HSG Barnstorf/Diepholz enttäuscht beim 27:35 in Münden maßlos / Thiemann bemängelt die Einstellung

„Das kann fatale Folgen haben“

Barnstorf - (mr) · Von Krise wollte Heiner Thiemann zwar nicht sprechen, den gefährlichen Trend hat der Trainer der HSG Barnstorf/Diepholz aber sehr wohl erkannt. Seine Regionalliga-Handballer erlauben sich im wichtigen letzten Saisondrittel eine Schwächephase. Nach dem 25:30 in Beckdorf setzte es am Samstagabend bei der TG Münden mit 27:35 (12:16) die zweite Pleite hintereinander.

„Offensichtlich hat sich bei uns das Gefühl eingeschlichen, dass wir die 3. Liga schon sicher haben“, kritisierte Thiemann: „Mit solchen Leistungen wie in Beckdorf und hier ist kein Staat zu machen.“

Die Mündener hatten sich im Vorfeld vor der HSG gefürchtet, von einem Gegner gesprochen, wie er unangenehmer kaum sein könnte. Doch die Barnstorfer verbreiteten weder Angst noch Schrecken und legten stattdessen – wie schon im Hinspiel – einen miserablen Start hin. Damals stand’s 1:8, diesmal 3:8. Thiemann sah sich früh veranlasst, Personal und Ausrichtung zu ändern. Er brachte Denis Maksimovich für den rechten Rückraum und Saulius Liutikas für die Mitte und verpasste Mündens bestem Torschützen Christian Grambow (insgesamt 10/1) eine Manndeckung. Mit Erfolg: Die Barnstorfer arbeiteten sich immer näher heran, beim 11:12 (25.) war der Ausgleich zum Greifen nah. Doch dann hatte sich Münden besser auf die HSG-Taktik eingestellt und warf bis zur Pause ein 16:12 heraus.

Alles noch nicht so schlimm für die Gäste – doch kurz nach der Pause folgte ein Total-Blackout, der alle Hoffnungen auf einen Sieg zunichte machte. Zwischen der 36. und 44. Minu-

n„Katastrophale

nViertelstunde“

te warf die HSG kein einziges Tor, dafür den starken TG-Keeper Christian Gumulla richtig schön warm. Von 20:14 enteilte Münden auf 27:14 – und auch beim 31:17 (49.) sah’s wenig später noch richtig schlimm aus. „Eine absolut katastrophale Viertelstunde“, schimpfte Thiemann und knallte seinem Team die Mängel verbal um die Ohren: „Die Fehlerquote hat sich ins Utopische gesteigert. Insgesamt haben wir hinterher 35 erfolglose Angriffe gezählt – das kann man einfach nicht machen. Außerdem war dann auch noch die Deckung schlecht. Wir haben überhaupt nicht mehr das abgerufen, was wir können. So eine Phase ist mir total unverständlich. Darüber müssen wir am Montag mal sprechen.“

Um die Niederlage nicht in ein Debakel ausarten zu lassen, wechselte der HSG-Coach in der Schlussphase erneut die Marschroute. Mit einer wesentlich offensiveren Deckung eroberten die Barnstorfer einige Bälle und gestalteten das Resultat am Ende zumindest noch etwas ansehnlicher. „Mehr als Ergebniskosmetik war das aber nicht“, meinte Thiemann, der hinterher extrem heiser klang. „Ich habe mit einer Erkältung zu kämpfen“, krächzte er, fügte aber gleich an: „Es kommt auch vom Spiel.“

Damit er in den kommenden Wochen nicht mehr so mitleiden muss, verlangt der 58-Jährige von seinem Team, das nun 29:21 Punkte aufweist, deutliche Steigerungen im handballerischen und vor allem auch mentalen Bereich: „Wir müssen schleunigst unsere Einstellung ändern, sonst kann das fatale Folgen haben. Für die 3. Liga brauchen wir, schätze ich, 31 oder 32 Punkte – aber die haben wir noch nicht.“

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