MEIN FUSSBALL Seckenhausens Philip Kleingärtner

„Pipos“ Sonntagsessen-Ritual

Philip Kleingärtner von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst isst Nudeln, Brokkoli und Hähnchenfleisch. Guten Appetit! Im Vordergrund liegt sein Lieblingstrikot von Werder Bremen.
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Das ist sein Vor-Spielen-Essen – ausnahmsweise mal „unter der Woche“ zubereitet. Philip Kleingärtner von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst verzehrt sonntags regelmäßig Nudeln, Brokkoli und Hähnchenfleisch. Guten Appetit! Im Vordergrund liegt sein Lieblingstrikot von Werder Bremen.

Neuer Kandidat für die Serie „Mein Fußball“! Diesmal spricht Philip Kleingärtner von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst über sein liebstes Hobby - und über Hähnchen mit Brokkoli, Vitaly Janelt und Johan Micoud.

Seckenhausen – Immer wieder sonntags steht Philip Kleingärtner am heimischen Herd und bereitet sich folgende Mahlzeit zu: Nudeln mit Brokkoli und Hähnchenfleisch. „Ich habe festgestellt, dass mir etwas Leichtes vor Spielen guttut“, meint der Kapitän des Fußball-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Wenn sein Team also ein Heimspiel hat, isst der 24-Jährige stets das Gleiche – meistens schon zwischen halb zwölf und zwölf, damit bis zum Anpfiff um 15 Uhr noch genügend Zeit dazwischenliegt.

In der wegen Corona abgebrochenen Saison wechselte Kleingärtner vom zentralen Mittelfeld in die Innenverteidigung – eine Idee seines Trainer Iman Bi Ria. „Eigentlich spiele ich lieber im Mittelfeld, aber es funktioniert und macht Spaß“, urteilt „Pipo“, der in der Serie „Mein Fußball“ noch viel mehr über sein liebstes Hobby erzählt.

Name: Philip Kleingärtner

Verein: TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Alter: 24

Größe: 1,84 Meter

Position: Innenverteidiger, vorher zentrales Mittelfeld

Beruf: Auszubildender zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einem Nutzfahrzeugteile-Lieferanten in Bremen-Arsten.

Meine Hobbys: Außer Fußball gab es da nie wirklich etwas. Ich verbringe natürlich gerne Zeit mit meiner Familie und meiner Freundin oder vernichte mit den Jungs ein paar Bierchen.

Mein Spitzname: „Pipo“, der stammt aus meiner Jugendzeit beim SC Weyhe. Ich glaube, mein damaliger Mitspieler Simon Krahl kam damit um die Ecke. Wie er darauf gekommen ist, weiß ich allerdings nicht mehr.

Meine größte Stärke: Da würde ich meine Spielintelligenz nennen. Ich denke, ich stehe oft richtig, spiele die richtigen Bälle und treffe allgemein ganz gute Entscheidungen.

Meine größte Schwäche: Die Fitness ist immer noch ausbaufähig. Ich habe, was das angeht, zwar in den letzten Jahren schon ordentlich Schritte nach vorne gemacht, aber da ist noch mehr drin. Außerdem muss ich nach der letzten Saison wohl auch die fehlende Torgefahr nennen, ich konnte ja nicht mal vom Punkt knipsen.

Meine Lieblingstore:
Eigenes: Ich selbst schieße leider selten spektakuläre Tore, aber ich denke der Freistoß gegen Sudweyhe in der Kreisliga-Saison war ganz nett. Halblinks, 20 Meter, mit dem rechten Fuß über die Mauer in den Winkel.
Aus dem Profibereich: Das Tor von Werders Diego gegen Alemannia Aachen aus der eigenen Hälfte.

Mein schönster Sieg: Das Pokalfinale mit der U 16 beim SC Weyhe. Dort haben wir in Sebaldsbrück gegen den Gastgeber in einem engen Spiel den Titel geholt, nachdem wir vorher schon Bremer Meister geworden waren und anschließend mit der U 17 in der Regionalliga antreten durften.

Mein bestes Spiel: In der Saison 2015/16 habe ich mit der ersten Herren aus Weyhe gegen Union 60 gespielt. Wir lagen mit 0:1 hinten. Ich habe dann einen Hattrick geschnürt – und wir haben das Ding am Ende mit 4:2 gewonnen. Ich glaube, das war nicht schlecht . . .

Meine bitterste Pleite: Ein einzelnes Spiel fällt mir da nicht ein, aber der Abstieg aus der Bezirksliga in die Kreisliga 2019 mit der TSG Seckenhausen war definitiv mein bitterster Moment. Auch wenn es rückblickend betrachtet völlig verdient war, tun solche Momente natürlich weh. Besonders, weil es meine erste Saison als Kapitän war.

Mein bester Mitspieler: Da gibt es einige. Gerade in der Jugend habe ich mit Fußballern zusammengespielt, die inzwischen teilweise Profis sind – etwa Dominic Volkmer (MSV Duisburg, d. Red.) oder Deniz Undav, der mal in Meppen war und jetzt in der zweiten belgischen Liga aktiv ist (bei Royale Union Saint Gilloise). Trotzdem würde ich zwei Jungs aus unserer jetzigen Truppe nehmen. Zum einen Nico Kiesewetter. Ich hatte das große Glück, Nicos Entwicklung seit der Kindheit hautnah mitzuerleben. Er vereint ein großes Spielverständnis mit einer hervorragenden Technik und einer unglaublichen Dynamik und Torgefahr. Als zweites wäre da: Marcel „Celly“ Dörgeloh. Der Junge ist technisch so stark, so etwas habe ich selten gesehen. Außerdem ist es nahezu unmöglich, ihn vom Ball zu trennen – ohne ihn dabei zu foulen.

Mein härtester Gegner: Mein erster Gedanke: Vitaly Janelt. Vielen wird dieser Name nichts sagen. Vitaly spielt inzwischen in der zweiten englischen Liga beim FC Brentford und ist U 21-Nationalspieler. Ich hatte in der U 17 das Vergnügen (wenn man das denn so nennen möchte), gegen ihn zu spielen. Er war damals in der U 16 des HSV und somit ebenfalls in der Regionalliga unterwegs. Was der Junge da auf dem Platz mit mir angestellt hat, war unfassbar. Ich hatte im gesamten Spiel maximal drei Ballkontakte und habe höchstens fünf Prozent meiner Zweikämpfe gewonnen. Bei uns in der Bezirksliga würde ich Heiligenfeldes Joshua Brandhoff und Stuhrs Riccardo Azzarello wählen. Beide sind sehr erfahren, bringen eine gewisse Körperlichkeit mit und sind immer für eine Bude gut. Dementsprechend sehr unangenehm für einen Innenverteidiger .

Meine Lieblingsschuhe: Nike Tiempo. Seitdem Ronaldinho sie in seiner Zeit beim FC Barcelona getragen hat, sind sie für mich ein ständiger Begleiter (Größe 46).

Mein wichtigster Pokal: Im Herrenbereich habe ich noch keine Titel gesammelt. Da muss ich wieder auf den Pokalsieg mit der U 16 zurückkommen. Aber hoffentlich gelingt es mir mit der TSG noch, irgendeinen Pokal in die Höhe zu stemmen.

Mein Lieblingsverein: Definitiv der SVW. Ich bin seit meiner Kindheit grün-weiß – auch wenn es aktuell natürlich eine sehr bittere Zeit für alle Werder-Fans ist.

Mein Lieblingsspieler: Johan Micoud und Ronaldinho. Micoud war definitiv mit Abstand der beste Zehner, den ich an der Weser erleben durfte. Seine Eleganz sucht ihresgleichen. Und natürlich Ronaldinho, der wie kein Zweiter den Spaß am Fußball ausgestrahlt hat.

Mein Lieblingsfanartikel: Schwierig, ich erinnere mich noch an ein rotes Werder-Trikot, das ich als kleiner Junge geschenkt bekommen habe. Meiner Erinnerung nach war es das erste Trikot, das ich je bekommen habe – und deshalb auch mein Lieblings-Trikot. Meine Eltern haben es glücklicherweise aufbewahrt.

Mein Stadionhighlight: Werder gegen den AC Mailand im Uefa-Cup 2009. Milan war mit Legenden wie David Beckham oder Andrea Pirlo zu Gast. Da durfte ich sogar mal etwas länger wach bleiben und mit Papa ins Weserstadion fahren. Außerdem habe ich mit meinem Papa schon das Bernabeu in Madrid und das Camp Nou in Barcelona besucht und dort jeweils ein Spiel live verfolgt, auch das waren natürlich unglaubliche Erlebnisse.

Mein Lieblingsfilm: „Deutschland – ein Sommermärchen“ über die WM 2006 und die Dokumentation über Toni Kroos.

Mein Lieblingslied: „Lebenslang Grün-Weiß“ – ich weiß, das ist nicht spektakulär. Aber es gibt doch nichts Besseres, als im Weserstadion mit ein paar Bierchen im Kopf diesen schönen Vereinssong zu grölen . . .

Mein schrägstes Erlebnis: Der „Gothia Cup“ in Göteborg ist definitiv etwas, das jeder Fußballer mal erlebt haben sollte. Nicht schräg, aber sehr schön. Ich war insgesamt viermal dabei. Das Turnier findet in der gesamten Stadt statt, überall sind nur Fußballerinnen und Fußballer aus der ganzen Welt. Das ist schon beeindruckend. Wir hatten sogar mal das Glück, gegen eine brasilianische Mannschaft zu spielen. Zwar gab es ordentlich einen auf die Mütze, unvergesslich ist es trotzdem.

Meine „Macke“: Zumindest bei Heimspielen stehe ich immer zur gleichen Zeit auf, um etwa 10.30 Uhr, wenn wir sonntags um 15 Uhr spielen. Und ich esse auch immer das Gleiche: Nudeln mit Brokkoli und Hähnchenfleisch. Das hängt zwar nicht mit Aberglauben zusammen, sondern ist nur eine Gewohnheit – aber da ich nicht abergläubisch bin, fällt mir dazu sonst nichts ein.

Gegenspieler-Highlight: Philip Kleingärtner (r.) spielte mit der Weyher Jugend einst gegen den Hamburger SV und Vitaly Janelt, der kürzlich Europameister mit der deutschen U 21 geworden ist.

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