Der Denker und Lenker

Tobias Hall hat sich beim TuS Sudweyhe zu einer festen Größe entwickelt

+
Polizist Tobias Hall (li.) sorgt auch im Mittelfeld des TuS Sudweyhe für Ordnung.

Sudweyhe - Von Julian Diekmann. Wenn Christian Mach über Tobias Hall spricht, gerät der Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Sudweyhe ins Schwärmen. „Tobi ist ein netter Zeitgenosse, einfach ein feiner Kerl“, lobt er seinen Mittelfeldspieler: „Zusammen mit Julian Heusmann ist er unser Lenker und Denker in der Zentrale.“ Und Hall zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen zurück. Zuletzt am Sonntag, als er seinen Club mit zwei Toren zum 3:1-Sieg über den TuS Lemförde geführt hat.

Dabei spielte er vor gut eineinhalb Jahren noch in der zweiten Mannschaft der Sudweyher. Bis Mach auf den heute 30-Jährigen aufmerksam wurde. „Wir haben regelmäßig Trainingsspiele gegen die Zweite absolviert. Und jedes Mal hat er unsere Abwehr schwindelig gespielt. Also habe ich das Gespräch mit ihm gesucht, ob er sich vorstellen kann, für die erste Mannschaft aufzulaufen. Und so rückte er in der Winterpause der Saison 2016/17 hoch.“

Den Schritt, zum TuS Sudweyhe zu gehen, hat Hall, der beruflich als Polizist im Revier Weyhe-Leeste für Recht und Ordnung sorgt, nicht bereut. „Es macht viel Spaß für den Verein aufzulaufen. Die Mannschaft ist total homogen und intakt. Ich fühle mich im Club pudelwohl“, sagt Hall. 

Mittlerweile ist er aus der ersten Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken, sorgt im Sudweyher Mittelfeld eher für Ordnung als für Recht. „Tobias ist zwar kein Lautsprecher und eher ein ruhiger Vertreter, dafür spricht er in der Halbzeit aber auch mal Sachen an, die mir vielleicht nicht so aufgefallen sind, legt auch mal den Finger in die Wunde. Das schätze ich sehr“, zollt Mach ihm Respekt.

Lange Phase der Lustlosigkeit

Und dass Hall kicken kann, hat er bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Zur Spielzeit 2011/12 wechselte der Mittelfeldakteur im Alter von 23 Jahren zum ambitionierten SSV Jeddeloh in die Landesliga. Doch das „Abenteuer Jeddeloh“ hielt nur ein halbes Jahr – dann war auf einmal Schluss. 

„Ich hatte festgestellt, dass ich einfach keine Lust mehr am Fußball hatte. Deswegen habe ich den Club bereits nach sechs Monaten wieder verlassen“, berichtet Hall. Er hatte erst mal genug von Zweikämpfen und Grätschen. „Die Lustlosigkeit hielt gut fünf Jahre an“, verrät der 30-Jährige: „Doch dann hat mich ein Arbeitskollege meines Reviers gefragt, ob ich nicht wieder Lust hätte, Fußball zu spielen. Er nahm mich eines Tages mit zum Training. So kam ich dann zur zweiten Mannschaft des TuS Sudweyhe.“

Fünf Jahre ohne Fußball waren genug, die Lust am Kicken ist zurück. „Eines kann ich mit Gewissheit sagen: Das Feuer brennt wieder in mir.“ Das dürfte vor allem Mach gerne hören. Denn so schnell soll keine weitere große Pause dazukommen. Eher im Gegenteil. „Solange ich gesund bleibe, möchte ich auch weiterspielen. Mal abwarten, wie lange es noch geht“, hat Sudweyhes Nummer 15 immer noch große Freude an seiner Lieblingssportart.

Der Job geht vor

Zumindest solange es die Zeit erlaubt. Denn als Gesetzeshüter ist sein Hobby nicht immer in Einklang zu bringen. Hall: „Ich versuche zwar meine Wochenendschichten so zu legen, dass ich dann auch Spiele bestreiten kann, doch manchmal kollidiert es mit dem Dienstplan. So habe ich vergangene Serie aus beruflichen Gründen bei ein Drittel der Sudweyher Partien passen müssen.“

Der Job geht eben vor. Doch wenn er am Start ist, gibt er immer sein letztes Hemd. „Tobias geht auch im Training immer voran“, zeigt sich Mach von seiner Einstellung begeistert. Und was ist für den TuS Sudweyhe diese Saison alles möglich? „Vergangene Spielzeit haben wir die Serie als Vierter beendet“, erinnert sich Hall: „Das möchte ich wiederholen. Aber am liebsten wäre mir, wenn wir besser als Platz vier abschneiden.“ Gar nicht so unrealistisch. Immerhin ist Hall wieder on fire.

Das könnte Sie auch interessieren

Papst-Besuch in Litauen: Gedenken an Holocaust-Opfer

Papst-Besuch in Litauen: Gedenken an Holocaust-Opfer

Joshua stoppt Powetkin mit K.O. in der 7. Runde

Joshua stoppt Powetkin mit K.O. in der 7. Runde

Bayern siegt weiter - Hertha zieht an BVB vorbei

Bayern siegt weiter - Hertha zieht an BVB vorbei

Traumstart für die Wiesn - "Petrus ist ein Münchner"

Traumstart für die Wiesn - "Petrus ist ein Münchner"

Meistgelesene Artikel

2:1! Kafemann versetzt dem Favoriten den Knockout

2:1! Kafemann versetzt dem Favoriten den Knockout

David Schiavone: „Es war eine super Zeit“

David Schiavone: „Es war eine super Zeit“

Martin Golenia gibt gutes Comeback

Martin Golenia gibt gutes Comeback

TuS Sulingen kassiert gegen OSV Hannover Tor zum 1:1 in der Nachspielzeit

TuS Sulingen kassiert gegen OSV Hannover Tor zum 1:1 in der Nachspielzeit

Kommentare