Havelse holt nach verdientem 4:1-Finalsieg Niedersachsenpokal und zieht in DFB-Pokal ein

Cup verpasst! Cicek zieht Rehden den Stecker

Autsch! Rehdens Jaroslaw Lindner gerät hier in die Fänge von Havelses Niklas Teichgräber (r.).
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Autsch! Rehdens Jaroslaw Lindner gerät hier in die Fänge von Havelses Niklas Teichgräber (r.).

Rehden – Ein verschämter Griff in den Haufen der Silbermedaillen, ein kurzer Kontakt per Corona-Faust mit Niedersachsens Fußball-Boss Günter Distelrath – dann stahlen sich Addy-Waku Menga & Co. schnell weg vom Siegerpodest. Denn diese große Bühne in „ihren“ Waldsportstätten gehörte gestern nicht ihm und seinen Fußball-Kollegen vom BSV Rehden, sondern den Gegnern von Regionalliga-Konkurrent TSV Havelse. Die hatten das Niedersachsenpokal-Finale gerade mit 4:1 (1:0) gewonnen. Hochverdient, da gab es unter den 300 Zuschauern und 80 Helfern aus Reihen des gastgebenden BSV keine zwei Meinungen.

„Havelse war heute die klar bessere Mannschaft“, urteilte Rehdens Vereinspräsident Friedrich Schilling, der die Niederlage und den damit verpassten Einzug in die lukrative erste DFB-Pokalrunde gefasst und mit einem Lächeln aufnahm: „Vielleicht haben alle heute einfach einen schlechten Tag erwischt. Denn unser Kader ist gut genug, er muss sich nur noch als Mannschaft finden.“ Trainer Andreas Golombek sah es ähnlich: „Havelse war zweikampfstark und körperlich besser.“ Und Rehdens Offensivmann Shamsu Mansaray hatte den Eindruck, „dass die den Pokal heute mehr wollten als wir“. Als Männer des Tages durften sich die „Doppelpacker“ Deniz Cicek und Yannik Jaeschke feiern lassen: Kapitän Cicek traf zum 1:0, bereitete das 2:0 von Jaeschke vor und verwandelte den Elfmeter zum 3:0 – damit hatte er Rehden den Stecker gezogen. Jaeschke ließ ebenfalls noch einen Strafstoß folgen (89.). Das 1:4 von Bocar Djumo in der Schlussminute fiel unter die Kategorie Ergebniskosmetik.

Schon den ersten Torschuss der Partie gab Cicek ab, der Ball rauschte jedoch leicht zu hoch (8.). Brenzliger wurde es, als Rehdens Abwehrchef Pierre Becken einen Gewaltschuss von Kevin Schumacher auf der Linie klärte (11.). Es schien der Weckruf für die Platzherren zu sein, die sich nun mehr vom Spiel erarbeiteten, doch zwei Ecken von Kamer Krasniqi brachten ebenso wenig ein wie Torschüsse von Robert Obst (14.) und Josip Tomic (18.) aus der zweiten Reihe. Auf der anderen Seite reagierte BSV-Schlussmann Lukas Godula stark bei einem satten Schuss von Torjäger Jaeschke (21.). „Die ersten 20 Minuten waren noch spannend, danach kam Havelse aber immer besser ins Spiel“, brachte es Günter Distelrath als Präsident des Niedersächsischen Fußballverbands auf den Punkt. Denn von nun an dominierte der TSV: Abermals Jaeschke zielte mit der nächsten Gelegenheit knapp über den Querbalken (27.) und kurz darauf haarscharf am rechten Giebel vorbei (28.). Dann rettete Godula gegen Schumacher aus spitzem Winkel (35.). „Es hätte schon früher klingeln können“, räumte Golombek ein. In Minute 41 war es dann so weit: Schumacher entwischte auf seiner linken Seite Rehdens Rechtsverteidiger Marco Kaffenberger, passte in die Mitte – und von dort zog Cicek unhaltbar ins lange Eck ab. Es war der Lohn für das große Engagement der Gäste, die die Schwarz-Weißen früh im Spielaufbau störten, sie zu Ballverlusten zwangen und kaum ins Spiel kommen ließen. Jaroslaw Lindner, beim 4:1 in Oldenburg noch zweifacher Torschütze, war vor der Pause fast komplett abgemeldet. „Jaro wirkte heute gehemmt. Im zweiten Durchgang hat er mir besser gefallen“, urteilte Golombek.

Doch dieser Abschnitt begann mit der nächsten bitteren Pille keine Minute nach Wiederanpfiff: Eine Cicek-Ecke von rechts köpfte Jaeschke in die linke Ecke – 2:0! „Da muss man auch mal den Arsch in der Hose haben und sagen: „Der schießt heute kein Tor“, monierte Golombek das zu zaghafte Abwehrverhalten.

Auf der anderen Seite besaß Addy-Waku Menga mit einem Schlenzer vorbei am linken Eck endlich mal wieder eine Rehdener Chance (54.). „Wenn wir da den Anschluss schaffen, ist noch nichts verloren“, trauerte Becken der Szene hinterher. Zehn Minuten später scheiterten Lindner und Menga doppelt im Gestocher an TSV-Keeper Norman Quindt – und kurz darauf stand es 0:3: Alen Suljevic hatte Havelses Jonas Sonnenberg im Strafraum gezogen, der Hüne fiel abrupt – Elfmeter. Cicek vollstreckte unten links (73.). Die Entscheidung war gefallen, Robert Obst leistete sich noch ein Foul an Leon Damer, Jaeschke verwandelte den Strafstoß oben links (89.). Immerhin bereitete sich Bocar Djumo ein kleines nachträgliches Geschenk zu seinem 26. Geburtstag vom Freitag und köpfte eine Lindner-Flanke zum 1:4 ein. „Unser Traum vom DFB-Pokal ist geplatzt, aber unsere schönen Spiele gegen Meppen und Oldenburg in diesem Wettbewerb vergessen wir nicht“, meinte Mittelfeldmann Krasniqi.

Von Cord Krüger

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