Serie: Was macht eigentlich...?

Ex-Trainer Frank Thinius liebt seine Sauna und das Spinning

Im Obergeschoss seines Reihenhauses in Stuhr-Kuhlen hat sich Frank Thinius in Eigenleistung eine beheizbare „Kuschelzone“ geschaffen.
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Im Obergeschoss seines Reihenhauses in Stuhr-Kuhlen hat sich Frank Thinius in Eigenleistung eine beheizbare „Kuschelzone“ geschaffen.

Im Kreis Diepholz war Frank Thinius als Spieler und Trainer bei mehreren Fußball-Vereinen aktiv. Seit 2018 ist er nicht mehr im Amt und hat doch viel um die Ohren. Der 54-Jährige hat sich eine Sauna gebaut und liebt das Auspowern beim Spinning.

  • Thinius hat nichts gegen zweiten gleichberechtigten Trainer
  • Comeback als Trainer ist durchaus möglich
  • In Sachen Impfung ist Thinius noch unentschlossen

Stuhr - „Das stimmt. Das ist kein Märchen“, sagt Frank Thinius und schmunzelt. Und meint damit die Tatsache, dass er sich entweder schriftlich oder zumindest mündlich von den Vereinen zusichern ließ, dass er während der Wintervorbereitung doch mindestens eine Woche wegen eines Skiurlaubs fehlen dürfe. Und „Thini“, wie ihn alle nur nennen, fügt noch hinzu: „Wenn wir in der Tabelle gut standen, war das mit dem Skiurlaub nie Thema. Wenn es aber nicht so doll lief, kamen schon mal Sprüche, wie ich es mir denn erlauben könnte, jetzt nicht bei der Mannschaft zu sein. Aber meistens bin ich gefahren. Schließlich gab es ja auch noch eine Familie.“

Thinius, der jetzt 54 Jahre alt ist und in Stuhr-Kuhlen wohnt, musste da so einige Abmachungen treffen, denn allein im Kreis Diepholz stand er als Fußball-Trainer für den SC Weyhe II, den Brinkumer SV, den TV Stuhr und den SV Mörsen-Scharrendorf unter Vertrag.

Da wäre es sicher schon früher ganz praktisch gewesen, wenn er einen gleichberechtigten Mann an seiner Seite gehabt hätte. Mittlerweile sieht er das auch so: „Ich finde es gut, das auf mehrere Schultern zu verteilen. Aus Zeitgründen ist das eine feine Sache. Schließlich fordert die Familie auch ihr Recht.“ Privat konnte sich der technische Angestellte bei einem Energieanbieter in Bremen zuletzt ziemlich viel vornehmen, denn nach seinem Ausstieg beim TSV Grolland im Jahre 2018 hat Thinius bislang keinen Trainerjob mehr angenommen.

Ein Potpourri von Zeitungsartikeln hat sich Frank Thinius gerahmt. Oben links die Story über seinen Einstieg 1992 beim SC Weyhe.

Aber das könnte sich vielleicht bald ändern, denn dem 54-Jährigen liegen konkrete Anfragen (auch aus dem Kreis Diepholz) vor: „Ich weiß wirklich noch nicht, was ich mache. Ich würde mein neues Team vorher schon gerne mal im Spielbetrieb sehen. Aber derzeit weiß ja keiner, wann es wieder losgehen wird. Und ewig werden die Vereine auch nicht auf mich warten. Und ich habe Zweifel, ob das in dieser Saison noch etwas wird. Aber eigentlich sollte Fußball im Freien doch eher möglich sein als viele Sportarten, die in der Halle stattfinden.“

Zumindest von der Figur her scheint Thinius das mehrmalige Training in der Woche nicht zu fehlen. „Ich tue aber auch was dafür. Nach meinem Ausstieg in Grolland habe ich mit Spinning in einem Sportstudio in Dreye angefangen. Zweimal pro Woche geht das mit jeweils anderthalb Stunden ganz schön zur Sache. Leider ist das Studio wegen des Lockdowns momentan geschlossen.“

Steckbrief

Name: Frank Thinius

Alter: 54 Jahre

Wohnort: Stuhr-Kuhlen

Beruf: Technischer Angestellter bei Energieversorger swb

Größte sportliche Erfolge: Als Spieler: Oberliga-Relegation mit dem SC Weyhe 1996; als Trainer: Oberliga-Relegation mit dem Brinkumer SV 2013

Vereine: TuS Vahr, ATS Buntentor, SC Vahr, TS Woltmershausen, SV Grohn, SC Weyhe (alle als Spieler), SC Weyhe II (als Spielertrainer), TV Stuhr (als Spielertrainer und Spieler), SV Mörsen-Scharrendorf, Brinkumer SV, TB Uphusen, BW Bornreihe, TSV Grolland (alle als Trainer)

Privates: Verheiratet mit Tina; die Kinder Alexandra und Denny sind 32 und 25 Jahre alt

Aber die Zeit lässt Thinius nicht so einfach an sich vorbeirauschen, sondern hat seine Qualitäten als Handwerker entdeckt und verfeinert: „Ich habe mir im Obergeschoss unseres Reihenhauses eine Sauna gebaut – hatte aber auch etwas Hilfe. Auch im Garten habe ich viel gemacht. Aber da war und bin ich nur Angestellter meiner Frau Tina . . .“

So klar die Rollen in der Familie Thinius im Garten verteilt sind, so wankelmütig ist „Thini“, wenn es um das Thema Corona und Impfen geht: „Ich denke, dass die Maßnahmen momentan nötig sind, um der Pandemie Herr zu werden. Aber in Sachen Impfung bin ich noch unentschlossen und werde mir die Sache in Ruhe anschauen.“

Tim Ebersbach: „Frank hat aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste gemacht.“

Die Lage des Brinkumer SV in der Verbandsliga-Saison 2006/07 war kurios. Der Etat wurde im Winter rigoros gekappt. Trainer Goran Barjaktarevic musste gehen – viele Spieler verschwanden auch. Frank Thinius wurde als Trainer geholt und hatte nur einen Rumpfkader zur Verfügung. Einer der dagebliebenen Spieler war Tim Ebersbach. Der jetzt 40-Jährige coacht aktuell den Oberligisten Rotenburger SV. Ebersbach erinnert sich noch gut an seine Zeit mit Thinius: „Frank war ein Mann der klaren Sprache, der auch gut feiern konnte. Zu der Zeit war er genau richtig für Brinkum und hat aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste gemacht.“ Brinkum wurde sensationell Vierter – doch Thinius musste dennoch gehen und wurde durch Klaus Gelsdorf ersetzt.

Anschauen (zumindest im Fernsehen) ist auch ein gutes Stichwort für die im Sommer geplante Fußball-EM. Die Uefa möchte die in zwölf Ländern durchziehen. Thinius denkt, dass die EM stattfinden wird, „weil da viel zu viel Geld im Spiel ist“, glaubt aber nicht, dass die Spiele in zwölf Ländern über die Bühne gehen werden.

Aber vielleicht hat Thinius dann gar nicht so viel Zeit, um vorm Fernseher zu sitzen, weil er mit einem neuen Team schon mitten in der Saison-Vorbereitung steckt, denn „die Zeit ohne Fußball war zuletzt nicht immer einfach. Schließlich habe ich fast mein ganzes Leben mit dem Ball verbracht.“

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