am Vinnenweg auszulagern. Diese Chance gibt es nun nicht mehr. „Das ist vom Tisch. Wir werden unseren Hauptplatz nur allein nutzen“, meinte Arambasic, der gern Derbys gegen Brinkum hätte.

In diese Kerbe schlägt auch Daniel Block, der zusammen mit Arambasic zwei Jahre in Brinkum war, um ihm dann als Spieler und jetziger Kapitän nach Oberneuland zu folgen: „Ich hätte absolut nichts gegen Spiele gegen Brinkum. Das wäre eine coole Sache.“ Und wo sieht der inzwischen 30-Jährige die größten Unterschiede zwischen beiden Klassen? „Die Athletik steht in der Regionalliga viel mehr im Vordergrund. Auch werden Fehler eher bestraft. In der Bremen-Liga war das in dem Maße längst nicht so der Fall. Für mich war die Umstellung nicht ganz so groß, weil ich in früheren Jahren schon mal in Oberneuland oder auch beim VfB Oldenburg in der Regionalliga gespielt habe.“

Aufstieg nach Quotient

Der Beirat des Bremer Fußball-Verbandes (BFV) hat über die Wertung der Saison bei einem Abbruch entschieden – und dabei die Umfrage unter allen BFV-Vereinen berücksichtigt. Sollte die Hinrunde wegen der Corona-Pandemie nicht beendet werden können, werden alle ausgetragenen Spiele der Hinrunde annulliert. Die Staffeleinteilung dieser Saison wäre dann auch die der neuen Serie. Der Bremer Aufsteiger aus der Bremen-Liga in die Regionalliga würde anhand der Tabelle zum Zeitpunkt des Abbruchs nach der Quotienten-Regel ermittelt. Derzeit, betont der Verband, sei eine Fortsetzung der Saison aber noch möglich.

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