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SGD gegen St. Hülfe „elektrisiert ganz Diepholz“: Thoben und Jakobsen im Doppel-Interview zum Stadtderby

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Von: Carsten Drösemeyer

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Mit einem Kribbeln gehen Henrik Thoben (Co-Trainer der SG Diepholz/li.) und Nils Jakobsen (Chefcoach des TuS St. Hülfe-Heede) in das erste Bezirksliga-Stadtduell der Geschichte. Verlieren ist verboten. „Die Sprüche in der Stadt brauche ich dann echt nicht“, heißt es unisono.	FotoS: terwey/Töbelmann
Mit einem Kribbeln gehen Henrik Thoben (Co-Trainer der SG Diepholz/li.) und Nils Jakobsen (Chefcoach des TuS St. Hülfe-Heede) in das erste Bezirksliga-Stadtduell der Geschichte. Verlieren ist verboten. „Die Sprüche in der Stadt brauche ich dann echt nicht“, heißt es unisono. © Töbelmann/Terwey

Premiere im Südkreis: Erstmalig treffen am Sonntag die SG Diepholz und ihr „kleiner Bruder“ vom TuS St. Hülfe-Heede in der Fußball-Bezirksliga aufeinander und spielen in der Kreisstadt den „Stadtmeister“ aus. Grund genug, den Diepholzer Co-Trainer Henrik Thoben (Chefcoach Patrick Brüggemann wollten wir nicht in seinen Flitterwochen stören) und Nils Jakobsen als Trainer des St. Hülfe-Heede zum Derby zu befragen.

Herr Thoben, Herr Jakobsen, das erste Diepholzer Derby steht bevor. Kribbelt es schon leicht?
Henrik Thoben: Bereits die ganze Woche. Das ist hier in der Stadt kein normales Spiel. Es elektrisiert seit Wochen ganz Diepholz. Es ist halt Derby-Time. Und als Schalke-Fan kenne ich die Bedeutung solcher Partien (schmunzelt).

Nils Jakobsen: Bei mir fing das Kribbeln schon an, als der Spielplan veröffentlicht wurde. Ein Derby ist immer ein besonderes Spiel, aber ein Stadtduell ist sogar noch spezieller. Auch der Bürgermeister hat sich für Sonntag angekündigt.

Demnach steckt viel Brisanz in diesem Duell?
Thoben: Ja klar. Ich komme zwar aus dem Kreis Cloppenburg, aber die Ur-Diepholzer haben mir schnell klar gemacht, dass Niederlagen gegen Hülfe-Heede auf dem Index stehen (lächelt). Aber es muss respektvoll bleiben. Schließlich ist es nur Fußball.

Jakobsen: Das sehe ich genauso. Nach dem Spiel sollten wir uns alle die Hand geben und gemeinsam ein Bier trinken. Aber natürlich ist es für beide Seiten kein normales Spiel. Das habe ich schon auf dem Diepholzer Großmarkt gemerkt. Jeder sprach mich auf das Match an.

Hand aufs Herz: Wie sehr würde eine Niederlage schmerzen? Mehr als gegen andere Teams?
Thoben: Obwohl es gegen Hülfe-Heede auch nur um drei Punkte geht, würde eine Pleite deutlich mehr schmerzen als gegen Vilsen oder Seckenhausen. Die Sprüche in der Stadt brauche ich dann echt nicht. Auf solche Frotzeleien kann ich verzichten.

Jakobsen: Ich ebenfalls. Natürlich könnte ich sagen, dass wir selbst bei einem Diepholzer Sieg immer noch vor der SGD stehen. Aber das wäre falsch. Eine Derbyniederlage würde brutal weh tun und könnte nur mit einem Derbysieg korrigiert werden. Anders nicht.

Merkt man denn schon im Training, dass eine besondere Partie ansteht?
Thoben: Logisch. Das Team brennt noch mehr als sonst. Schließlich will jeder im Derby dabei sein. Auch unser „Capitano“ Daniel Lembcke hat die Truppe schon eingeschworen. Alle fiebern dem Sonntag entgegen.

Jakobsen: Wir haben sogar eine Trainingseinheit mehr als gewöhnlich angesetzt. Allerdings auch, um den Großmarkt aus den Körpern zu bekommen (lacht). Im Ernst: Jeder von uns kann kaum noch den Anpfiff erwarten.

Gerade in Diepholz schlägt dem Neuling aus Hülfe-Heede viel Skepsis und Abneigung entgegen. Wie lässt sich das erklären?
Thoben: Das ist für mich eine schwere Frage, da ich nicht aus dem Kreis komme. Für mich geht es tatsächlich nur um den Sport. Rivalität ist gut, aber es darf nie in Hass umschlagen. Und ich muss auch klar sagen, dass ich bisher null schlechte Erfahrungen mit Hülfe-Heede gemacht habe.

Jakosen: Vielleicht passt es einigen in Diepholz nicht, dass Spieler von der SGD zu uns gewechselt sind. Oder es liegt an unseren Sponsoren. Aber die haben andere Vereine auch und Diepholz in der Vergangenheit ebenfalls.

Wie wichtig wäre ein Derbysieg für Sie?
Thoben: Das würde uns einen richtigen Schub geben. Ein Sieg gegen Hülfe-Heede wäre mehr wert als nur drei Punkte. Viel mehr.

Jakobsen: Natürlich wünsche ich mir einen Sieg im Derby mehr als gegen andere Gegner. Ich habe schließlich in Diepholz lange Jugendteams trainiert. Mit meiner Diepholzer Vergangenheit wären das sehr besondere drei Punkte. Aber ansonsten wünsche ich der SGD immer das Beste. Ich mag auch den Diepholzer Weg, auf Jugendliche zu setzen.

Wenn Sie sich einen Spieler des Gegners aussuchen dürften, auf wen würde Ihre Wahl fallen?
Thoben: Ich bin so von unseren Jungs überzeugt, dass mir da echt keiner einfällt. Auch wenn Hülfe-Heede natürlich viele gute Kicker hat.

Jakobsen: Ich habe Bennet Wünning bereits in der Jugend trainiert. Mit ihm würde ich gerne noch einmal zusammenarbeiten. Aber das ist ja momentan überhaupt kein Thema.

Zum Schluss noch ein Tipp? Wer entscheidet das erste Diepholzer Stadtduell für sich?
Thoben: Von den Punkten her ist Hülfe-Heede zwar der Favorit, aber ein Derby hat immer seine eigenen Gesetze. Deshalb hoffe ich auf einen Sieg. Die Höhe ist mir dabei völlig egal.

Jakobsen: Wenn ich jetzt auf Diepholz tippe, bin ich meinen Job wohl los (lacht). Ich glaube, es wird ein packendes Match und am Ende gewinnen wir knapp mit 3:2.

Fußball-Bezirksliga vor dem Anpfiff – 7. Spieltag

TuS Drakenburg - TSG Seckenh.-F. (Samstag, 15.00 Uhr)

Direkter Vergleich (seit 2009): 14 Duelle, drei Siege, sechs Remis und fünf Niederlagen für Seckenhausen (Tore: 23:30).
Wer fehlt: Maurice Lutterklas (Schulterverletzung), Emre Vatansever, Moritz Sagehorn (beide Urlaub), Patrick Zielinski (Zerrung).
Im Fokus: Nach der späten Niederlage gegen Diepholz wartet auf Seckenhausen bereits das nächste „Sechs-Punkte-Spiel“. Mit fünf Punkten rangiert Drakenburg derzeit auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, sodass die TSG mit einem Sieg ans (vorerst) rettende Ufer springen könnte.
Das sagt der Trainer: „Wir müssen nicht in Panik verfallen“, betont Seckenhausens Coach Lars Behrens: „Die Tabelle ist noch dicht beieinander. Aber zumindest einen Zähler sollten wir aus Drakenburg schon mitnehmen.“ drö

TuS Sudweyhe - SC Twistringen (Samstag, 16.00 Uhr)

Direkter Vergleich (seit 2007): 20 Partien, neun Siege, zwei Remis und neun Niederlagen für Sudweyhe (Tore: 39:39).
Wer fehlt: Yannik Meyer, Malte Pirngruber, Jonas Knüppel (alle im Urlaub), Joshua Brandhoff (Riss im Syndesmoseband), Fabian Meyer (privat verhindert), Hannes Lüdeke (Grippe), Jason Traemann (Muskelfaserriss) – Aaron Djulic (Leistenzerrung), Tom Thiede (Muskelzerrung), Mathis Weimann (Aufbautraining), Kreshnik Basha (Knieprobleme), Marcel Avduli (Außenbandriss), Jannik Blome, Phil Brunkhorst (beide privat verhindert).
Im Fokus: Langsam aber sicher geht es für Twistringen richtig um die Wurst. Mit sechs Punkten nach sechs Partien stehen die „Blaumeisen“ am Scheideweg. Bei einer weiteren Niederlage würde dem SCT wohl beinharter Abstiegskampf drohen – und ausgerechnet jetzt muss Twistringen beim Aufstiegsaspiranten aus Sudweyhe ran.
Das sagen die Trainer: „Wir haben gegen Twistringen schon richtig auf die Mütze bekommen“, mahnt TuS-Coach Philipp Meinke: „Das darf uns nicht wieder passieren, wenn wir weiter um den Titel spielen wollen. Bei zwei Punkten Rückstand auf die Spitze müssen wir Samstag unbedingt gewinnen.“
SCT-Coach Timo Rathkamp hofft selbstredend auf das Gegenteil: „Zumindest ein Punkt würde uns schon extrem helfen. Aber Sudweyhe spielt immer brutal nach vorne. Dem Druck müssen wir standhalten und hinten wenig zulassen.“ drö

TV Neuenkirchen - RSV Rehburg (Samstag, 18.00 Uhr)
Direkter Vergleich (seit 2002): Zwölf Partien, drei Siege, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen für Neuenkirchen (Tore: 10:17).
Wer fehlt: Devin Melloh (Mittelfußprellung), Sönke Oldehoff, Marcel Hommen (beide privat verhindert).
Im Fokus: TVN-Coach Mustafa Cali macht eine einfache Rechnung auf: „Wahrscheinlich müssten 30 Zähler zum Klassenerhalt reichen. Wenn wir am Samstag gegen Rehburg gewinnen, hätten wir die Hälfte schon im Sack. Deshalb spielen wir auch voll auf Sieg und bauen auf unsere Heimstärke.“
Das sagt der Trainer: „Rehburg hat ganz sicher Qualität“, warnt TVN-Coach Cali: „Schließlich hat der RSV schon gegen ein Spitzenteam wie Sudweyhe gepunktet. Gerade im Zentrum ist Rehburg gut aufgestellt.“ drö

SV Bruchhausen-V. - TuS Wagenfeld (Sonntag, 15.00 Uhr)

Direkter Vergleich (seit 2008): 17 Spiele, neun Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen für Vilsen (Tore: 40:34).
Wer fehlt: Nick Brockmann (Kreuzbandriss), Mathis Mann (Verdacht auf Gehirnerschütterung), Jan-Christoph Kornau, Moritz warnke, Marvin Glander (alle im Urlaub) – Andrej Sabou (Oberschenkelzerrung), Ike Kuhlmann (gesperrt), Marcel Heyer (Knieprobleme), Dominik Kramer (Oberschenkelzerrung), Till Hilker (Fersenprobleme).
Im Fokus: In sechs Partien kassierte Wagenfeld bereits 27 Gegentore. Aber Besserung ist in Sicht, da Stammkeeper Mario Nölting nach längerer Verletzung sein Comeback feiern wird. Stoppt er die Flut an Gegentreffern?
Das sagen die Trainer: „Nach dem jüngsten Last-Minute-Sieg gegen Rehburg ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, atmet Vilsens Coach Torsten Klein tief durch: „Aber wir müssen jetzt unbedingt nachlegen und am Sonntag Wagenfeld schlagen. Sonst war der Sieg wenig wert.“
Wagenfelds Coach Sergij Dikhtyar wäre nach fünf Niederlagen in Folge hingegen vielleicht sogar schon mit einem Punktgewinn gegen Vilsen zufrieden: „Es hängt natürlich vom Spielverlauf ab, aber in unserer Situation bringt uns jeder Zähler weiter.“ drö

SG Diepholz - TuS St. Hülfe-Heede (Sonntag, 15.00 Uhr)

Direkter Vergleich (seit 2002): Drei Spiele, ein Unentschieden und zwei Niederlagen für Diepholz (Tore: 5:7).
Wer fehlt: Edgar Eirich (Wadenprobleme), Finn Heemann, Lukas Sieveke (beide Oberschenkelprobleme), Luca Biskup (Urlaub) – Paul Kosenkow (Leistenzerrung), Finn Plümer (Adduktorenprobleme), Joshua Winter (Grippe).
Im Fokus: Das erste Duell um die „Stadtmeisterschaft“ ist seit Wochen in Diepholz Gesprächsthema Nummer eins. Gewinnt die ruhmreiche SGD oder der Herausforderer aus Hülfe-Heede? Der bisherige Saisonverlauf spricht eher für den Neuling. Während Diepholz erst auf drei Zähler kommt, haben die Gäste schon neun auf dem Konto.
Das sagen die Trainer: „Das jüngste 3:2 in Seckenhausen war für uns brutal wichtig“, atmet der Diepholzer Co-Trainer Henrik Thoben tief durch: „Nun wollen wir den Schwung des ersten Sieges mitnehmen und auch das Derby mit aller Macht gewinnen.“
Das möchte Nils Jakobsen als Gäste-Coach indes auch: „Wir haben richtig Bock und scharren alle schon mit dem Hufen. Natürlich sind drei Punkte unser Ziel, aber Diepholz dürfte der erste Saisonsieg richtig gut getan haben. Ich rechne mit einem komplett offenen Match.“ drö

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