Mit leuchtenden Augen ins historische Abenteuer

Handballer des TuS Sulingen freuen sich auf die Verbandsliga

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Trainer Hartmut Engelke vom Handball-Verbandsligisten TuS Sulingen freut sich auf die Zusammenarbeit mit (von links) Malcom Ballmann, Marco Krause und Alexander Päßler. Es fehlen die weiteren Neuzugänge Justin Bretthorst, Tobias Lüllmann, Julian Plander und Rückkehrer Tobias Tannert.

Sulingen - Von Arne Flügge. Als der Aufstieg perfekt war, brachen alle Dämme. Jannik Knieling war „stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein“, Trainer Hartmut Engelke sprach von einer „geilen Saison einer geilen Truppe“, und Rückraum-Shooter Jan Mohrmann konnte sein Glück kaum fassen, nachdem er kurz vor dem letzten Saisonspiel zum zweiten Mal Vater geworden war. Die Erinnerungen an den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte sind noch allgegenwärtig. Doch jetzt kehrt bei den Handballern des TuS Sulingen wieder der Alltag ein.

Und für den Aufsteiger gilt es nun, sich in der Verbandsliga zu beweisen. Seit der ersten Juli-Woche sind die Sulinger in der Vorbereitung. Und die war und ist hart. „Wir haben viel im konditionellen und körperlichen Bereich gearbeitet“, sagt Coach Engelke. Fitnessstudio, Laufen, Schwimmen, Kraftzirkel – und das regelmäßig. „Wir mussten und müssen in dem Bereich noch einiges tun, denn in der Verbandsliga sind die Mannschaften körperlich präsenter.“ 

Trainer mit der Vorbereitung zufrieden

Spielerisch, glaubt Engelke, kann seine Mannschaft mithalten, Kraft und Ausdauer dürften vielmehr die entscheidenden Faktoren sein. Und sein Team habe voll mitgezogen. Jeder einzelne hat alles reingehauen. „Ich bin mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Teilweise waren 20 Mann beim Training“, sagt der 48-Jährige, „das hat mich völlig begeistert.“

Natürlich sind hin und wieder auch mal weniger Spieler erschienen. „Wir sind eben eine Amateursportmannschaft und können keine Urlaubszeiten vorgeben“, berichtet der Trainer, der mit dem TuS Sulingen in seine dritte Saison geht. Engelke hat während der Vorbereitung gemerkt, dass seine Mannschaft Feuer und Flamme für das Abenteuer Verbandsliga ist. Von der Aufstiegseuphorie getragen, „werden die Jungs jetzt nach der langen Vorbereitung langsam ungeduldig. Sie wollen um Punkte kämpfen.“

Das Saisonziel werden Trainer und Spieler traditionell auf einem gemeinsamen Mannschaftsabend kurz vor dem ersten Spiel festlegen, auf dem sie sich auch stets auf die neue Spielzeit einschwören. Dabei werden Worte wie Abstiegskampf oder Nichtabstieg nicht fallen, wie Trainer Engelke meint: „Das Wort Abstieg hat mir immer einen zu negativen Touch. Ich denke, wir werden uns auf eine gewisse Punktzahl einigen, die wir erreichen wollen.“

Selbstvertrauen und Demut statt Größenwahn

Auf jeden Fall werde seine Mannschaft „mit der nötigen Demut in die Saison gehen“. Sicher hat es immer mal wieder Aufsteiger gegeben, die überrascht haben, wie zum Beispiel die HSG Barnstorf/Diepholz II, die im vergangenen Jahr Zweiter geworden ist, „doch wir werden uns mit Sicherheit nicht anmaßen, dass wir jetzt die große Überraschung sein werden“, meint der Coach. Natürlich sei viel Selbstvertrauen und auch noch Euphorie da. Und das gilt es, mit in die neue Liga zu transportieren. Doch es sei auch immer eine Frage, ob eine Mannschaft von Verletzungspech verschont bleibt, wie sie in die Saison startet, sich in der neuen Liga akklimatisiert oder wie schnell sich die neuen Spieler (siehe Extratext) integrieren. Daher ist der Respekt der Sulinger groß, allerdings bange ist auch niemandem. „Wir freuen uns einfach drauf“, sagt Engelke.

Die Testspiele sind aber nicht alle überzeugend gewesen, doch die Ergebnisse, sagt Engelke, „interessieren mich gar nicht. Solche Spiele sind dafür da, die Entwicklung junger Spieler zu beobachten, Dinge auszuprobieren. Und das muss man dann in einem Spiel auch mal über einen längeren Zeitraum tun.“

Am Sonntag hat das Warten für Trainer, Spieler und Fans nun ein Ende. Um 17.00 Uhr tritt der TuS Sulingen zu seinem Verbandsliga-Debüt bei der HSG Bützfleth/Drochtersen an. Zum mit Spannung erwarteten ersten Kreisderby mit der HSG Barnstorf/Diepholz II kommt es erst am 20. Januar 2018 in Sulingen.

Zugänge

Marco Krause: Bereits mit 22 Jahren war er der Goalgetter der HSG Marienheide/Müllenbach in der Mittelrhein-Landesliga des HVM (Handballverband Mittelrhein). Nun hat es Krause beruflich nach Sulingen verschlagen. „Mit jetzt 24 Jahren, seiner Statur und dem Talent passt er ausgezeichnet zum TuS Sulingen“, findet Trainer Hartmut Engelke. Seine Positionen sind der Rückraum und die Abwehr-Mitte.

Malcom Ballmann: Ballmann ist mit seinen 21 Jahren ein Spieler für die Zukunft. Ursprünglich aus Solingen, hat Ballmann zunächst bei der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf sowohl in der Jugend als auch bei den Senioren gespielt. Seine Position ist der Rückraum. Trainer Hartmut Engelke: „Er ist noch nicht da, wo er mit gutem Training und Fleiß sein kann. Er wird aber sicherlich mal ein guter Verbandsligaspieler.“

Justin Bretthorst: Er hat als Jugendlicher in Sulingen begonnen, ging dann zur HSG Barnstorf/Diepholz und wird nun für die JSG NSM-Nettelstedt auflaufen und für den TuS Sulingen ein Doppelspielrecht einnehmen. Er ist 16 Jahre, aber spätestens ab Oktober, wenn er 17 geworden ist, kann er auch dieses Doppelspielrecht wahrnehmen. „Allerdings hat die JSG hier absoluten Vorrang, was für so einen jungen Spieler auch wichtig ist.

Justin ist Linkshänder und spielt auf Rechtsaußen, ist hoch talentiert, sehr ehrgeizig und bleibt dem Handball in Sulingen hoffentlich lange erhalten“, urteilt Coach Engelke.

Tobias Lüllmann: Er kommt aus Twistringen, spielte dann aber auch in der A-Jugend des Jugendhandball Wümme (Rotenburg) in der A-Jugend-Oberliga. Im November 2016 verletzte sich Lüllmann schwer an der Schulter, sodass er lange Zeit keinen Sport betreiben konnte. Nun will Lüllmann die Sulinger als Linkshänder auf den Positionen Rückraum und Rechtsaußen unterstützen. Engelke: „Auch Tobias ist mit seinen 19 Jahren ein Spieler für die Zukunft.“

Alexander Päßler: Päßlers Werdegang ist mit dem von Justin Bretthorst vergleichbar. Als Jungendspieler zunächst beim TuS gestartet, dann zur HSG Barnstorf/Diepholz gewechselt und nun als 17-Jähriger bem TuS Sulingen. Auch ihm gehört die Zukunft. Sicherlich hat er als Kreisläufer eine der schwierigsten Aufgaben nun im Herrenbereich zu lösen. „Naturbedingt ist er noch nicht so kräftig wie ein 25-Jähriger, aber er besticht sowohl durch Einsatzwillen, Intelligenz und Cleverness als auch durch eine erfrischende jugendliche Unbekümmertheit“, freut sich Engelke.

Julian Plander: In „Schnubbi“, wie Plander gerufen wird, ist ein weiterer Rückkehrer zum Team gestoßen. Im Mai 2015 machte er sein letztes Spiel für die ersten TuS-Herren, ging für ein halbes Jahr nach Neuseeland und dann studienbedingt nach Hannover. Nach dem Abschluss des Studiums arbeitet er in Bad Oyenhausen und steht dem Verbandsligisten als weitere Alternative zur Verfügung. Engelke: „Sicherlich ist es für ihn aber weiterhin schwer, zu allen Trainingseinheiten zu kommen.“

Tobias Tannert: Auch Tobias Tannert ist in Sulingen ein alter Bekannter. Er hütete zusammen mit Gerrit Uhlhorn das Tor bis zum Mai 2016, ehe er etwas kürzer trat. Nun will er wieder in der ersten Herren spielen. Sulingen hat damit nun drei Torhüter. Engelke: „Er hat ja bereits in der abgelaufenen Saison mehrfach ausgeholfen, wenn wir nur einen der beiden Stammtorhüter dabei hatten.“

Abgänge

Frederik Bergmann: Bergmann ist aus beruflichen Gründen nach Bremen-Habenhausen gezogen. Somit verpasst er eine Vielzahl der Trainingseinheiten und hat sich dafür entschieden, dass er in der zweiten Sulinger Mannschaft spielen möchte.

Philipp Drigas: Bereits am Saisonende hatte sich Drigas entschieden, den kleinen Ball gegen einen größeren zu tauschen und sich der fünften Herren der Fußballabteilung angeschlossen. „Er wird uns fehlen, da er mit seiner offenen und ehrlichen Art auch eine Leitfigur für das Team war und ist. Immerhin hat er die komplette Vorbereitung mitgemacht und wird uns sicherlich behilflich sein, solange Jan Scharf auf Weltreise ist“, so Trainer Engelke. Scharf wird Ende Oktober zurückerwartet. - flü

Restkader

Gerrit Uhlhorn, Daniel Kramer - Stefan Borchert, Benjamin Demel, Thomas Hamann, Patrick Kappermann, Jannik Knieling, Jonas Langnau, Tammo Märtens, Björn Meyer, Michael Meyer, Jan Mohrmann, Jan Scharf, Julian Wilkens.

Trainer

Hartmut Engelke (48), im dritten Jahr.

Saisonziel

Keine Angaben.

Favoriten

Keine Angaben.

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