Zollstock-Gespräch

Diepholzer Squasher Dennis Jensen ist „ein absoluter Familienmensch“

Dennis Jensen (l.), Spielertrainer beim Bundesligisten 1. SC Diepholz, und Sportredakteur Matthias Borchardt auf der Anlage im „Sauna- und Sportparadies“ beim Zollstock-Gespräch.
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Kein Match im Court: Dennis Jensen (l.), Spielertrainer beim Bundesligisten 1. SC Diepholz, und Sportredakteur Matthias Borchardt trafen sich auf der Anlage im „Sauna- und Sportparadies“ zum Zollstock-Gespräch.

Dennis Jensen (45) vom Squash-Bundesligisten 1. SC Diepholz sagt im Zollstock-Gespräch, wie er sportlich die Corona-Krise meistert - er verrät aber auch Privates. Etwa, welches Buch er gerade liest und wie Weihnachten gefeiert wird.

  • Dennis Jensen versteht die Corona-Maßnahmen - hinterfragt aber einige.
  • Neuer Übungsleiter-Schein ist sein Corona-Projekt.
  • Komplettes Arbeiten im Homeoffice kommt für ihn nicht infrage.

Diepholz - Seit 32 Jahren spielt Dennis Jensen Squash beim 1. SC Diepholz. Der 45-Jährige hat in dieser Zeit beim Bundesligisten alle Höhen und Tiefen miterlebt und hofft, dass die Saison 2020/2021 am 12./13. Dezember mit einem Hygienekonzept starten kann. In unserer Reihe der„Zollstock-Gespräche“ erklärt der neunfache Niedersachsen-Meister, was er momentan am meisten vermisst, dass er die Lizenz zum Übungsleiter C-Breitensport in Angriff genommen hat und darauf hofft, mal wieder an der Bremer Brücke jubeln zu können.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Die aktuellen Maßnahmen der Regierung sind alternativlos, wir müssen die Fallzahlen reduzieren, um nicht in eine so bedrohliche Lage zu kommen, wie es einige unserer Nachbarländer im Frühjahr, aber auch gerade aktuell erleben. Einige Maßnahmen sind sicherlich kritisch zu hinterfragen, wie die Schließung der Restaurants oder Fitnessstudios. Hier wurden perfekte Hygienekonzepte entworfen und vom Großteil der Betreiber sowie von der Bevölkerung auch perfekt umgesetzt. Was mir Hoffnung macht, ist die Nachricht vom 9. November, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, einen Impfstoff zu finden, der zu über 90 Prozent gegen die Krankheit wirken kann. Daraus sollten wir alle Zuversicht schöpfen. Nervig ist das falsche Wort, klar gibt’s Einschränkungen, die einem nicht gefallen, aber mein Credo ist: Nur gemeinsam kommen wir da durch, und wir alle möchten doch, dass unser Leben genauso wieder wird wie vor der Pandemie.

Welches ist Ihr nächstes/neues Corona-Projekt?

Ich absolviere gerade einen Lehrgang, um meinen Übungsleiter C-Breitensport zu machen, da bin ich auf einem guten Weg, ihn 2021 abzuschließen. Am und im Haus stehen jetzt noch einige Vorhaben an, die ich auch in der winterlichen Zeit gut realisieren kann.

Wie halten Sie sich momentan fit – und welche ist Ihre Lieblingsübung?

Wir sind ja in der glücklichen Lage, als Bundesligist der Individualsportart Squash unserem Sport nachgehen zu dürfen. Ein großer Dank gilt dem Team vom Sauna- und Sportparadies, das uns super dabei unterstützt und uns die Courts extra öffnet. Abseits des Squash-Courts gehe ich auch gerne einmal eine Runde joggen oder setze mich auf mein Rennrad.

Steckbrief Dennis Jensen

Name: Dennis Jensen

Alter: 45 Jahre

Wohnort: Diepholz

Beruf: Industrie-Fachwirt

Größte sportliche Erfolge: Neunfacher Niedersachsenmeister, mit dem 1. SC Diepholz Vizemeister in der Bundesliga Nord in der Saison 2014/2015

Verein: 1. SC Diepholz

Privates: Seit zwölf Jahren mit Kathrin verheiratet

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Corona-Zeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Was ich bereits beim ersten Lockdown gemerkt habe, setzt sich nun nahtlos fort – was mir am meisten fehlt, ist der Wettkampf und der soziale Austausch danach. Somit ist meine Lust auf Squash ungebremst, und ich bin froh, wenn die Bundesliga wieder in Diepholz Einkehr hält. Zwischen den Lockdowns habe ich bei meinen Jungs der SG Diepholz in der Altliga Fußball gespielt, das hat viel Spaß gemacht, zumal wir eine super Truppe zusammen haben und uns die Herbstmeisterschaft gesichert haben.

Welche Absage für die kommenden Wochen/Monate schmerzt am meisten?

Die Bahama Open in Osnabrück am 19. Dezember sind immer ein tolles Turnier zum Jahresausklang, wo man viele Squashfreunde trifft und das alte Jahr Revue passieren lässt.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Das Buch von Pierluigi Spagnolo „I ribelli degli stadi“ handelt von der italienischen Ultrakultur von den Anfängen bis heute.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Ich bin jeden Arbeitstag in diesem Jahr im Büro gewesen und habe nur zum Teil einiges von zu Hause aus gemacht. Das ist ganz klar ein Zukunftsmodell für manche Branchen, wenn es die tägliche Arbeit zulässt. Komplett im Homeoffice zu arbeiten, würde für mich nicht infrage kommen. Ich brauche den persönlichen Austausch mit den Kollegen, und was in der Firma gerade los ist, bekomme ich nur vor Ort mit.

Wen in Ihrem Sport vermissen Sie am meisten?

Unsere Profis aus dem Ausland, seit Anfang des Jahres habe ich sie nicht gesehen. Wir kommunizieren viel über die sozialen Medien und tauschen uns aus, aber das Persönliche fehlt total. Die Jungs machen keine leichte Zeit durch, denn viele sind finanziell nicht so abgesichert, und jedes Land hat andere oder weitreichendere Corona-Beschränkungen als wir in Deutschland.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Ich bin ein absoluter Familienmensch und mag die Weihnachtszeit sehr. Wir werden die Weihnachtstage traditionell – wie jedes Jahr – im Kreise der Familie feiern. Für Silvester habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir unter Einhaltung der Hygieneregeln im Freundeskreis ins neue Jahr reinfeiern dürfen.

Stadion, Konzert, Theater? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Ganz eindeutig – ab an die Bremer Brücke zum VfL Osnabrück!

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