Zollstock-Gespäch

Korbball-Bezirksfachwartin Elke Dahme trauert Aufstiegsspielen hinterher

Korbball-Bezirksfachwartin Elke Dahme (li.) und Sportredakteur Julian Diekmann treffen sich auf Abstand.
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Kann es gar nicht erwarten, endlich wieder Korbball zu spielen: Elke Dahme. Im Gespräch mit Sportredakteur Julian Diekmann berichtet die 47-jährige Trainerin des TSV Thedinghausen und Fachwartin des Bezirks Hannover Nord, wie sie den zweiten Lockdown verkraftet, wie sie die Zeit ohne Sport nutzt und was sie nach dem Shutdown als zuerst machen möchte.

Im Zollstock-Gespräch mit unserer Zeitung fiebert Bezirksfachwartin und Korbball-Trainerin Elke Dahme aus Emtinghausen schon dem Re-Start im Korbball entgegen. Die Trainerin vermisst dabei besonders das Zusammensein mit ihren Spielerinnen.

  • Der Garten ist Dahmes Corona-Projekt.
  • Die Absage der Deutschen Meisterschaft schmerzt besonders.
  • Drei Tage im Büro, zwei Tage im Homeoffice findet Dahme gut.

Thedinghausen - Elke Dahme ist Korbballerin durch und durch. Es ist der Sport, den sie liebt. Doch gerade in der Corona-Pandemie wird die 47-jährige Fachwartin des Bezirks Hannover Nord und Trainerin des TSV Thedinghausen auf eine harte Probe gestellt. Hallensport ist aufgrund des zweiten Lockdowns aktuell nicht möglich. Somit ist sie zum Warten verdammt. Dennoch hofft Dahme, dass ihre Mannschaft und sie bald wieder aufs Parkett zurückkehren können. In der Zwischenzeit lenkt sich die Verwaltungsfachangestellte mit Gartenarbeit, ihren beiden Hunden Luzy und Tobi sowie mit Walken ab.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Ich halte die getroffenen Maßnahmen für richtig. Ansonsten würde an den Schulen die Kohortenbildung (geteilter Schulunterricht, d. Red.) ehrlich gesagt auch keinen Sinn ergeben. Was mich aktuell aber mehr nervt, ist, dass das Ende so offen ist. Im Frühjahr, während des ersten Lockdowns, war man einfach flexibler, da konnte man noch rausgehen, das schöne Wetter genießen. Und sportlich betrachtet, ist Korbball jetzt nicht unbedingt eine Sportart, die man draußen betreibt. Da war es im Frühjahr einfacher als jetzt im Winter. Aber mein Herz sagt mir natürlich, dass ich gerne wieder Korbball spielen würde.

Welches ist Ihr nächstes/neues Corona-Projekt?

Mein Corona-Projekt ist mein Garten. Aber auch Aufräumen und auszumisten war dabei. Ansonsten habe ich aber keine weiteren Projekte am laufen. Mehr Zeit zu haben für bestimmte Dinge – ich frage mich manchmal, wie ich vorher alles hinbekommen habe. Aber das geht bestimmt vielen gerade so. Ich merke aber auch, dass ich mehr Zeit für das Privatleben habe. Leider sind meine Eltern gerade verstorben. Von daher ist es gerade keine angenehme Zeit.

Steckbrief

Name: Elke Dahme

Alter: 47 Jahre

Wohnort: Emtinghausen

Beruf: Verwaltungsfachangestellte

Größte sportliche Erfolge: Aufstieg in die Bundesliga als Spielerin des TSV Thedinghausen, diverse Landesmeistertitel als Trainerin mit verschiedenen Jugendklassen des TSV

Privates: ledig, keine Kinder

Wie halten Sie sich momentan fit – und welche ist Ihre Lieblingsübung?

Ich gehe regelmäßig Walken. Und mache nebenher noch ein wenig Kraftübungen. Wie man sich eben so aufraffen kann. Ich bin eigentlich eine Mannschaftssportlerin durch und durch. Neben dem Walken gehe ich noch viel spazieren mit meinen Hunden Luzy und Tobi. Die Hunde kommen aktuell auf keinen Fall zu kurz (lacht).

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Corona-Zeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Ich verspüre keine Lust, aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Eine Mutter einer meiner Spielerinnen hat mir kürzlich erst ein Video zugeschickt, auf dem ihre Tochter zu sehen ist, wie sie damals mit Korbball angefangen hat. Das hat mich natürlich motiviert weiterzumachen, zu sehen, was daraus geworden ist, ist einfach schön. Und als Bezirksfachwartin hatte ich in den zurückliegenden Tagen und Wochen ja auch noch einige Sachen zu erledigen. Aber sicherlich war ich in letzter Zeit auch mal etwas frustig, weil ich doch die Hoffnung hatte, dass bald wieder gespielt werden kann.

Welche Absage für die kommende Zeit schmerzt am meisten?

Ganz klar die Aufstiegsspiele zur Niedersachsenliga. Mich beschäftigt vor allem, dass wir vergangene Saison mit der ersten Damenmannschaft des TSV Thedinghausen aus der Niedersachsenliga abgestiegen sind. Unser Ziel war ganz klar der sofortige Wiederaufstieg. Es ist aufgrund der aktuellen Pandemie jetzt aber erst mal nicht möglich. Das ist natürlich sehr schade. Und aus Bezirkssicht natürlich die Absage der Deutschen Meisterschaft, die hätte in Sudweyhe ausgetragen werden sollen.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Erst kürzlich habe ich an einem Sonntagabend einen Rosamunde-Pilcher-Film gesehen. Da war alles dabei, vor allem Herzschmerz (lacht). Und aus lauter Verzweiflung habe ich auch mit dem Lesen angefangen. Zurzeit lese ich das Buch „Tödliche Liebe“ von Nora Roberts – sehr spannend. Ansonsten bin ich nicht so die Leseratte, da fehlt mir dann doch die Zeit. Aber es ist sehr schön, dass ich gerade auch dafür Zeit finde.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Zwei Tage in der Woche arbeite ich im Homeoffice. Das finde ich auch noch ganz angenehm, weil man an den anderen Tagen noch mal die Kollegen im Büro sieht. Doch auch hier gibt es Einschränkungen. Die Mittagspausen kann man nicht mehr so ungezwungen verbringen wie vor der Pandemie. Man muss schon genau abwägen, mit wem man sich trifft. Aber die Regelung drei Tage im Büro und zwei Tage im Homeoffice finde ich angenehm.

Wen in Ihrem Sport vermissen Sie am meisten?

Natürlich fehlen mir mein Team und die Jugendmannschaften am meisten. Einfach dieser Kontakt, der vor Corona selbstverständlich war, der vielleicht auch mal genervt hat. Aber irgendwie fehlt auch das. Aber gerade dieses Zusammengehörigkeitsgefühl vermisse ich doch schon sehr.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Schwierige Frage. In Festtagsstimmung bin ich bisher noch nicht besonders. Für mich persönlich wird es auch ein ganz anderes Weihnachten und auch Silvester sein als sonst. Einfach wegen meinen persönlichen Umständen, die ich erlebt habe. Das hat aber auch weniger mit Corona zu tun. Ich war aber eh nie der große Silvesterfeierer. Ich habe mich zu Hause schon immer wohler gefühlt als in der feiernden Menge.

Stadion, Konzert, Theater? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Ich freue mich schon wieder sehr darauf, ein Theater besuchen zu können. Das fehlt mir doch besonders. Aber auch ein Handballspiel wird sicherlich dabei sein. Oder einfach mal wieder mit Freunden Essen gehen. Das, was vorher einfach selbstverständlich war.

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