TRAINER-INTERVIEW Wetschens Marcordes brennt auf den Start – Sulingens Thorolf Meyer auch

„Das ganze Dorf freut sich“

So sieht Vorfreude bei den Trainern aus: Wetschens Oliver Marcordes (Bild links) reckt den Daumen hoch, Sulingens Manuel (links) und Thorolf Meyer spannen die Muskeln an – und alle Drei grinsen. Das heutige Landesliga-Derby kann kommen.
+
So sieht Vorfreude bei den Trainern aus: Wetschens Oliver Marcordes (Bild links) reckt den Daumen hoch, Sulingens Manuel (links) und Thorolf Meyer spannen die Muskeln an – und alle Drei grinsen. Das heutige Landesliga-Derby kann kommen.

Wetschen/Sulingen – Was für ein Auftakt! Wenn heute Abend in der Fußball-Landesliga die neue Saison beginnt, gibt’s ab 19.30 Uhr gleich das Derby des Aufsteigers TSV Wetschen gegen den TuS Sulingen zu sehen – allerdings nur für 200 Zuschauer. Mehr kann der gastgebende TSV Wetschen auf seiner Anlage wegen der zu beachtenden Regeln – Stichwort: Corona – nicht unterbringen. Und im Vorverkauf sind bereits alle Tickets verkauft worden. Das bedeutet: Die Tageskasse öffnet heute nicht. Obwohl sonst vermutlich noch mehr Zuschauer gekommen wären, lassen sich die beiden Vereine ihre Vorfreude auf den Saisonstart nach langer Zwangspause nicht verderben – das wird im Doppel-Interview mit den beiden Trainern Oliver Marcordes (Wetschen) und Thorolf Meyer (Sulingen) deutlich.

Wie ist die Stimmung im Team – und wie heiß sind Sie aufs Derby?

Oliver Marcordes: Bei uns herrscht Vorfreude pur! Im Training ging es richtig zur Sache. Und auch beim Herrichten des Platzes war zu merken: Jeder brennt. Für viele ist es das erste Spiel in der Landesliga. Dann zum Auftakt gleich ein Heimspiel und auch noch gegen Sulingen: Was will man mehr?

Thorolf Meyer: Die Stimmung ist gut, nach der langen Wettkampfpause brennen alle. Das sieht man im Training.

Das Derby gleich am ersten Spieltag: Wie finden Sie das?

Marcordes: Top! Es ist mir lieber, als wenn wir gegen eine richtige Hausnummer wie Krähenwinkel starten müssten. In so einem Derby kann man noch mehr als 100 Prozent abrufen. Das ganze Dorf freut sich.

Meyer: Wetschen hat wegen der Aufstiegseuphorie vielleicht einen kleinen Vorteil. Aber man kann es sich eben nicht aussuchen – für uns ist das kein Problem.

Wie sehr spielt Corona mit – wird es auf dem Platz deshalb etwas vorsichtiger zugehen?

Marcordes: Definitiv nicht. Im Training waren die Jungs anfangs etwas zurückhaltender, zuletzt aber nicht mehr. Man hat eher im Hinterkopf, ob man die Saison wegen Corona voll durchziehen kann. Ich hoffe, dass es klappt.

Meyer: Die Umstände sind anders, klar. Aber während der 90 Minuten auf dem Platz wird Corona in den Köpfen der Spieler keine Rolle spielen.

Es wird ungewohnt viele Auflagen und Beschränkungen rund um die Partie geben. Inwieweit bremsen die Corona-Regeln den Spaß?

Marcordes: Bei uns überhaupt nicht. Hier packt jeder mit an. Wir haben zur Abgrenzung zum Beispiel Zäune an einer Spielfeldfeldseite aufgestellt und mit Werbebannern behängt. Insgesamt war das ein Riesenaufwand. Aber jetzt sieht unsere Anlage aus wie ein kleines Stadion – richtig cool!

Meyer: Auch bei uns wird der Spaßfaktor vor dem Spiel sehr hoch sein – und dann gegen 21.15 Uhr hoffentlich auch noch.

Wie fällt Ihr Fazit nach der Vorbereitung aus?

Marcordes: Am Anfang haben sich alle schwergetan, nach der langen Pause wieder reinzukommen. Das war besonders bei Ramiz Pasiov und Yohan Imboula zu merken, die zwei Jahre kein Fußball gespielt haben. Aber dann wurde es immer besser, Woche für Woche – auch bei den beiden. Ramiz ist zwar noch nicht bei 100 Prozent, man merkt aber sofort, welches Niveau er hat.

Meyer: Die Vorbereitung war insgesamt durchwachsen. Wir hatten gute Phasen in den Testspielen – und weniger gute. Aber bei der Generalprobe gegen Twistringen (4:1, d. Red.) waren wir in der zweiten Halbzeit richtig stark. Das gibt uns ein gutes Gefühl für den Start.

Wer aus Ihrem Team hat Sie in der Vorbereitung besonders überrascht?

Marcordes: Auf jeden Fall Lukas Heyer. Wie er abräumt und marschiert, ist echt erstaunlich. Den kriegste nicht kaputt (schmunzelt). Aber auch Torge Rittmeyer hat – besonders beim taktischen Verhalten in der Defensive – einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Meyer: Nach seiner langen Verletzungspause hat sich Timo Hibbeler bei uns gleich voll integriert. Mir imponiert sehr, wie abgeklärt er mit seinen 19 Jahren schon ist. Auch Julian Fehse hatte eine richtig gute Vorbereitung.

Was für ein Spiel erwarten Sie? Ein Spektakel, weil alle nach der langen Zwangspause viel Lust haben auf Fußball?

Marcordes: Ob beide gleich voll losmarschieren, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es auch erstmal ein Beschnuppern.

Meyer: An einem Freitagabend in Wetschen – da haben wir auf jeden Fall Respekt. Sie werden bissig sein, da müssen wir gegenhalten. Aber wir richten uns nicht nach Wetschen, sondern wollen unser Spiel durchziehen. Offensiv ausgerichtet wie immer, aber es wird kein Hurra-Fußball.

Wer geht als Favorit ins Spiel?

Marcordes: Ganz klar die Sulinger, da müssen sie gar nicht rumschnacken (schmunzelt). Der TuS will in die Meisterrunde. Wir gelten, habe ich irgendwo gelesen, als Absteiger Nummer eins – und wollen irgendwie die Klasse halten.

Meyer: Für Außenstehende sind es natürlich wir, weil wir länger in der Landesliga spielen. Aber als großen Favoriten sehe ich uns nicht unbedingt.

Wie viele Neuzugänge werden Sie aufstellen?

Marcordes: Hm, da muss ich noch überlegen. Zwei bis drei werden es wohl sein.

Meyer: Im Kader sind alle, auch Marven Rupp – und der eine oder andere wird auch sicher zum Einsatz kommen.

Vor welchem Spieler des Gegners werden Sie besonders warnen?

Marcordes: Chris Brüggemann ist schnell und weiß, wo das Tor steht. Ich habe Sulingens Test gegen Twistringen gesehen – da war er sehr auffällig. Genau wie Julian Fehse, der im Mittelfeld gekonnt das Spiel gelenkt hat.

Meyer: Wenn Ramiz Pasiov spielt, müssen wir unsere Innenverteidiger gut auf ihn einstellen. Er ist sehr groß und robust. Auch auf den Außenpositionen müssen wir aufpassen.

Zum Abschluss bitte noch einen Derby-Tipp . . .

Marcordes: Wir werden auf jeden Fall alles reinhauen und wollen eine Überraschung schaffen – nach Möglichkeit gewinnen.

Meyer: Unser Hauptziel ist es, zu gewinnen. Wie hoch, ist mir ziemlich egal.

Von Malte Rehnert

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Bayern mit Tor-Festival dank Lewandowski - Leipzig Spitze

Bayern mit Tor-Festival dank Lewandowski - Leipzig Spitze

Mit Vaseline und gutem Gummi - so wird das Auto winterfit

Mit Vaseline und gutem Gummi - so wird das Auto winterfit

Jubel in Hoffenheim: Sieg gegen Roter Stern Belgrad

Jubel in Hoffenheim: Sieg gegen Roter Stern Belgrad

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Leverkusen startet mit Rekordsieg gegen Nizza

Meistgelesene Artikel

„Wir drücken uns nicht vor der Verantwortung“

„Wir drücken uns nicht vor der Verantwortung“

„Wir drücken uns nicht vor der Verantwortung“
HSG Hunte-Aue Löwen: Die neue Handball-Allianz im Südkreis

HSG Hunte-Aue Löwen: Die neue Handball-Allianz im Südkreis

HSG Hunte-Aue Löwen: Die neue Handball-Allianz im Südkreis
Matchtiebreaks retten Barrien

Matchtiebreaks retten Barrien

Matchtiebreaks retten Barrien
Twistringens „Super-Geschichte“

Twistringens „Super-Geschichte“

Twistringens „Super-Geschichte“

Kommentare