NACHSPIELZEIT

Das Schalker Dreieck

Schalker Kreisel – damals, in den 20-ern, eine Revolution in Sachen Fußball-Taktik. Ernst Kuzorra & Co. überrumpelten die Konkurrenz mit ihren Kurzpässen. 100 Jahre später haben wir in der Sportredaktion ein „Schalker Dreieck“ – seitdem unser jüngster Kollege bei uns ist, fleißig schreibt und layoutet, aber auch die Fraktion der bisher zwei königsblauen Fans verstärkt. Und als ob es der Fußball-Gott nicht anders gewollt hat, sitzt dieses Dreigestirn sogar in einem Dreieck des Büros.

Da vergeht kein Arbeitstag, zumindest kein Sonntagsdienst mit zeitgleichem Schalke-Spiel, an dem sich in diesem Zirkel nicht irgendwas um den S04 dreht – frei nach dem Stadion-Singsang: „Wer kreist so wie ein Falke? Der FC Schalke! Der FC Schalke!“

Der Älteste dieses Trios etwa scheint nicht nur sämtliche Gelsenkirchener Legenden samt deren Schuh- und Unterhosengrößen zu kennen, sondern verfügt offenbar auch über eine App, die ihm jeden Abend zur selben Zeit einen Impuls sendet. „Jungs, guckt mal auf die Uhr, es ist genau 19.04 Uhr!“, raunt er dann stolz in Anspielung auf Schalkes Gründungsjahr in die Runde. Regelmäßig berichtet er zudem, welches Jersey des Kult-Clubs er sich gerade bestellt hat oder bestellen will – die favorisierten Beflockungen der Rückennummern und Namen sind dabei so austauschbar wie die der jeweiligen Matchwinner. Seit dem 5:2 am Samstag gegen Sandhausen dürfte Doppel-Torschütze Marius Bülter hoch im Kurs stehen. Vielleicht noch etwas länger, denn Dauerknipser Simon Terodde fällt ja vorerst verletzt aus. Doch irgendwann schallt sicher wieder der Ruf „Tooorodde!“ durch die Etage – verbunden mit der Frage: „Wer soll uns jetzt noch aufhalten?“ Meist bremst der Jüngste jedoch jegliche Euphorie: „Wir, in unserem Verein, stoppen uns selbst. Da finden wir schon einen Weg.“ Die Folge: Betretenes, zustimmendes Schweigen der blau-weißen Fraktion.

Von Cord Krüger

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