Ex-Rehdener Ramiz Pasiov verstärkt Landesligist TSV Wetschen / Marcordes heilfroh

Das „Fußball-Feuer“ ist wieder da

Zurück am Ball: Ramiz Pasiov (links, hier noch im Trikot des BSV Rehden) stürmt künftig für den TSV Wetschen. 
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Zurück am Ball: Ramiz Pasiov (links, hier noch im Trikot des BSV Rehden) stürmt künftig für den TSV Wetschen. Foto: krüger
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Wetschen – Ins neue Eigenheim in Diepholz muss er gerade ziemlich viel Energie stecken. Drinnen renovieren, draußen viel Gartenarbeit. „Es gibt einiges zu tun. Und da ist es ganz gut, wenn man einen Ausgleich dazu hat“, sagt Ramiz Pasiov. Und sein Ausgleich ist künftig der Fußball. Bis 2017 hatte er beim Regionalligisten BSV Rehden gespielt, danach nicht mehr im Verein. Nun steigt der 32-jährige Mittelstürmer wieder ein – beim TSV Wetschen, der nach dem Saisonabbruch als Aufsteiger in die Landesliga feststeht.

„Eigentlich hatte ich mit dem Fußball abgeschlossen“, sagt der gebürtige Düsseldorfer, dessen Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen (die Mutter aus Bosnien-Herzegowina, der Vater aus Mazedonien). Schon zu seiner Rehdener Zeit war er als Vertriebsmitarbeiter der Diepholzer Bio-Firma „Lebensbaum“ viel unterwegs (auch im Ausland). „Ich habe fast gar nicht mehr trainiert“, erinnert sich Pasiov, inzwischen Export-Manager. Dann habe er seinen Fokus noch mehr aufs Berufsleben gelegt und 2017 seine Fußball-Karriere beendet.

Dass er nun sein Comeback gibt, liegt vor allem an Wetschens Beharrlichkeit. Der bisherige Trainer und künftige Sportliche Leiter Thomas Otte sowie Neu-Coach Oliver Marcordes „haben sehr intensiv bei mir nachgehakt. Und sie haben mir ein Super-Bild vermittelt“, erzählt Pasiov. Der ehemalige Meppener, der insgesamt 77 Spiele (16 Tore, neun Vorlagen) in der Regionalliga Nord vorweisen kann, geriet ins Grübeln: „Ich habe mich mit dem Angebot beschäftigt und festgestellt, dass Fußball im Moment in meine Lebenssituation passt.“ Er sei wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht so viel auf Reisen, habe mehr Zeit für ein Hobby. „Ich habe mit meiner Freundin sehr lange überlegt“, gibt Pasiov zu. Am Ende entschied er sich für die Rückkehr an den Ball. „Ein bisschen Feuer für den Fußball ist noch da“, sagt der 32-Jährige mit einem Schmunzeln: „Ich möchte jetzt gerne zeigen, dass ich noch kicken kann.“

Allerdings weiß er, dass er nicht auf Knopfdruck wieder der „alte Pasiov“ sein kann. „Ich bin sehr ehrgeizig. Aber ich werde ein paar Wochen oder Monate brauchen, um wieder mein gewohntes Level zu erreichen“, schätzt er – eben weil er so lange raus war. Mit der Fitness gibt es dagegen keinerlei Probleme. „Ramiz macht viel in diesem Bereich – und das sieht man auch“, meint Coach Marcordes: „Das sind durchtrainierte 1,93 Meter, an ihm ist kein Gramm Fett dran.“ Pasiov, der nach seinem Ja-Wort für Wetschen schon mit Ausdauerübungen begonnen hat, bezeichnet sich ebenfalls als fit – er sagt aber auch: „Mannschaftstraining ist noch mal etwas anderes als Joggen oder Fitness. Nach den ersten Einheiten mit dem Team wird sicherlich ein Muskelkater kommen.“

Marcordes plant eine gewisse Anlaufzeit für seinen neuen Stürmer ein. Der 39-Jährige ist hörbar froh, nun einen echten „Neuner“ in seinen Reihen zu haben. „Wir haben gute Stürmer, aber es fehlte ein wenig an Größe – vor allem in der Box.“ Pasiov sei mit seiner Länge und Wucht „genau der Typ, den wir gesucht haben. Und man merkt, dass er wieder richtig Lust auf Fußball hat.“ Auf der Vereinshomepage wird Pasiov bereits als „echter Hochkaräter“, „Glücksfall“ (beides O-Ton Thomas Otte) und „richtiger Knaller“ gefeiert. Marcordes stimmt da mit ein und hofft, dass der „Kracher“ nicht nur möglichst viele Tore schießt – sondern auch gleich eine Führungsrolle übernimmt: „Viele bei uns können noch einiges von ihm lernen.“ Und Pasiov ist bereit und willens, seine Erfahrung an die jüngeren Spieler weiterzugeben: „Es hört sich immer ein bisschen blöd an, wenn man über sich selbst spricht. Aber ich kann sagen, dass ich ein Mannschaftsspieler bin, mich nicht in den Vordergrund dränge und stattdessen die anderen pushen möchte.“

Anfangen kann er damit etwa ab Mitte Juli. Dann startet beim TSV Wetschen die Vorbereitung. „Wir gehen erst mal davon aus, dass die neue Saison Anfang oder Mitte September beginnen kann“, sagt Marcordes. Genug Zeit für Pasiov, seine neue Mannschaft kennenzulernen und sich wieder an den Fußball zu gewöhnen.

Von Malte Rehnert

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