Weyhes Coach Stephan Joho hat verändertes Vertragsangebot noch nicht angenommen

9:0 – und dennoch brodelt es

Vatans Co-Trainer Tekin Sazlog (r.) ließ kein gutes Haar an Schiri Markus Balmer.

Kreis-Diepholz - Von Gerd TöbelmannWEYHE · Seit der Jahreshauptversammlung des SC Weyhe ist es klar: Der Verein muss sparen, sparen, sparen. Ungeachtet dessen gaben sich die Landesliga-Fußballer gestern Nachmittag gar nicht schottisch, fegten den ehemaligen Bremen-Ligisten Vatan Sport mit sage und schreibe 9:0 (3:0) vom Acker (das ist wörtlich zu nehmen) und bauten den Vorsprung zum ersten Nichtaufstiegsplatz auf sechs Zähler aus.

Mann des Tages war dabei aus Weyher Sicht ohne Zweifel Gerrit Privenau: Der Weyher Stürmer langte gleich ein halbes Dutzend Mal zu und schraubte sein Torkonto damit auf beachtliche 22 Saisoneinschläge. „Das ist gut für sein Selbstvertrauen“, meinte Weyhes Coach Stephan Joho nur trocken. Vom Aufstieg wollte er zwar noch nichts wissen, ließ aber durchblicken, „dass ich mich damit beschäftige, wenn wir jetzt in den Nachholspielen über Ostern noch sechs weitere Punkte holen.“

Die „Vatanesen“ jedenfalls haben damit nichts mehr zu tun. „Das war’s“, seufzte Co-Trainer Tekin Sazlog, der früher mit Oberneuland oder Rotenburg schon Oberliga gespielt hat. Doch Sazlog wusste, wem Vatan diese Packung zu verdanken hatte: „Der Schiri hat das Spiel entschieden. Bei Weyhe hat er fast nichts gespfiffen – von uns schmeißt er zwei Mann runter und fällt auch noch andere fragwürdige Entscheidungen“, ereiferte sich Sazlog.

Der Ärger ist in Teilen zu verstehen, denn Schiedsrichter Markus Balmer (TV Lehe) pfiff Sachen, die schon recht merkwürdig anmuteten. Unter anderem einen Elfmeter nach eher harmlosem Schubser gegen Frank Felgenhauer (13.). Privenau war’s egal – 1:0. Vatan war danach nicht zu beruhigen, ärgerte sich nicht nur über den Schiri, sondern fand es nicht eben lustig, dass das Spiel auf dem holprigen Nebenplatz anstatt auf dem ebenen Kunstrasen ausgetragen wurde. „Da haben wir uns eben bessere Chancen ausgerechnet. Hat ja wohl geklappt“, lachte sich Weyhes Co-Trainer Manfred Gotthardt ins Fäustchen.

Bereits vor der Pause war eigentlich alles gelaufen: Patrick Grisko (26.) und Privenau (40.) legten zum 3:0 nach – in der 42. Minute sah Vatans Kopar wegen Nachschlagens die (berechtigte) Rote Karte.

Nach dem Wechsel ärgerte sich Joho über Nachlässigkeiten seines Teams in doppelter Überzahl (Colak sah die Ampelkarte/50.), doch die Torflut ging jetzt erst los. Phil Maaß (50./FE), Privenau (60./73./77./84.) und Grisko (75.) sorgten für ein Schützenfest.

Obwohl es sportlich mehr als gut läuft, brodelt es dennoch unter der Oberfläche. Grund: Die Zukunft von Trainer und Mannschaft steht in den Sternen. Am vergangenen Donnerstag flatterte Joho seitens des Gesamtvorstands des Vereins die Kündigung mit einem neuen Angebot zu erheblich reduzierten Bezügen ins Haus. „Ich werde nicht um jeden Euro pokern, möchte aber eigentlich bis Ostern Klarheit schaffen. Es geht hier in Weyhe auch um viele strukturelle Dinge, die im Argen liegen“, erklärte Joho. Hans Peters, der neue Weyher Spartenleiter, möchte auch bald Klarheit haben: „Das Angebot liegt auf dem Tisch. Ich wünsche mir, dass Stephan hier weitermacht.“ Und wenn nicht? „Dann habe ich eine Alternative in der Schublade“, so Peters. Das mit der Alternative gilt übrigens auch für Joho . . .

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