Werder Bremens Tischtennis-Teamchef Greber und Trainer Tamas im Interview

„Das ist das beste Werder-Team aller Zeiten“

Werders Teamchef Sascha Greber hat die Planungen für die neue Saison abgeschlossen.

Bremen - Von Carsten DrösemeyerEine recht durchwachsene Saison liegt hinter Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen. Als Playoff-Aspirant gestartet, landeten die Hanseaten am Ende im grauen Mittelmaß auf Rang sechs. Im Europapokal sorgten die Grün-Weißen hingegen für Furore und verpassten bei ihrer ersten Teilnahme auf dem internationalen Parkett nur knapp den Sprung ins ETTU-Halbfinale. War es demnach also eine erfolgreiche oder doch eine eher unbefriedigende Spielzeit? Teamchef Sascha Greber sowie Trainer Cristian Tamas stellten sich dazu den Fragen unserer Zeitung.

Vor der Saison galt Werder als ernsthafter Anwärter auf die Playoffs. Dieses Ziel wurde verpasst. Wie tief sitzt die Enttäuschung?

Greber: Moment. Man darf nicht vergessen, dass in Lars Hielscher ein wichtiger Leistungsträger fast die gesamte Zeit verletzungsbedingt ausgefallen ist. Dafür stellt der sechste Platz eine ordentliche Leistung dar. Zudem haben wir uns im Europapokal gut präsentiert und wären fast ins Halbfinale vorgestoßen.

Tamas: Außerdem sollte man nicht vergessen, in welcher schwierigen Situation wir uns befunden haben. Lars stand nicht zur Verfügung. Was wäre gewesen, wenn sich noch ein Spieler verletzt hätte? Ich musste das Training somit stark dosieren. Trotzdem sind wir nie in Abstiegsgefahr geraten. Das ist in der Bundesliga auch eine Leistung.

Die Ansprüche sind in Bremen aber gewachsen. Der reine Klassenerhalt zählt für viele nicht mehr.

Greber: Es ist unser Anspruch, uns stetig zu verbessern. Ich denke, das ist uns auch gut gelungen. Wir haben uns in der Bundesliga etabliert und gehören zum erweiterten Kreis der Spitzenteams. Außerdem verfügen wir jetzt über eine starke Trainingsgruppe. Das hat sich sogar bis zu Ex-Nationalspieler Peter Franz herumgesprochen. Peter zieht nach Bremen und trainiert künftig regelmäßig bei uns mit.

Bahnt sich etwa eine Neuverpflichtung an?

Greber: Da ist nichts dran. Auch wenn Peter ein alter Kumpel von mir ist – er steht in Frankreich unter Vertrag und wir haben ja unseren Kader ebenfalls komplett.

Tamas: Außerdem haben wir bei Verpflichtungen eine andere Philosophie. Wir setzen auf jüngere Spieler, die wir weiter verbessern können.

Bei diesem Schritt wird Lars Hielscher dann nicht mehr dabei sein. Sein Vertrag wurde in Bremen nicht verlängert. Wie weh tut es menschlich, so eine harte Entscheidung fällen zu müssen?

Greber: Sehr weh. Mit Lars verlässt uns ein Freund. Er hat mir aber gesagt, dass er unsere Entscheidung nachvollziehen kann und Werder auch weiterhin nur das Beste wünscht.

Tamas: Ich muss allerdings mal eines klarstellen: Ich bin zwar auch mit Lars vier Jahre durchs Feuer gegangen, aber es geht bei uns nicht um ein Hobby, sondern um Profisport. Da kann man es leider nicht allen recht machen.

Sein Nachfolger wird Kamal Achanta. Eine gute Wahl?

Tamas: Auf alle Fälle. Unsere Fans können sich freuen. Kamal verfügt über eine spektakuläre Rückhand und ist auch sonst ein kompletter Angriffsspieler mit enormem taktischen Verständnis. Nicht umsonst hat er beim Absteiger TSV Gräfelfing mit 17:10 eine klar positive Bilanz vorzuweisen.

Greber: Außerdem passt Kamal auch als Typ gut zu uns. Nur ein Beispiel: In Gräfelfing ist er extra immer bereits einen Tag vor seinem Punktspiel angereist, um die zweite Mannschaft zu coachen, die irgendwo in einer unteren Spielklasse herumgurkt. Das macht nicht jeder.

Zudem kehrt in Constantin Cioti ein alter Bekannter zurück. Ist er nur der Notnagel, falls sich ein anderer verletzt?

Greber: Überhaupt nicht. Costa ist zwar nominell unsere Nummer vier, ist aber nicht weit vom Stammteam entfernt. Er wird uns weiterhelfen.

Sportlich scheint also die Wunschformation gefunden zu sein. Wie sieht es finanziell aus? Die Fußballprofis müssen den Gürtel enger schnallen. Betrifft das auch die Tischtennisspieler?

Greber: Nein. Wir haben den gleichen Etat zur Verfügung wie in der vergangenen Saison, werden aber vermutlich dennoch leicht drunter bleiben.

Trägt das neue Spielsystem zu ihrem Optimismus bei?

Greber: Eindeutig. Wir wollten es ja unbedingt. Nun hat die Pokerei endlich ein Ende. Künftig spielen beide Spitzenspieler wieder über Kreuz zwei Einzel und die an Nummer drei gesetzten Spieler gegeneinander. Das Doppel entfällt hingegen. Eine gute Lösung. Das müsste uns liegen.

Was sind denn die Ziele für die kommende Saison?

Tamas: In Adrian Crisan, Kamal Achanta, Jens Lundquist und Constantin Cioti haben wir vier gestandene Bundesligaspieler in unseren Reihen. Das ist sicherlich das beste Werder-Team aller Zeiten. Natürlich möchten wir gerne oben mitmischen. Aber das wollen viele Teams. Wir warten erstmal ab, wie sich die Konkurrenz verstärkt. Vorher gebe ich keine Platzierung als Ziel aus. Das wäre unseriös.

Greber: Einen Wunsch kann ich aber dennoch verraten. Im Pokal wollen wir unbedingt wieder ins „Final Four“. Das ist ein super Event. Außerdem hat der Pokal ja in Bremen eine große Tradition.

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