Reaktionen auf Brinkumer Nichtaufstieg

Berater Burdenski: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“

Brinkums Berater Dieter Burdenski telefoniert mit seinem Handy.
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Brinkums Berater Dieter Burdenski will den Aufstieg in die Regionalliga noch nicht komplett abhaken.

Am Sonntag wurde öffentlich, dass der Norddeutsche Fußball Verband keine Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga zulassen wird. Betroffen davon ist auch der Bremen-Liga-Erste Brinkumer SV. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus.

Brinkum - Das war schon ein herber Rückschlag für die Aufstiegshoffnungen des Brinkumer SV. Der Tabellenerste der Bremen-Liga und damit eigentlich der Bremer Vertreter für die Aufstiegsrunde zur Fußball-Regionalliga darf nach dem Beschluss des Präsidiums des Norddeutschen Fußball Verbandes (NFV) vom Sonntag nicht aufsteigen. Die Spitze des NFV beschloss, dass es keine Absteiger in die 5. Liga und keine Aufsteiger aus der 5. Liga geben soll (wir berichteten). Die Reaktionen im Brinkumer Lager fielen naturgemäß nicht gerade positiv aus. Tenor: Man werde jetzt erst einmal die Begründung des NFV abwarten und dann entscheiden, ob oder wie dagegen vorgegangen werden kann.

Auch Brinkums langjähriger Berater Dieter Burdenski (70) kann die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn es gibt nach wie vor rechtliche Probleme. Es wäre einfach ungerecht, wenn es keine Aufsteiger geben würde. Im vergangenen Jahr hat man, auch ohne Relegation, alle Teams aufsteigen lassen, die dafür infrage kamen. Und jetzt soll das unmöglich sein? Wir werden uns die Begründung des Verbandes genau anschauen. Nach wie vor möchten wir gern in die Regionalliga.“

Björn Fecker: „Ich konnte mich mit meiner Meinung nicht durchsetzen“

Bei der Abstimmung im Präsidium des Norddeutschen Fußball Verbandes, wie nach der annullierten Saison in der Fußball-Regionalliga mit der Auf- und Abstiegsfrage zu verfahren ist, war auch Björn Fecker stimmberechtigt. Der 43-Jährige ist Chef des Bremer Verbandes und in Norddeutschland erster Stellvertreter des Präsidenten Günter Distelrath.

Die virtuelle Debatte über diese wichtigen Fragen nahm schon eine längere Zeit in Anspruch. „Wenn man davon spricht, dass das über mehrere Stunden ging, dann liegt man sicherlich nicht falsch“, meint Fecker.

Letztlich sprach sich von den 14 teilnehmenden Präsidiumsmitgliedern eine klare Mehrheit dafür aus, dass es keine Absteiger aus und keine Aufsteiger in die Regionalliga Nord geben soll. Fecker war dafür, kein Team aus der Regionalliga absteigen zu lassen. Aber er hätte gerne Aufsteiger in die vierte Liga gesehen – befand sich dabei allerdings in der Minderheit. „Ich konnte mich mit meiner Meinung leider nicht durchsetzen“, erklärte Fecker gestern.

Dem Bremer Verbands-Boss ging es in seiner Haltung gar nicht mal so sehr um Fragen, ob die Entscheidung nun sportlich gerecht sei oder nicht: „Ich hatte und habe hingegen meine Bedenken, dass diese Entscheidung rechtlich in Ordnung ist. Aber da gab es eben auch eine andere Rechtsauffassung, die sich letztlich durchgesetzt hat.“

Abseits des Regionalliga-Themas beschäftigt sich Fecker auch mit der aktuellen Saison in Bremen. Im Herren- und Altersklassenbereich wurde die Saison zwar annulliert, aber unter anderem wurde der Landespokal bei den Herren (erst eine Runde gespielt) noch nicht abgesagt. Die Bremer wollen die noch vier zu spielenden Runden zur Ermittlung des Pokalsiegers noch nicht streichen. Fecker dazu: „Sollte die erste Runde im DFB-Pokal nach hinten geschoben werden, dann hätten wir auch noch mehr Zeit, um den Bremer Teilnehmer zu ermitteln.“ töb

Youngster Jost-Eike Behrens ist aufgrund der Entscheidung nicht in ein tiefes Loch gefallen. „Klar würde ich auch sehr gern Regionalliga spielen. Wer weiß, ob ich diese Chance noch einmal kriegen werde. Aber ich bin auch in der Bremen-Liga ganz zufrieden. Ich habe bis zum Abbruch der Saison viel gespielt und unter Trainer Mike Gabel auch viel gelernt. Das könnte in der kommenden Saison ruhig so weitergehen. Das angebotene Zweier-Training, wo ich mit Max Degenhardt ein Paar bilde, habe ich natürlich gern wahrgenommen“, sagt der 20-jährige Mittelfeldspieler. Ob in dieser Saison der Bremer Landespokal noch gespielt werden kann? Da ist Behrens eher skeptisch: „Da müssten wir spätestens Mitte Mai mit Vollkontakt trainieren dürfen. Es sieht momentan nicht danach aus.“

Brinkums Kapitän Jannik Bender (links) weiß noch gar nicht, ob er nächste Saison aus privaten Gründen überhaupt zur Verfügung steht.

Kapitän Jannik Bender sagt zwar, „dass es für uns wohl nie so einfach gewesen wäre, in die Regionalliga aufzusteigen“, doch der 30-Jährige bleibt bei seiner schon oft geäußerten Meinung, „dass es sportlich nach einer derart kurzen Saison ein Geschenk gewesen wäre, wenn wir hätten aufsteigen dürfen. Wenn nicht, dann versuchen wir es eben in der kommenden, hoffentlich kompletten Saison noch einmal.“

Ob er dann jedoch noch Mitglied des Brinkumer Kaders ist, steht noch nicht fest. Bender begründet das so: „Meine Frau und ich bekommen im Herbst unser erstes Kind. Da werde ich mir in den kommenden Wochen und Monaten einmal Gedanken machen, ob ich auf diesem Niveau noch Fußball spielen möchte. Die privaten Dinge werden dann eindeutig Vorrang haben.“

Brinkums Keeper Marcel Pfaar hätte es cool gefunden, in der Regionalliga zu spielen.

Auch Marcel Pfaar, Brinkums Keeper (hat schon für die kommende Serie zugesagt), kann verstehen, dass kein Team aufsteigen darf: „Es war ja nun wirklich eine nur sehr kurze Saison in der Bremen-Liga. Aber es ist schon ärgerlich und echt doof gelaufen. Ich hätte es wirklich cool gefunden, mit Brinkum in der Regionalliga zu spielen“, sagt der 22-Jährige.

Freuen konnte er sich gestern aber dennoch, denn auf dem Weg zum Job des Erziehers nahm er eine weitere Hürde und bestand die mündliche Prüfung – und dies mit der Note 2 +.

Brinkums Verteidiger Esin Demirkapi (28) hat die Entscheidung gegen einen Aufstieg nicht sonderlich überrascht: „Ich habe schon mit so etwas gerechnet und bin nicht so enttäuscht. Sportlich gesehen wäre es schon komisch, wenn man nach nur acht Spieltagen aufsteigt.“

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